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Katzengesellschaft - Einblicke

Details

 katerMittlerweile haben sich Frau und Herr Katze zum beliebtesten Haustier Österreichs entwickelt. Lange Zeit hielt man Katzen für unsoziale Einzelgänger. Unsere Samtpfoten belehrten uns etwas Besseren und daher nehmen auch jene Katzenhaushalte mit mehr als einem Stubentiger zu. Wenn bei der Gruppenzusammensetzung das Alter, Geschlecht sowie das natürliche Wesen und Verhalten der Katze unberücksichtigt bleiben, sind Probleme vorprogrammiert.

Katzen sind als Säugetiere grundsätzlich sozial veranlagt, allerdings nicht immer gesellig. Unter frei lebenden Hauskatzen kann man zwei grundlegende soziale Ordnungen beobachten:

  1. Matriarchalisch aufgebaute Familiengruppen

  2. Bruderschaften

ad 1) Matriarchate:  Die Töchter von sozialen Müttern bleiben häufig in einer Gruppe zusammen und gemeinschaftlich werden die Jungen aufgezogen. Es sind natürlich soziale Verbände aus Müttern, Großmüttern, Tanten, Schwestern und Töchtern. Gemeinsam schützen und verteidigen sie den Nachwuchs und das Revier.

ad2) Bruderschaften: Mit der Pubertät der Kater oder besser gesagt, wenn sich die Katzenfamilie von alleine zwischen 6 und 8 Monaten auflöst, werden die jungen Kater aus der Gruppe ausgeschlossen, vertrieben oder wandern von selbst ab. Im Sinne der Verhinderung von Inzucht ist dies biologisch äußerst sinnvoll.  

Zitat zum Thema Bruderschaft von Prof. Dr. Paul Leyhausen (1916-1998):

Nach anfänglichen Kämpfen stellt sich so zwischen denjenigen, die sie bestehen und nicht völlig besiegt und unterworfen werden, eine formale Rangordnung ein, und zusammen beherrschen sie ihrer aller Gebiet als eine Art Bruderschaft. Sie treffen sich in freundlicher Gesellschaft“.

Bei besagter „Bruderschaft“ handelt es sich um nichts Magisches. Vielmehr schließen sich Kater einer Umgebung zu einer Art „Katerbündnis“ zusammen. Im Kreise einer „Bruderschaft“ scheinen die Kater einander in etwa ebenbürtig zu sein. Das ist natürlich einer friedlicheren Koexistenz förderlich und wirkt sich ebenso bei etwaigen Rivalenauseinandersetzungen durchaus positiv aus. Gemeinsam fungieren die unkastrierten Kater quasi als Machthaber eines Gebietes. Im Vorfeld muss sich Herr Kater allerdings erst einmal bewähren, um überhaupt in dieses Bündnis aufgenommen zu werden. Man kann dies mit einer Art Aufnahmeritus vergleichen, das über einen längeren Zeitraum verläuft. Im Zuge dessen bildet sich innerhalb der Katerbündnisse keinesfalls eine starre Hierarchie, viel mehr stellt sich eine formale Randordnung ein.

Sozial reife Kater leben meist allein und durchstreifen die Territorien von mehreren Kätzinnen und Familiengruppen. In regelmäßigen Abständen treffen einander die Kater der Bruderschaft zu friedlichen Stelldicheins.

Die Bindung und der Zusammenhalt in einer sozialen Gruppe werden durch einen gemeinsamen GRUPPENGERUCH (Sippen-, Gemeinschaftsgeruch) erhalten. Auch nur vorübergehend abwesende Katzen können etwa durch einen Tierarztbesuch diesen Gruppengeruch verlieren, werden dann nicht als zugehörig erkannt und unter Umständen wie „Fremde“ aggressiv behandelt oder angegriffen.


WELCHE Katzen ab WANN?

  1. Gleich und gleich gesellt sich gerne, sagt man Katzen zumindest nach. Daher sollten die Tiere etwa gleich alt und bevorzugt gleichgeschlechtlich sein. Ausnahmen bestätigen die Regel. Auch Katzen mit ähnlichen Fellfärbungen harmonieren angeblich besser. Kätzinnen bevorzugen Objektspiele, wohingegen Kater Kampfspiele vorziehen. Mit dem Einsetzen der Pubertät des Katers sind Kätzinnen mit dem rauen Spiel der Kater oft überfordert oder können zumindest ordentlich genervt sein.

