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Gestresste Schnurrmonster

Details

 

BurliKatzen sind nicht nur rasch besorgte Geschöpfe, sondern zudem nicht besonders stresstauglich. Außerdem übernehmen sie bei einer innigen Bindung unsere Emotionen und Gemütslagen.

Als neugierige Gewohnheitstiere ist Organisation für Stubentiger oberstes Gebot. Sie haben eine starkes Bedürfnis nach Struktur, da diese ihnen Sicherheit vermittelt. Hierbei sind der Raum inklusive der dritten Dimension sowie Zeit und soziale Beziehungen wesentliche Größen.


Beispiele möglicher Stressoren

  • Zu hohe Katzendichte auf beschränktem Raum

  • Mangel an Ressourcen (unter Ressourcen ist alles Nötige für ein artgerechtes Leben zusammengefasst, damit das Nahrungsaufnahme-, Bewegungs-, Ruhe-, Sozialverhalten unbesorgt ausgelebt werden). Katzen geraten rasch bezüglich Ressourcenmangels in Besorgnis und sogar in Stress Kein Wunder, sind sie unter natürlichen Bedingungen gänzlich auf sich gestellt. Dementsprechend stark sind ihr Selbsterhaltungstrieb sowie das Bedürfnis die wichtigen Ressourcen zu sichern und zu waren ausgeprägt

  • Tostlose Umfeldbedingungen, Unterbeschäftigung und die damit verursachte Langeweile oder insgesamt restriktive Lebensbedingungen.

  • Des weiteren finden Schlafmangel, Schmerz und oder Krankheit ihren Platz als Verursacher von Stress.

  • Frustration jeder Art, Konflikte mit Artgenossen, zu wenig oder zu viele Reize sind zudem mögliche Stressoren im Leben unserer Samtpfoten.

  • Hunger kann bei unseren Samtpfoten einen starker Stressor darstellen. Da unsere Miezen unter natürlichen Bedingungen viele kleine Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen, sind ihre Mägen entsprechend klein und der Hunger rasch groß.

  • Des weiteren können Familienzuwachs, Umzüge, Trennung, Scheidung, neue Partner oder ein plötzlich umgestalteter Tagesablauf zu einer sehr stressvollen Lebenssituation von Frau und Herr Katze führen.

  • Veränderungen werden von unseren Samtpfoten generell nur in Maßen genossen, eben nur soweit es das individuelle Neugierbedürfnis stillt. Daher dürfen wie ihnen diese in möglichst kleinen Happen servieren.

  • Weiters können unsere Samtpfoten wie wir Menschen vereinsamen und depressiv werden.

 

Stresssymptome – ein Abriss

  • Frau und Herr Katze ziehen sich vermehrt zurück

  • unsere Samtpfoten wirken insgesamt angespannt

  • die lieben Miezen zeigen ein geringeres oder vermehrtes Fressverhalten (kauen beruhigt und zu essen gibt meist ein gutes Gefühl)

  • unser Stubentiger zeigt übermäßiges Putzverhalten

  • die liebe Samtpfote schenkt uns lautstark vermehrt Miau-Konzerte

  • unsere Mieze ist plötzlich übertrieben anhänglich

  • Frau und Herr Katze sind insgesamt unruhig

  • die Schwanzspitze mag keine Sekunde ruhig liegen

  • unser Stubentiger wandert vermehrt umher

  • plötzlich wird die liebe Mieze unsauber und oder markiert

  • generell zeigt unsere Samtpfote weniger Interesse an Aktivitäten

  • natürlich sind unsere Stubentiger auch vor psychosomatischen Beschwerden wie etwa Blasenentzündungen, Durchfall oder Erbrechen nicht gefeit


Maßnahmen und Hilfestellungen - Beispiele

  • Allen voran die Wahl der Katze. Eine nicht auf Menschen sozialisierte Katze gehört nicht in die Stadtwohnung. Ein ungeselliges Tier nicht in eine größere Katzengruppe.

  • Eine katzengerechte und besonders bei reiner Wohnungshaltung, eine anregende sowie spannende Umfeldgestaltung

  • Jede Katze benötigt ihren sicheren Ruhe- und Rückzugsort. Miezen machen sich gerne unsichtbar, sehen aber nicht gesehen werden ist ihre Devise.

