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Wohltuendes Schnurren unserer Katze

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katzenmutterglckWer liebt und genießt es nicht, das wohlige Schnurren seines Stubentigers. Es tut Körper, Geist und Seele gut und vermittelt uns den Eindruck, dass es unsere Katze gut geht. Allerdings ist dem nicht immer so. Schnurren ist nicht uneingeschränkt mit „Wohlbefinden“ gleich zu setzen. Heute wissen wir, dass auch todkranke Katzen schnurren, wenn sie gestreichelt werden. Sie liegen richtig, dass sie damit auch ihre Zuneigung ihrem Menschen gegenüber ausdrücken. ABER, die durch das Schnurren verursachten Vibrationen können zudem wichtige Selbstheilungsprozesse frei setzen. So hat Schnurren tatsächliche eine heilende Wirkung, insbesondere die Heilung von Knochenbrüchen wird durch das Schnurren gefördert. Auf diesem Gebiet wurde bereits reichlich geforscht. So liegt die sogenannte medizinisch wertvolle Schnurr-Frequenz zwischen 27 und 44 Hertz. Dies fanden nordamerikanische Wissenschaftler des „Fauna Communications Research Institute“ in North Carolina heraus. Aber auch in Berlin wurde mit den heilenden Vibrationen experimentiert. Die durch das Schnurren bewirkten Vibrationen lösen Muskelverspannungen und stärken die Knochen. Vermutlich sind deshalb Knochenbrüche bei Katzen selten und heilen schneller. Beim Schnurren entspannt der gesamte Körper, Ängste werden abgemildert und auch Schmerzen gelindert. Dies nicht nur bei der Katze selbst, sondern auch in ihrer unmittelbaren Umgebung. So können rhythmisch schnurrende Katzen Schlafstörungen beim Menschen lindern, Stresssymtome verringern und den Blutdruck senken.

In erster Linie zählt das Schnurren zum Ausdrucksverhalten der Katze und dient der Kommunikation. Man nennt es auch Stimmfühlungslaut. Schnurren ist angeboren und bereits das Katzenbaby vermittelt über sein Schnurren der Mutter sein Wohlbefinden. Katzenwelpen schnurren bereits leise gleich nach der Geburt. Sie können gleichzeitig saugen, schlucken und schnurren. Aber auch die Mutterkatze schnurrt während ihre Jungen trinken und beruhigt auf diese Weise ihre Welpen und sich selbst. Natürlich zeigt auch die erwachsene Katze mit ihrem Schnurren offen ihr Wohlgefühl, dass sie sich glücklich und zufrieden fühlt. Man kann auch sagen, Schnurren ist eine Art Friedensbotschaft an ihre Artgenossen. Manchmal läßt sich das Schnurren gegenüber einem überlegenen Spielpartner beobachten. Die junge unterlegene Katze will damit ihre friedliche Spielabsicht betonen und sich auch selbst beruhigen.

Katzenhalter wissen, dass Ihre Stubentiger im Erwachsenenalter ihre Schmerzen nicht offen zur Schau tragen. In der Natur macht das großen Sinn, denn ein verletztes Tier muss sich ruhig verhalten um nicht von Feinden entdeckt zu werden. Katzen ziehen sich zurück, wenn sie schwer verletzt, sehr krank sind oder wenn sie spüren, dass sie sterben werden. Zumindest würden sie dies am liebsten tun. Wir haben daher bei unseren sehr alten und sehr kranken Katzen immer darauf geachtet, dass sie im Hause bleiben und wir sie einigermaßen im Auge behalten. Am deutlichsten erkennen wir, dass unsere Katze krank ist, es ihr schlecht geht, durch ihren glasigen Blick und auch ein Nickhautvorfall ist dann keine Seltenheit (die Nickhaut ist das dritte Augenlid). Außerdem ist sie in ihrer Gesamterscheinung ein Häufchen Elend, im Temperament reduziert und das Fell ist zumeist struppig.

Nur Kleinkatzen wie die Wildkatze, Falbkatze und unsere Hauskatze schnurren beim Ein- und Ausatmen, beim Fressen und beim Trinken. Großkatzen wie der Löwe stoßen zwar manchmal eine Art Schnurrlaut aus, doch müssen sie zwischendurch Atem holen und unterbrechen. Ebenso ergeht es uns Menschen. Wildlebende Katzenarten schnurren im Gegensatz zu unseren Hauskatzen fast ausschließlich wenn sie Nachwuchs haben. Man spricht bei unseren Hauskatzen von einer „Verjugendlichung“ als Folge der Domestikation. Dass unser Hauskatzen das Schnurren viel umfangreicher, öfter und nicht zu letzt uns Menschen gegenüber zeigen, ist ein Beispiel für diese „Verjugendlichung“.

Mit dem Schnurren verfügen Katzen über einen biologischen Vorteil gegenüber anderen Tieren. Das Schnurren an sich entsteht im Kehlkopf der Katze, allerdings ist das WIE nach wie vor nicht gänzlich geklärt und gibt der Wissenschaft immer noch Rätsel auf. Beim Ein- und beim Ausatmen streicht die Luft sacht über die Stimmbänder und wird durch die Kehlkopfmuskulatur rund 30 Mal pro Sekunde unterbrochen. Ein wahres Wunderwesen unsere Katzen.

Unsere Stubentiger nicht vollständig domestiziert. Ein großer Teil der Katze bleibt immer wild. Daher ist für sie aggressives Verhalten ebenso normal wie das von uns so geliebte Schnurren. Da sie alleine auf die Jagd geht, gleichzeitig Raubtier und Beutetier ist, verfügt unsere Katze über einen ausgesprochen starken Selbsterhaltungstrieb. Sie ist gänzlich auf sich alleine gestellt, hat weder Rudel, noch Gruppe noch Herde hinter sich. Aggressives Verhalten dient also ihrem Überleben. Die Katze sagt uns, warnt uns aber ohnedies, ehe sie sich aggressiv verhält. Wir müssen ihr nur zuhören, hinfühlen und hinschauen. Zumindest den aus Unmut auf den Teppich klopfenden Schwanz kennen wir. Spätestens dann, sollten wir unser geliebte Katze in Ruhe lassen. Sonst: „wer nicht hören (oder sehen) will muss fühlen“.



   
© Elke Söllner