Harnmarkieren Katze

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Kategorie: Blog
Veröffentlicht am Sonntag, 30. September 2012 10:03
Geschrieben von Elke Söllner
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cat playHarnmarkieren zählt zum normalen Kommunikationsverhalten der Katze und nicht zum Ausscheidungsverhalten. Es ist ein physiologisches Verhalten und setzt frühestens mit Beginn der Pubertät ein. Im Kerngebiet des Streifgebietes, wie es die Wohnung imgrunde darstellt, ist Harnmarkieren nur bedingt "normal". Bei reiner Wohungshaltung fehlt imgrunde das Streifgebiet. Männliche wie weibliche Tiere - unkastriert oder kastriert - sie  alle können zum "Übeltäter" werden. Die Urinmarken geben ein geruchliches wie optisches Signal und bei Markieren mit Sichtkontakt zu anderen Katzen, auch ein visuelles. Aus Urinmarken lassen sich vermutlich nebst Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand auch Informtionen über den Hormonhaushalt (etwa Paarungsbereitschaft) ablesen und natürlich auch das Alter der Markierung. Die Katzen kontrollieren nach dem Spritzen nur selten die von ihnen gesetzte Marke.

Katzen markieren aus verschiedenen und auch aus mehreren Gründen:

Mit anderen Worten kann jede Art der Veränderung in ihrem Lebensumfeld, ihrem sozialen Umfeld oder in ihrem täglichen Ablauf bei einer Katze  Verunsicherung auslösen und zu Markierverhalten führen. Manchmal fallen mehrere Stressoren zusammen.

Zudem kann Harnmarkieren automatisiert, also zur Gewohnheit werden. Die Katze markiert, weil sie dort schon immer markiert hat. In diesem Fall wird die Stelle nicht wirklich kontrolliert oder beschnuppert. Es scheint, die Katze markiert ohne groß  zu überlegen und die Markierfrequenz ist höher. Man kann jetzt von niemanden einen Umzug erwarten, aber manchmal hilft dieser.

Die Katze "kann nicht anders", daher niemals bestrafen. Bestrafung schwächt nur die Mensch-Tierbeziehung, zerstört Vertrauen und die Katze wird sich schlicht andere Orte suchen und markieren, wann und wo es sicher für sie ist. Vorsicht zudem vor unbeabsichtigter Belohnung!

Im Gegensatz zu Gesichtspheromonen, die eine Art familiärer Wohlfühlatmosphäre schaffen, senden Harnmarkierungen eine Art Stressbotschaft  aus.

Harnmarkieren ist bei manchen Katzen vermehrt im Frühjahr und Herbst zu beobachten.

Um Katzen zu helfen auf Fremdgerüche nicht mit Stress und Unsicherheit zu reagieren, kann man ihnen immer wieder Gerüche aus der weiten Welt wie Zweige, Steine, Rinden, Schachteln, Papiertüten (Henkel abschneiden) mitbringen. Wir können und sollen unseren Stubentigern helfen, besser mit Aufregungen, Neuem, Stress umzugehen.

Tipp: Abwechlsung im Katzenalltag durch eine ab und zu dargebotene Katzenminzesession.

Je nach Ursache, sofern diese ausfindig gemacht werden kann, sind die zu setzenden Massnahmen vielfältig. Angefangen bei der Kastration über eine äußerst gründlichen wie fachkundigen Reinigung, Pheromontherapie, Spieltherapie, katzengerechte Wohnungsgestaltung (wie Nutzung der dritten Dimension), Bedeutungsänderung der Markierstellen bis hin zu einer Art Simulation eines Streifgebietes bei Wohnungshaltung ist viel realisierbar.