  • Kratzmöglichkeiten an den richtigen Orten zum Spannungs-, Stressabbau wie ebenso um das Revier zu markieren und zu imponieren sowie um sich ausgiebig dehnen und strecken zu können nicht fehlen. Kratzen hat Multifunktionscharakter. Mit Kratzmarkierungen setzen Katzen optische (mit den Krallen), geruchliche (mit den Duftdrüsen an den Pfoten) sowie akustische Akzente.

  • Erhöhte Aussichtsflächen – die dritte Dimension des Raumes – zählt zu dem Revier der Katze und muss daher bei Wohnungshaltung immer zur freien Verfügung stehen. Katzen lieben es ihr Revier von erhöhten Plätzen aus zu überblicken. Das schenkt ihnen ein Gefühl der Sicherheit. Immerhin sind sie unter natürlichen Bedingungen gleichermaßen Beutetier und Raubtier. Außerdem gilt, wer erhöht sitzt ist hier und jetzt in der sozial überlegenen Position. An einem anderen Ort zu einer anderen Zeit kann hingegen der Artgenosse den Vorrang haben. Katzen sind und bleiben vielschichtige Geschöpfe.

  • Damit in Miezengesellschaften direkten Konfrontationen leichter aus dem Wege gegangen werden kann, Pufferzonen wie mittels Katzentunnel, Schachteln mit seitlichem Eingang und dergleichen schaffen. Zudem wird das Umfeld spannender.

  • Rücksichtnahme auf die oft sehr individuellen Bedürfnisse nach Sozialkontakten sowie auf das jeweilige Verlangen nach Nähe und Distanz.

  • Dem Bedürfnis nach sicheren Katzentoiletten mit gutem Überblick über das Revier nachkommen (pro Katze zwei Katzenklos). Offene Katzentoiletten sind zu bevorzugen und mit ausgiebig Streu anzubieten. In der geschlossenen Variante fängt sich der Geruch von Urin und Kot. Die Katze muss sich ungehindert in ihrem Kisterl umdrehen können. Wichtig ist zudem die Stabilität der Toilette, damit sie nicht plötzlich wegrutscht.

  • Sichere Pfade zu diversen Ressourcen um etwa Mobbing gegenzusteuern

  • Eine ausgewogene naturnahe Nahrung im Sinne der Gesunderhaltung und für ein langes Katzenleben. Zudem erspart hochwertige Ernährung in Folge Tierarztkosten.

  • Ein wesentliches Element zum Stressabbau bietet das Durchspielen der Sequenzen eines Jagdablaufes mit jeder Katze einzeln

  • Eventuell beruhigende Pheromone, wenn die Katzen diese nicht selbst verteilen und oder ein allgemein entspannteres Wohlgefühl gefördert werden soll. Blütenessenzen wie etwa Bachblüten zur inneren Harmonisierung und oder Duftöle wie etwa Lavendel zur Förderung der Entspannung.

  • Indem wir unseren Miezen regelmäßig in artgerechter Dosis neue Reize und Abwechslung bieten, helfen wir dem neugierigen Gewohnheitstier Katze besser mit Veränderungen umzugehen. Gerüche aus der Natur wie Zweige, Steine, Kastanien, Rinden, Blumen mitbringen. Schachteln, Kisten, Papiersackerl (ohne Henkel) finden bei Frau und Herr Katze ebenfalls großen Anklang und sorgt für ein wenig Abwechslung.

  • Katzenminze-, Baldrian- oder Geißblattsessions ab und zu anbieten. Katzenminze (catnip) beinhaltet Nepetalacton, das gewisse Ähnlichkeiten mit LSD aufweist. Die meisten Katzen reagieren auf Katzenminze indem sie sich darin wälzen, die Blätter abzupfen und einen ganz besonderen Gesichtsausdruck aufsetzen. Allerdings gibt es auch jene Samtpfoten, die in dieser Phase leichter reizbar sind und sich rascher aggressiv verhalten. Daher ist darauf zu achten, dass kein Artgenosse attackiert wird.

  • Eine frische natürliche Nahrung für mehr Vitalität, Wohlgefühl und im Sinne der Gesunderhaltung

    Buch: „Die besorgte Katze. Was Ihre Katzen Ihnen sagen will“

 

 

 

   
© Elke Söllner