  2. Am besten übernimmt man seine Kätzchen ab der Pubertät, also ab dem 5./6. bis 8. Monat. Das Mindestalter sollte meiner Ansicht nach 16 Wochen nicht unterschreiten. Ab der Pubertät sind die Tiere viel besser sozialisiert und auf allen Ebenen "ausgereift". Diese Miezen haben die besten Karten, sich zu einer rundum gesunden sowie souveränen Katzenpersönlichkeit zu entwickeln. Voraussetzung ist natürlich, dass sie in dieser ersten Lebensspanne angemessenen Reizen ausgesetzt sind. Wenn Katzen unter 8 Wochen von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden, nimmt man ihnen die Chance ausreichend soziale Kompetenzen sowie eine angemessene emotionale und motorische Selbstkontrolle zu erwerben. Um Defizite so gering wie möglich zu halten und um ihre Katze glücklich zu machen, sollten auch Kätzchen mit 8 - 12 Wochen zu zweit ein neues Zuhause geschenkt werden. Es macht zudem große Freude, zwei jungen Wichten bei ihrem ausgelassenen Spiel zusehen zu können. Bei Wohnungshaltung und wenn man berufstätig ist, kann man zwei Wichte mit einem weit besseren Gewissen den ganzen Tag alleine lassen. Denn auch Katzen können vereinsamen und vorallem wird insbesondere einem Jungspund rasch langweilig. Da Langeweile unweigerlich zu Frustration führt und diese wieder zu Stress, handelt es sich hierbei für den Beutegreifer Katze um ein wichtiges Thema.


Soziale Struktur

Wir dürfen bedenken, dass die einzige Zeit, in der Katzen über eine längere Zeitspanne freiwillig zusammenleben, während der Jungenaufzucht ist. Stubentiger sind um sich glücklich zu fühlen, nicht zwingend auf eine weitere Mieze angewiesen. Selbstredend sind die äußeren Umstände immer zu berücksichtigen. Hat die Katze Möglichkeit zu Freigang oder verbringt sie den ganzen Tag alleine in einer Wohnung? Je länger eine Samtpfote alleine gelebt hat, desto weniger ist sie bereit eine neue Freundschaft zu einem Artgenossen einzugehen.

Oft werden Menschen dazu verleitet die soziale Ordnung von Hunderudeln auf Katzen übertragen zu wollen. Unsere Samtpfoten sind anders und leben anders. Die sozialen Systeme von Katzen sind NICHT hierarchisch starr organisiert. Vielmehr sind die sozialen Systeme sehr sensibel und störungsanfällig. Dies auch, wenn Samtpfoten unter natürlichen Bedingungen in matriarchalisch aufgebauten Familiengruppen leben. Zwischen den Katzen solcher Gruppen existiert keine starr hierarchisch aufgebaute Rangordnung. Bei unserern Miezen wird die Rangordnung vielmehr von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst und basiert viel eher auf „konfliktvermeidenden Strategien“ um offen ausgetragene Auseinandersetzungen zu verhindern. Kämpfe kosten viel Energie und Verletzungen können auch für unsere Stubentiger gefährlich werden. Dementsprechend können Rivalenkämpfe, wie wir sie ab dem Beginn der Geschlechtsreife bei unkastrierten Katern beobachten, zwar recht heftig werden, verlaufen allerdings insgesamt nach angeborenen Verhaltensmustern, also ritualisiert ab. Unter Rivalen entwickelt sich eine absolute Rangordnung aus. In der Natur hat immer alles einen Sinn. Die Weitergabe der eigenen Gene ist ebenso eine starke Triebfeder, wie die Erhaltung der Art. Aus gutem Grund werden daher zu gefährliche Kampftechniken in der Natur nicht begünstigt.

Nicht umsonst entwickeln Samtpfoten ein ausgeklügeltes System für ein optimal funktionierendes Zeit-Raum-Management. In diesem Sinne überlappen sich die Streifgebiete unserer Katzen und Kater. Mit anderen Worten nutzen sie die selben Wegenetze, Jagdgebiete, Aussichtsorte und dergleichen zeitversetzt, also zu unterschiedlichen Zeiten. Die geruchliche Informationsweitergabe spielt hierbei eine sehr wesentlich Rolle, wie das Thema Harnmarkierungen anschaulich demonstriert. Die Wege werden regelmäßig abmarschiert und damit man einander nicht direkt begegnet, werden eben Marken gesetzt wie durch Harn- und Kratzmarkierungen. Harnmarkierungen gelten als die Visitenkarten unserer Stubentiger. Grundsätzlich zählen wir das Markieren mit Harn zu dem Kommunikationsverhalten. Eine frische Harnmarkierung sagt „HALT – ich bin im Revier“. Eine alte Harnmarkierung sagt „DU KANNST PASSIEREN“. Harnmarkierungen haben noch weitere Bedeutungen wie etwa als Demonstration von Stärke, Status und Selbstbewusstsein und natürlich haben sie eine wesentliche hormonelle Aussagekraft in der Paarungszeit. Insgesamt werden ernste Kämpfe im Sinne von Rivalenkämpfen eher von jüngeren Katern initiiert, wie etwa auch in der Zeit der Aufnahme in die Bruderschaft, um sich besser zu positionieren. Ihre älteren Artgenossen geben sich überwiegend mit Imponiergehabe und sehr ritualisiertem Verhalten zufrieden. Natürlich wird auch hier alles mit den bekannten Katerkampfgesängen untermalt. Übrigens müssen kastrierte Kater grundsätzlich nicht weniger kampffreudig sein, denn ihre kastrierten Artgenossen. Durch die Kastration verschiebt sich schlicht die Kampffreude von den Rivalen- hin zu den Revierkämpfen. 

Zudem ist das Harnmarkieren bei Wohnungskatzen häufig ein Zeichen von Stress, Verunsicherung oder Besorgnis. Der eigene Duft vermittelt Sicherheit und schenkt Mut. In diesem Zusammenhang sind Harnmarkierungen häufig der diplomatische Ausdruck einer aggressiven, aber indirekten Auseinandersetzung. Unsere Samtpfoten sind hier entweder mehr von Aggression oder mehr von Angst angetrieben. Angstaggressives Verhalten ist die häufigste Aggressionsform bei Zusammenführungen von Samtpfoten. Es sei zu bedenken, dass aggressives Verhalten für Katzen so normal ist wie das Schnurren. Es ist absolut überlebensnotwendig für das Einzelwesen Katze. Zudem benötigen unsere Stubentiger ein strukturiertes Umfeld, um sich sicher und wohl zu fühlen. Zu markieren schafft Struktur. Man könnte auch sagen, unsere Samtpfote strukturiert ihr soziales Umfeld zeitlich wie räumlich.

Die Größe der Katzengruppe wird unter natürlichen Bedingungen von unter wildlebenden Katzen in erster Linie von der Verfügbarkeit der Ressourcen bestimmt. Immer vorausgesetzt, die lieben Miezen schließen sich überhaupt zu einer Gruppe zusammen. Die wichtigste Ressource, um das eigene Überleben zu sichern, ist Nahrung. Daher schlucken Frau und Herr Katze für die tägliche Nahrungsaufnahme auch mal ihren Argwohn Artgenossen gegenüber herunter. Anders sieht es bei der Wasseraufnahme aus. Als ursprüngliche Wüstentiere neigen Katzen dazu rasch dazu, auf das Trinken zu verzichten. In stressreichen Katzenhaushalten unterlassen Frau und Herr Katze sehr schnell die Wasseraufnahme und dies kann gesundheitsschädliche Konsequenzen haben. Weitere Ressourcen wären etwa Ruhe-, Schlafplätze, Katzentoiletten, Aussichtsplätze und nicht zu vergessen der Mensch. Insbesondere bei eher unausgewogenen Katzengesellschaften ist unbedingt auf ausreichend Rückzugs- und Ruheorte für jede Mieze zu achten.

Grundsätzlich ist der Kontakt zu fremden Artgenossen auf ein Minimum reduziert. Als fremd gilt bereits jener, der nicht den Gruppengeruch (Sippengeruch, Gemeinschaftsgeruch) trägt. Kommt es etwa im Streifgebiet zu einer unerwarteten ersten  Begegnungen mit einer "fremden" Katze, so ist meist ein kurzes Gefecht zu beobachten. Auch hier werden keine für immer gültigen sozialen Hierarchien aufgestellt. An diesem Ort und zu dieser Zeit hat in Zukunft der Sieger den Vorrang. Insgesamt wird bei Begegnungen versucht, die Distanz und den Kontakt zu Artgenossen zu vergrößern. Außer der Fremdling nähert sich ungefragt gefährlich dem Heim erster Ordnung (Kernbereich, Primärheim) an. Katzen kommunizieren weit subtiler als Hunde oder gar wir Menschen. So werden die Mittel der Körpersprache (in Bezug zum Umfeld, die Umgebung wird in die Kommunikation miteinbezogen), stimmliche Äußerungen wie fauchen, knurren, miauen...zur Distanzvergrößerung eingesetzt. ABER, wird die kritische Distanz (75 bis 120 cm = persönliche Distanz) unterschritten, kann es durchaus zu aggressiven Auseinandersetzungen und Ausschreitungen kommen. Innerhalb einer Gruppe dienen die aggressiven Signale hingegen weit mehr dazu, Konflikte zu vermeiden und daher kommt es innerhalb der Gruppe selten zu offen ausgetragenen aggressiven Auseinandersetzungen.

 Der Selbsterhalt der Katze ist signifikant. Daraus entspringt auch ein ausgeprägtes Territorialverhalten und im Zuge dessen achtet das Einzelwesen Katzen sehr auf ihre Ressourcen. Sie sind bemüht diese zu sichern und zu kontrollieren. Man könnte sagen, dass das Überleben unserer Katzen weitestgehend dem eines Einzelwesens entspricht. Die Katze ist in der Natur auf sich gestellt, geht alleine auf die Jagd und kann durchaus alleine leben wie überleben. Hierfür ist verständlicherweise ein starker Selbsterhalt unerlässlich. Katzen jagen überwiegend kleine Beute, etwa Nagetiere wie Mäuse, und hierfür braucht sie keinen Jagdgefährten. Eine Maus zu teilen wäre zudem wenig sinnvoll. Dementsprechend klein sind die Katzenmägen und daher nehmen Katzen mehrere kleine Mahlzeiten am Tag zu sich. Nicht zu vergessen, dass unsere Samtpfote Raubtier und Beutetier zugleich ist. Ihr starker Selbsterhalt ist auch deshalb nicht verwunderlich. 


Jede Katze kann allein leben und überleben

Dies bedeutet keinesfalls, dass Katzen die Gesellschaft von Menschen oder von Artgenossen generell meiden. Gerade Wohnungskatzen bauen zu ihren Menschen eine sehr innige Bindung auf. Nicht nur das. Ihre tiefe Freundschaft zu uns Menschen ist inniger denn zu ihren Artgenossen. Sind Katzen miteinander aufgewachsen, so kann auch sie eine durchaus enge Freundschaft verbinden. Immerhin bildet sich die erste Ranordnung bereits bei der "Vergabe" der Zitzen aus, also noch bevor die kleinen Miezen ihre Augen öffnen.

Insgesamt entscheiden Katzen immer selbst, ob und welchen Kontakt sie in welcher Form und Intensität wünschen. Es besteht ein unterschiedliches Bedürfnis nach sozialen Kontakten. Die Gründe sind mannigfaltig. Katzen mit niedrigen sozialen Bedürfnissen finden sich somit eher am Rande von Katzengemeinschaften. Wohingegen Tiere mit höheren sozialen Bedürfnissen eher innerhalb der Gruppen zu finden sind. Diese eignen sich selbstredend besser für die Gründung einer kleinen Katzengruppe. 

Es ist wirklich wichtig zu verstehen, dass die Beziehung unter Katzen und von Katzen zu uns anders verlaufen, als jene sozialen Beziehungen von Hunden. Entsprechend des unterschiedlichen Soziallebens ist in Folge auch die soziale Kommunikation verschieden.

Oft sind es schlicht unsere „falschen“ menschlichen Erwartungen und Vorstellungen, die wir unseren Stubentigern unreflektiert überstülpen und die folglich zu Schwierigkeiten führen können. Manche Menschen projizieren ihr persönliches Bedürfnis nach sozialer Gesellschaft auf ihre Katzen und bilden unüberlegt Mehrkatzenhaushalte. Zu oft wird die „soziale Kompatibilität“ einzelner Katzen missachtet. Mit anderen Worten wird die Fähigkeit der einzelnen Katze gut mit anderen Katzen auszukommen missachtet. Extrem stressreiche Lebensumstände sind die Folge.

Daher ist eine essentielle Frage VOR der Zusammenstellung einer Katzengruppe, jene nach der sozialen Kompatibilität. Also die Frage, ob diese Katzen überhaupt zueinander passen und miteinander stressfrei auskommen können. Aus wissenschaftlicher Sicht (Ausnahmen bestätigen die Regel) fährt man am besten mit Geschwisterpaaren. Diese Gruppen sind die gesündesten. Aber auch hier sind grundlegende Bedürfnisse zu berücksichtigen:

  • Freier und unmittelbarer Zugang zu wichtigen Ressourcen wie Futter, Wasser, Ruheplätze, Schlafplätze, Aussichtsplätze, Toiletten (n+1) sowie unbedingt Beschäftigung (Jagdspiele, "Katzen sind keine Hetzjäger"). Nur der Mensch als wichtige Ressource ist zumeist nicht im Übermaß vorhanden.

  • Wichtig ist zudem jedem Stubentiger die Möglichkeit eines ganz „privaten“ Rückzugsbereiches mit Sichtschutz, auch um sich unsichtbar machen zu können, zu gewähren.

  • Die dringende Möglichkeit potentiellem Stress zu entfliehen.

Zumindest diese wenigen Grundbedürfnisse sollten berücksichtigt werden. Nochmals möchte ich betonen, Stubentigern bei reiner Wohnungshaltung ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten zu bieten. Insbesondere das Durchspielen ganzer Sequenzen eines Jagdablaufes ist für das Wohlergehen des Raubtieres Katze essentiell. Die Nutzung der dritten Dimension möchte ich zudem hervorheben, da diese nicht zuletzt ein Teil des Reviers unserer Miezen darstellt. Außerdem überblicken unsere Miezen mit großer Freude ihr Revier, fühlen sich in erhöhter Position sicherer und wer erhöht sitzt ist sozial überlegen.

Anmerkung: Viel zu oft leiden Katzen im Mehrkatzenhaushalt unter chronischem Stress, der irgendwann gesundheitliche Folgen hat. Katzen neigen zur Psychosomatik wie etwa Blasenentzündungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Epilepsie... Zudem kann Stress zu offen aggressivem Verhalten auf der einen Seite und zu Depression auf der anderen Seite führen. Zuvor haben sich die Miezen allerdings schon viel gesagt, das unserem menschlichen Auge meist entgangen ist. Wir sehen meist erst die Spitze des Eisberges, wenn alles bereits aus dem Ruder läuft. Unsere Stubentiger kommunizieren äußerst subtil und außerdem sind wir großteils viele Stunden des Tages nicht anwesend. Nicht umsonst merken wir etwa erst durch "plötzliche" Unsauberkeit oder unerwünschtes Markierverhalten, dass unsere Mieze ein Problem hat. Häufig ist allerdings auch nur das offensichtliche Meiden der anderen Katze ein klares Zeichen einer sozialen Inkompatibilität. Der Mangel an sozialer Harmonie bleibt selten unbemerkt. Irgendwann folgen etwa ein verändertes Fressverhalten, Unsauberkeit, eine  psychosomatisch bedingte Blasentzündungen, eine psychogene Alopezie und oder anderes mehr. Diese Samtpfoten werden dann zu einer Art Symptomträger für eine disharmonische sowie in Dauerstress lebende Katzengruppe. Irgendwo finden Besorgnis, Stress und oder Angst ihr Ventil. Daher besser bereits im Vorfeld gut beobachten und Ungereimtheiten keinen Nährboden liefern sowie ausräumen.

 

 

   
© Elke Söllner