Aggressives Verhalten Katze - ein Abriss

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Kategorie: Blog
Veröffentlicht am Samstag, 11. Mai 2013 11:50
Geschrieben von Elke Söllner admin
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cat on the treeFast jeder Katzenhalter hat schon die Krallen oder sogar die Zähne seiner geliebten Samtpfote zu spüren bekommen. Zumindest in ihren jugendlichen Sturm- und Drangphasen. Katzen sind und bleiben Raubtiere mit messerscharfen Krallen und um nichts weniger gefährlich werden könnenden Zähnen. Von Katzen zugefügte Verletzungen müssen unbedingt ärztlich versorgt werden, da es rasch zu bösen Infektionen kommen kann.

Der Situation angemessen aggressives Verhalten ist normal und zählt daher zum physiologischen Verhaltensrepertoire der Katze. Wenn wir Menschen, insbesondere bei reiner Wohnungshaltung der Katze, nicht auf die spezifischen Bedürfnisses unseres Wohnungstigers Rücksicht nehmen, kann es leicht zu Verhaltensauffälligkeiten oder Verhaltensstörungen kommen. Hier ist die Wohnraumgestaltung ebenso gefragt wie Beschäftigungsmöglichkeiten (der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt), ganz im Sinne der Ökoethologie der Katze.

Die Ursachen für unangemessen aggressives Verhalten sind vielfältig und bedürfen immer der genauen Prüfung durch die Fachfrau oder den Fachmann! 

Grundsätzlich können wir zwischen defensiv und offensiv aggressivem Verhalten unterscheiden. Daneben lässt sich aber auch häufig eine ambivalente Haltung der Katze beobachten (Körperhaltung und Ausdrucksverhalten beobachten, beschreiben, Vorsicht vor Interpretationen).

Beispiele für defensiv wären eine geduckte Körperhaltung, ein eingezogener Schwanz wie ebenso eingezogener Hals, die Pupillen sind weit (Lichteinfall berücksichtigen), die Ohren seitlich am Kopf, es kann eine Pfote zur Abwehr erhoben sein oder die Katze kann sich bereits in Seitenlage mir ihren vier abwehrenden Pfoten befinden.

Beispiele für offensiv wäre eine aufrechte Körperhaltung, die Katze ist hinten höher als vorne und der Rücken ist mehr oder weniger gerade, die Ohren sind bei offensiver Haltung schräg nach hinten angelegt und die Pupillen sind eng oder weit. Interessant ist auch hier die Schwanzhaltung! Der Schwanz ist gebogen und mit der Spitze weist er Richtung Boden. Man kann sich dies wie ein verkehrtes U vorstellen. Die Hinterbeine sind durchgestreckt und typisch ist zudem der steife Gang.

Beispiel für eine ambivalente Haltung ist der für die Katze so typische Katzenbuckel mit gesträubtem Fell. Auch hier wird der Schwanz wie ein verkehrtes U gehalten. Sie zeigt sich in Breitseite, in Imponierhaltung. Aus dieser Imponierhaltung heraus kann dann die Katze, je nach Situation, in einen Angriff oder in Flucht übergehen.

Wichtig ist hier wie bei jedem Verhalten, den Kontext zu beschreiben wie etwa WO, WANN, mit WEM oder bei welchen Aktivitäten oder Interaktionen tritt das aggressive Verhalten auf?

Zu aggressivem Verhalten zählen bei der Katze auch die sogenannten „Sitzblockaden“ oder das „Anstarren“. Wie gesagt, Katzen kommunzieren sehr subtil und vieles bleibt dem menschlichen Augen verborgen. Insbesondere, wenn dieser den ganzen Tag abwesend ist.


Zudem kann zwischen Spielaggression und Jagdaggression unterschieden werden:

Inwieweit es sich um eine wirkliche Verhaltensstörung handelt, kann ich nur durch ein persönliches Gespräch erfassen. Zum Glück gibt es einen reichen Pool an Werkzeugen aus den Bereichen der Spieltherapie und der ökoethologischen Therapie.