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KATZENWÄSCHE

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kater streck dichKatzen sind gar reinliche Tiere, wie wir wissen. Hingebungsvoll lecken und schlecken sie ihr Haarkleid, wodurch lose Haare ebenso wie kleine Fremdkörper und bedingt auch Parasiten entfernt werden. Wie sie sich vorstellen können, wird durch diese intensive Pflege zugleich die Durchblutung der Haut angeregt, gefördert und damit wiederum die Produktion der Talgdrüsen stimuliert. Die Talgdrüsen haben die sehr nützliche Funktion Fett abzusondern, wodurch der Katzen Pelz wasserdicht und geschmeidig bleibt. Selbstredend hat somit jede Katze ihre ganz persönliche Duftnote.

Unsere Samtpfote kann schon etwa dreieinhalb Stunden täglich mit Putzen zubringen. Das ist absolut keine Seltenheit und im Rahmen des Normalen. Sicherlich ist ihnen die Rauheit der Katzenzunge nicht verborgen geblieben. An ihr bleiben die Haare hängen und werden abgeschluckt. Im Magen kommt es dadurch leicht zu einer Haarballenbildung. Dieses Haarknäuel muss nun wieder ausgeschieden werden, entweder über den Kot oder durch Erbrechen. Wir können durch Katzengras oder Malz der Katze helfen, die abgeschluckten Haare unspektakulär auszuscheiden.

Im Gegensatz zu unserem Stubentiger führen Löwen wie auch andere Großkatzen keine solch hingebungsvolle Körperpflege durch.

Keineswegs unterziehen sich Katzen nur deshalb regelmäßig einer so intensiven Körperpflege weil sie so schmutzig sind, sondern weil es auch andere Nützlichkeiten mit sich bringt. Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, dass sich Ihre Samtpfote im Sommer häufiger einer sehr gründlichen Katzenwäsche unterzieht, denn im Winter? Wie Hunde so besitzen auch Katzen nur wenige Schweißdrüsen an den Ballen und am Kinn. Das Putzen hat neben der Säuberung auch die Aufgabe einer Art Klimaanlage. Indem die Katze ihren Speichel über das Fell verteilt entsteht Verdunstungskälte, die an heißen Tagen Abkühlung verschafft. Wir können an sehr heißen Tagen durchaus mithelfen, indem wir mit einem leicht angefeuchteten Tuch oder auch nur feuchten Händen unserem Stubentiger übers Fell fahren – in Strichrichtung bitte. Das kühlt. Das Putzen macht zudem durstig. Daher ist das Aufstellen mehrerer Wasserstellen anzuraten. Katzen nehmen bevorzugt Futter und Wasser an unterschiedlichen Orten auf. Daher ist das Wasser nicht direkt neben der Futterschüssel wie beim Hund anzubieten. Eine sinnvolle Variante sind zudem Katzenbrunnen und werden meist sehr gut von den Katzen angenommen.

Langhaarkatzen muss man bei der Fellpflege unter die Arme greifen und sie regelmäßig bürsten. Sonst entstehen Verknotungen, die nur mehr heraus geschnitten werden können. Sehr wichtig ist, die Katze bereits von ganz klein an daran zu gewöhnen! Dann liebt sie es sanft gebürstet zu werden. Sie werden sehen. Einfach ganz langsam, in kleinen Schritten beginnen und viel loben über Spiel, Futter und natürlich verbalen Zuspruch. Gerade Katzen bevorzugen ruhiges und eher leises Reden in einem freundlichen Tonfall. Es scheint gar so, als würde unser Stubentiger leises, zartes Flüstern als zärtlichen Akt wahrnehmen. Mit keinem Tier braucht man laut zu werden, sie alle haben ein sehr feines Gehör.

VORSICHT: intensive Körperpflege bei Ihrem Kater, ihrer Katze kann auch ein Stresssignal sein. Putzen kann auch dem Spannungsabbau dienen. Zupft sich ihre Katze mehr als häufig regelrecht das Fell aus, ist bitte fachkundiger Rat einzuholen. Ebenso wenn die kahlen Stellen Überhand nehmen. Dann ist die tierärztliche Abklärung bezüglich etwaiger Parasiten, Milben, Allergien... auf jeden Fall an erster Stelle angezeigt. Hilfe ist möglich!

Detail am Rande für Allergiker: Menschen reagieren nicht auf das Fell an sich allergisch, sondern auf den Speichel. Konkret auf die enthaltenen Eiweißstoffe. Zur Beruhigung, die Zusammensetzung ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Daher muss Mensch nicht automatisch auf jede Katze allergisch reagieren. Auch nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass Katzen mit Freilauf durchaus auch Pollen in ihrem Fell mit ins Haus bringen.

Anmerkung: Passivrauchen kann für Ihre Katze schwere gesundheitliche Folgen insbesondere für Lunge und Bronchien nach sich ziehen. Auch krankhafte Veränderungen der Lymphknoten sind keine Seltenheit. Das ist kein Scherz. Da Katzen fast doppelt so schnell atmen wie wir Menschen, inhalieren sie mehr von dem giftigen Dunst als wir. Der Nikotingehalt kann bis zu 30mal höher sein als beim rauchenden Menschen selbst. Bitte sich dies zu Herzen nehmen.



   
© Elke Söllner