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Cesar Millan - Artikel Vorarlberger Nachrichten

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Hier gebe ich einen Artikel wieder, der mir aus der Seele spricht. Er stammt NICHT aus meiner Feder, sondern aus jener von  Frau Verena Daum-Kuzmanovic von den Vorarlber Nachrichten: http://www.vorarlbergernachrichten.at/lokal/vorarlberg/2013/03/17/grausamste-trainingsmethoden.vn

Quelle: Vorarlberger Nachrichten, 18.3.2013, VN-Interview:

Tierarzt und -schützer Erik Schmid (56) und Verhaltensbiologin Ursula Aigner (32):

  "Grausamste Trainingsmethoden" - von Verena Daum-Kuzmanovic dsc3396

 

Tierschützer gehen gegen den bekannten TV-„Hundeflüsterer“ Cesar Millan vor.

Schwarzach. Als Fachtierarzt, Tierschützer und Mitglied der Prüfungskommission für tierschutzqualifizierte Hundetrainer am Messerli-Institut fühlt sich Erik Schmid verpflichtet, einen klaren Warnhinweis zu den tierschutzwidrigen Methoden des Herrn Millan zu geben. „Ich erstatte bei der zuständigen Bezirksverwaltungsbehörde Anzeige, um diesen unhaltbaren Praktiken wenigstens auf dem Verwaltungsweg Einhalt zu gebieten.“

Strangulation ist nicht nur fachlich daneben, sondern auch klar verboten. Erik Schmid, Tierarzt

Der sogenannte TV-„Hundeflüsterer“ Cesar Millan wendet in seinen Shows laut der „American Veterinary Society of Animal Behavior“ tierquälende Methoden an, wodurch Hundehalter völlig fehlgeleitet werden.

Aigner: Cesar Millan wirbt damit, durch sein Training „gefährliche“ Hunde wieder ruhig zu machen. In Wirklichkeit erreicht er das Gegenteil: Seine Methodik besteht aus Zwangs- und Strafmaßnahmen. Die Hunde werden durch dünne Halsbänder stranguliert und mit Tritten in die Nierengegend gefügig gemacht. Millan wendet auch – in Österreich verbotene – für die Hunde sehr schmerzhafte Stachel- und Elektroschockhalsbänder an. Seine Zischlaute vor der Bestrafung ängstigen die Tiere so stark, dass sie nichts mehr wagen. Das stellt Millan dann als Entspannung dar, in Wirklichkeit werden die Hunde in die sogenannte „erlernte Hilflosigkeit“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Erlernte_Hilflosigkeit) gedrängt und verfallen aus Angst vor Bestrafung in einen depressiv-lethargischen Zustand.

Wissen über die Bedürfnisse der Hunde garantieren Tierschutz und Sicherheit. Ursula Aigner, Ver-haltensbiologin

Schmid: Abseits dieser Tierquälerei besteht aber die Gefahr, dass sich die Hunde irgendwann aus dieser Angst heraus zu wehren beginnen; sie sind tickende Zeitbomben: Gewalt erzeugt Gegen­gewalt, und die beginnt bereits beim Leinenruck. Es gibt zahllose Videos im Internet zu sehen, in denen Millan selbst gebissen wird. Böser Hund? Nein, in Wirklichkeit reine Selbstverteidigung. Das Problemverhalten verschlimmert sich.

Hier wird der Hund stranguliert und gibt vor dem Ersticken auf, was von Millan als „Entspannung“ fehlgedeutet wird. Foto: Youtube

Hier wird der Hund stranguliert und gibt vor dem Ersticken auf, was von Millan als „Entspannung“ fehlgedeutet wird. Foto: Youtube

Herr Millan ist Werbeträger für den Konzern Merial. Da geht es um Medikamente für Heimtiere. Die „European Society of Veterinary Clinical Ethology“ verurteilt TV-Kanäle, die diese Grausamkeit propagieren.

Aigner: Millan bricht Hunde durch Angst. Einen Hund gewaltsam zu „unterwerfen“, ist offenbar TV-tauglicher, als erwünschtes Verhalten beispielsweise mit Leckerlis positiv zu verstärken. Nur belohnungsorientiertes Training verändert die Assoziationen des Hundes in eine positive Weise. Aber das erfordert mehr Wissen über das Ausdrucks- und Lernverhalten von Hunden, als in diesem Sendeformat Platz hat. Leider ahmen Hundehalter Millans Methoden nach, eine beängstigende Entwicklung, da sie potenziell eine Gefahr für die Umwelt darstellen! Denn nur Training mit Motivation und Belohnung, die Anwendung von hundefreundlicher Ausrüstung wie Brustgeschirr statt Halsband und Wissen über die Bedürfnisse unserer Hunde garantieren Tierschutz UND Sicherheit.

Schmid: Auch der BHV (Berufsverband der HundeerzieherInnen und VerhaltensberaterInnen eV) und die IBH (internationale Berufsvereinigung der Hundetrainer) lehnen seine Arbeitsweise einhellig als tierschutzwidrig und gemeingefährlich ab. Die Pharmaindustrie ist natürlich daran interessiert, möglichst viele Psychopharmaka auch für Hunde zu verkaufen. Die Methoden von Millan garantieren, dass die Halter in ihrer Verzweiflung zu Beruhigungsmitteln für sich und den Hund greifen; für viele Hunde bedeutet es letztlich die Todesspritze.

Wie kann man diesem Treiben ein Ende setzen?

Schmid: Laut § 5 Abs 2 Z 3.a. ist die Verwendung von Hilfsmitteln, die darauf abzielen, das Verhalten eines Tieres durch Härte oder durch Strafreize zu beeinflussen, verboten. Was Herr Millan hier öffentlich und mit Stolz präsentiert – etwa mit „Endloswürger“/ Strangulation – ist nicht nur fachlich voll daneben, sondern klar verboten. Das Zufügen von Schmerzen ist auch vollkommen unnötig, da es genug gewaltfreie Alternativmethoden auf Belohnungsbasis gibt. Wer Millans Methoden anwendet, verstößt gegen das Tierschutzgesetz und muss bei Polizei, Amtstierarzt oder BH angezeigt werden. Der Strafrahmen liegt zwischen 7500 und 15.000 Euro. Im Schadensfall kann die Haftpflichtversicherung aussteigen, weil das Schadensereignis, die Bissverletzung, durch unsachgemäßen Umgang mit dem Hund herausgefordert wurde. Das kann etwa bei der Verletzung eines Kindes mit Dauerschäden neben psychischen Folgen existenzbedrohend sein. Daher muss die Öffentlichkeit über die Gefahren bei Anwendung dieser Methoden aufgeklärt werden.

Zur Person

Mag. Ursula Aigner: Verhaltensbiologin und Hundetrainerin; beeidete und gerichtlich zertifizierte Sachverständige für Hunde und Katzen; Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. ; Web: www.canis-sapiens.at; www.canissapiens-hundetraining.blogspot.com/

 

Equus - die Entwicklung zum heutigen Pferd

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perdeentspannung

Pferd und Mensch – Kameradschaft mit kulturhistorischem Charakter.

Ein aktueller Anlass gibt Stoff für Diskussionen rund ums Thema Pferdefleisch. Viele von uns haben Hemmungen Pferdefleisch zu essen. Warum? Es läßt sich nur spekulieren. Pferde dienten dem Menschen geduldigst über Jahrhunderte hinweg, sei es auf der Jagd, im Kriege, bei der Feldarbeit - die Liste läßt sich fortsetzen. Die erste Beziehung zwischen Pferd und Mensch war jene zwischen Jäger und Gejagtem. Erst später wartete ein oft hartes Leben als Zug- und Lasttier. Das Reiten war ohnedies lange Zeit den Reichen vorbehalten, ausgenommen im Kriegseinsatz. Hier musste equus gleich mehrere Rollen erfüllen. Es war ebenso Fleischlieferant wie Zug- und Lasttier oder Reitpferd. Mit anderen Worten waren unser beider Leben über die Geschichte hinweg eng miteinander verwoben. Wir haben Pferden sehr viel zu verdanken. Geduldigst ertrugen sie viel Leid und wir konnten uns immer auf sie verlassen. Heute sind sie Freunde und Freizeitpartner von jung und alt. Insbesondere viele junde Mädchen lieben Pferde. Einmal mit dem Equus-Virus infiziert, fühlt man sich ihnen auf ewig nahe und immer wieder aufs Neue von ihrer Schönheit und Anmut faszinziert.

Wer sich auf Equus einläßt, erfährt eine einzigartige Freundschaft. Wir tragen unserem Pferd gegenüber eine große Verantwortung, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und darauf Rücksicht zu nehmen. Pferde sind als Herdentiere sehr gesellig und brauchen für ihr Wohlbefinden Artgenossen. Sie müssen sich frei bewegen können und dürfen nicht einzig als Sportgerät dienen. Das wäre Missbrauch an diesen wunderbaren Geschöpfen. Einen Artgenossen kann der Mensch niemals ersetzen, dessen sollten wir uns immer bewusst bleiben!


Woher stammen Pferde?  Gibt es sie, die wirklichen Wildpferde?

Die Stammform unseres heutigen Hauspferdes, das Wildpferd (Equus ferus) war während des Pleistozäns in Nordamerika, Asien und Europa verbreitet. Es kam in verschiedenen Unterarten vor und diente damals in der Späteiszeit als Jagdbeute. Von diesen ursprünglichen Wildpferden überlebte einzig das Przewalski Pferde (Equus ferus przewalskii). Alle anderen Unterarten wurden ausgerottet. Der in Mittel- und Osteuropa beheimatete Waldtarpan (Equus ferus silvaticus) etwa, schaffte es nicht mehr ganz ins 19. Jahrhundert und das Leben des letzten südrussische Steppentarpans (Equus ferus gmelini) endete etwas später im 19. Jahrhundert.

Wirklich wild lebend kommt heute nur noch das Steppenzebra in größerer Zahl vor.

Als Unpaarhufer tritt das Pferd nur mit der Spitze der Mittelzehe auf und ist damit als Lauftier besser an Steppengebiete angepasst. Die Entwicklung zeigt, dass dies nicht immer der Fall war: Der Vorfahre aller Pferde war das Hyracotherium (früher als Eohippus bezeichnet) und lebte im Eozän (vor rund 55 Millionen Jahren). Damals etwa begann die Entwicklung unseres heutigen Hauspferdes. Hyracotherium war an das Waldleben angepasst und entsprechend kleiner ( rund 35 bis 50 cm Schulterhöhe). Keineswegs hatte es große Ähnlichkeit mit unseren heutigen Pferde. Hyracotherirum war gekennzeichnet durch kürzere Beine, einen gewölbten Rücken, einen kurzen Hals, und einen langen Schwanz. Es hatte zwar schon kleine Hufe an jeder der 4 Vorderzehen und drei Hinterzehen, sie ähnelten aber noch mehr den "Pfoten" eines Hundes. Auch Schädel und Gehirn waren eher klein.

Ein langsamer Ubergang vom Hyracotherium zum Orohippus erfolgte vor rund 50 Millionen Jahren. Zähne und Zehen passten sich an die, bedingt durch den Klimawandel, entstehenden Graslandschaften an. Vor rund 47 Millionen Jahren entstand aus Orohippus dann Epihippus.

Langsam entwickelte sich aus dem Waldbewohner ein Steppenbewohner verursacht durch das Schrumpfen der Wälder. Die Pferde mussten sich den neuen Bedingungen anpassen, wurden unter anderem größer um sich in der freien Landschaft rascher fortbewegen zu können. Die Zähne wurden härter und widerstandsfähiger durch die Umstellung von vorwiegend Laub- auf Grasnahrung.

Mesohippus tauchte etwa vor 40 Millionen Jahren auf und erreichte bereits eine Schulterhöhe von rund 60 cm. Die Beine waren deutlich länger, ebenso der Hals und der Gesichtsschädel. Sein Rücken war weniger gekrümmt. Vorne wie hinten verfügte er über drei Zehen, vorne allerdings noch eine rudimentäre 4. Zehe und lief imgrunde wie seine Vorgänger noch auf „Pfoten“.

Miohippus entwickelte sich erst vor etwa 36 Millionen Jahren. Sein Schädel war noch länger und insgesmt war Miohippus größer als Mesohippus.

Die Pferdefamilie spaltete sich vor etwa 24 Millionen Jahren in verschiedene Linien auf. Einige dieser Linien starben wieder aus und es setzten sich jene durch, die sich erfolgreich auf Grasnahrung und Steppenleben umstellen konnten. Bereits damals zeigten sich langbeinige Tiere, die vorwiegend auf ihren Zehenspitzen liefen. Die Zahnentwicklung passte sich ebenso noch besser an die harte Grasnahrung an.

Die Gattung Parahippus vor rund 23 Millionen Jahren besaß zwar auch noch drei Zehen, verfügte aber bereits über längere Zähne. Vor etwa 18 Millionen Jahren entwickelte sich dann Merychippus mit einer Körperhöhe von rund 1 m. Das Gehirn war deutlich größer und von seiner Statur ähnelte es bereits sehr unserem heutigen Pferd. Zwar hatte Merychippus auch noch drei Zehen, stand aber bereits ganz und gar auf den Zehenspitzen. Die Zahnschmelzschicht der Zähne war deutlich dicker.

Merychippus entwickelte sich auch wieder weiter zu verschiedenen Arten und eine davon waren die Vertreter der echten Pferde. Die seitlichen Zehen verschwanden langsam bei ihnen. Pliohippus entstand vor rund 15 Millionen Jahren als dreizehiges Pferd, hatte aber schon große Ähnlichkeit mit dem modernen  Pferd. Dinohippus war bereits ein einzehiges Pferd.

Vor rund 4 Millionen Jahren entwickelten sich dann die modernen Pferde der Gattung Equus.


Kurzer Abriss

Das Przewalski-Pferd wird auch „Asiatisches Wildpferd“ oder „Mongolisches Wildpferd“ genannt und unterscheidet sich als echtes Wildpferd von seinen domestizierten Verwandten durch eine höhere Chromosenzahl – 66 anstatt 64! Das Przewalski Pferd in seiner rötlich-gelbbraunen Färbung lebte ursprünglich in kleinen Herden der Mongolei. Kennzeichnend sind der Aalstrich, die schwarze Stehmähne, der lang behaarter Schweif und das weißlich abgesetzte Maul. Seine Größe beträgt rund 134 cm. Bis vor ein paar Jahren kam das Przewalski Pferd nur noch in Gefangenschaft vor, ehe Aussiedelungen in der Mongolei begannen.

Der Tarpan wird unterteilt in Wald- und Steppentarpan. Sie waren beide in Ost- und Miteleuropa heimisch, ehe sie ausstarben. Der Waldtarpan Ende des 18./Anfang des 19. Jahrhunderts. Der Steppentarpan starb 1879/80 aus. Der Mensch war an seinem Verschwinden von der Bildfläche Erde mitbeteiligt. Heute existieren Nachzuchten aus Koniks und Panjepferden.

Zu den verwildert lebenden Pferden zählen etwa die weißen Camargue-Pferde im Rhone-Delta Südfrankreichs.

Oder die verwildert lebenden Dartmoor-Ponys und Exmoor-Ponys in England.

Nicht zu vergessen seien die Mustangs in Nordamerika. Sie sind Nachkommen verschiedener Hausrassen, die einst von den spanischen Konquistadoren in die Neue Welt mitgebracht wurden.

Als Primitivrasse kann man die Huzulen bezeichnen. Man findet sie in Osteuropa, wo sie großteils als Trag- und Zugpferde eingesetzt werden. Sie stammen aus der „Huzulei“, einem Gebiet in den Ostkarpaten nördlich des Flusses Bistritz.

Dies war nur ein sehr kurzer Einblick. In einem späteren Kapitel werde ich auf verwildert lebende Pferde, weitere alte Pferderassen und ihr Leben eingehen.


KATZENWÄSCHE

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kater streck dichKatzen sind gar reinliche Tiere, wie wir wissen. Hingebungsvoll lecken und schlecken sie ihr Haarkleid, wodurch lose Haare ebenso wie kleine Fremdkörper und bedingt auch Parasiten entfernt werden. Wie sie sich vorstellen können, wird durch diese intensive Pflege zugleich die Durchblutung der Haut angeregt, gefördert und damit wiederum die Produktion der Talgdrüsen stimuliert. Die Talgdrüsen haben die sehr nützliche Funktion Fett abzusondern, wodurch der Katzen Pelz wasserdicht und geschmeidig bleibt. Selbstredend hat somit jede Katze ihre ganz persönliche Duftnote.

Unsere Samtpfote kann schon etwa dreieinhalb Stunden täglich mit Putzen zubringen. Das ist absolut keine Seltenheit und im Rahmen des Normalen. Sicherlich ist ihnen die Rauheit der Katzenzunge nicht verborgen geblieben. An ihr bleiben die Haare hängen und werden abgeschluckt. Im Magen kommt es dadurch leicht zu einer Haarballenbildung. Dieses Haarknäuel muss nun wieder ausgeschieden werden, entweder über den Kot oder durch Erbrechen. Wir können durch Katzengras oder Malz der Katze helfen, die abgeschluckten Haare unspektakulär auszuscheiden.

Im Gegensatz zu unserem Stubentiger führen Löwen wie auch andere Großkatzen keine solch hingebungsvolle Körperpflege durch.

Keineswegs unterziehen sich Katzen nur deshalb regelmäßig einer so intensiven Körperpflege weil sie so schmutzig sind, sondern weil es auch andere Nützlichkeiten mit sich bringt. Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, dass sich Ihre Samtpfote im Sommer häufiger einer sehr gründlichen Katzenwäsche unterzieht, denn im Winter? Wie Hunde so besitzen auch Katzen nur wenige Schweißdrüsen an den Ballen und am Kinn. Das Putzen hat neben der Säuberung auch die Aufgabe einer Art Klimaanlage. Indem die Katze ihren Speichel über das Fell verteilt entsteht Verdunstungskälte, die an heißen Tagen Abkühlung verschafft. Wir können an sehr heißen Tagen durchaus mithelfen, indem wir mit einem leicht angefeuchteten Tuch oder auch nur feuchten Händen unserem Stubentiger übers Fell fahren – in Strichrichtung bitte. Das kühlt. Das Putzen macht zudem durstig. Daher ist das Aufstellen mehrerer Wasserstellen anzuraten. Katzen nehmen bevorzugt Futter und Wasser an unterschiedlichen Orten auf. Daher ist das Wasser nicht direkt neben der Futterschüssel wie beim Hund anzubieten. