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Katzengerechte Umfeldgestaltung - Anregungen

Details

 cat playUnsere Samtpfoten haben Bedürfnisse wie wir Menschen. Insbesondere bei reiner Wohnungshaltung suchen wir nach den bestmöglichen Kompromissen zwischen unseren Bedürfnissen und jenen unserer Stubentiger. Fühlt sich unsere Mieze wohl, sind auch wir Menschen glücklich. Anbei einige wichtige Aspekte für ein zufriedenes Katzenleben.

  • Mehr als ausreichend Ressourcen anbieten und diese „streuen“, insbesondere im Mehrkatzenhaushalt. Für angemessene Abwechslung sorgen, damit unserem Stubentiger nicht langweilig wird

  • Wasser und Futter am rechten Fleck und nicht nebeneinander positionieren. Die „Beute“ könnte aus Katzensicht das Wasser kontaminieren.

    Da Stubentiger grundsätzlich wenig trinken, kann man sie durch unterschiedliche und vermehrte Angebote zum Trinken animieren. Die Präferenzen sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche mögen bepflanzte Wasserbecken und andere bevorzugen wieder Fließendwasser. Die Samtpfote selbst zeigt, was ihr gefällt.

  • Erhöhte Aussichtsplattformen anbieten, um das Revier ungestört überblicken zu können und um sich sicherer zu fühlen. Wer erhöht sitzt, ist sozial überlegen.

    Die dritte Dimension ist Teil des Reviers unserer Samtpfoten

  • Ungestörte Ruheplätze, Rückzugsmöglichkeiten und Verstecke um sich „unsichtbar“ machen zu können. Allseits beliebt ist ein Fach im Wäscheschrank.

  • Eventuell gesicherte (!) Fensterbretter und Balkone, insbesondere Plätzchen in der wärmenden Sonne finden großen Anklang.

  • Kratzbaum, Kratzmöbel um das Revier zu markieren, aufgestaute Energien, Besorgnis, Angst, Stress, innere Anspannungen abzubauen. Natürlich ebenso um ein wenig zu imponieren, lästige Krallenhüllen abzustoßen und um sich ausgiebig dehnen und strecken zu können (insbesondere Schulter-, Wirbelsäulen- und Zehenmuskulatur. Ausgiebig schreddern zu können erhöht das Wohlgefühl unserer Stubentiger.

  • Dem natürlichen Bedürfnis nach Jagd in Form von Jagdsequenzen des interaktiven Spiels nachkommen. Auf ein Erfolgserlebnis in Form einer „Beute“ sollte nicht vergessen werden.

  • Eine insgesamt katzengerechte und in diesem Sinne anregende, spannende Umfeldgestaltung. Etwa mit Katzentunneln, alternierenden Spielangeboten für interaktive sowie solitäre Spiele, alternativen Futterplätzen, Snackspielzeugen, einem Aquarium, eventuell beruhigender Musik und vielleicht ein Vogelhäuschen vor einem gesicherten Fensterbrett. Balkone und Fenster (inklusive Kippfenster) sind immer gesichert.

  • Rücksichtnahme auf die oft sehr individuellen Bedürfnisse nach Sozialkontakten sowie auf das jeweilige Verlangen nach Nähe und Distanz.

  • Im Mehrkatzenhaushalt Pufferzonen schaffen wie durch Katzentunnel, Schachteln mit seitlichem Eingang und dergleichen, damit direkten Konfrontationen leichter aus dem Wege gegangen werden kann. Mehrbenutzerregelung fördern.

  • Dem Bedürfnis nach sicheren Katzentoiletten mit gutem Überblick über das Revier nachkommen (pro Katze zwei Katzenkisterl, bei zwei Katzen drei Katzenkisterl). Bitte offene Katzentoiletten wählen und mit ausgiebig Streu anbieten. In der geschlossenen Variante fängt sich der Geruch von Urin und Kot. Dies ist für die empfindliche Katzennase eine wahre Zumutung. Die Katze muss sich ungehindert in ihrem Kisterl umdrehen können. Viele im Handel erhältlichen Katzenklos sind zu klein. Die Katzentoilette auf dem Klo entspricht nur selten den Vorstellungen unserer Samtpfote. Wichtig ist zudem die Stabilität der Toilette, damit sie nicht plötzlich wegrutscht.

  • Sichere Pfade zu diversen Ressourcen um etwa Mobbing gegenzusteuern.

  • Gerüche aus der Natur wie Zweige, Steine, Kastanien, Rinden, Blumen mitbringen. Schachteln, Kisten, Papiersackerl (ohne Henkel) finden bei Frau und Herr Katze ebenfalls großen Anklang und sorgt für ein wenig Abwechslung.

  • Katzenminze-, Baldrian- oder Geißblattsessions ab und zu anbieten.

    Katzenminze (catnip) beinhaltet Nepetalacton, das gewisse Ähnlichkeiten mit LSD aufweist. Die meisten Katzen reagieren auf Katzenminze indem sie sich darin wälzen, die Blätter abzupfen und einen ganz besonderen Gesichtsausdruck aufsetzen. Allerdings gibt es auch jene Samtpfoten, die in dieser Phase leichter reizbar sind und sich rascher aggressiv verhalten. Daher ist darauf zu achten, dass kein Artgenosse attackiert wird.

  • Eventuell beruhigende Pheromone, wenn die Katzen diese nicht selbst verteilen

  • Bachblüten oder andere Blütenessenzen zur inneren Harmonisierung

  • ausgewogene naturnahe Nahrung im Sinne der Gesunderhaltung und für ein langes Katzenleben. Zudem erspart hochwertige Ernährung in Folge Tierarztkosten.

Wenn Ihre Katze keinen Freigang hat, bringen Sie ihr wie erwähnt Gerüche aus der weiten Welt mit nach Hause. Sie tun ihrem Stubentiger aus zwei Gründen etwas Gutes, wenn Sie sie regelmäßig mit verschiedenen Duftnoten beschenken. Erstens bringen Sie damit schlicht Abwechslung in ihr Leben. Zweitens fällt es unserer Mieze durch die Erfahrungen mit unterschiedlichen Reizen und Düften umzugehen in Folge generell leichter, auch mit anderen Veränderungen in ihrem Leben klar zu kommen. Frau und Herr Katze immer wieder neue Reize zu bieten, verhilft ihnen flexibler und stressresistenter durch ihr Katzenleben zu wandern. Natürlich sollte dies immer mit Bedacht umgesetzt werden um unsere Samtpfote nicht zu überfordern und neuerliche Besorgtheit zu schüren.


Eine wichtige Erinnerung zur Sicherung des Überlebens!

Balkone, Fenster inklusive Kippfenster sollten zum Schutz der lieben Stubentiger immer vergittert sein. Auch wenn unser ästhetisches Empfinden aufschreien sollte.

 

 

 

   
© Elke Söllner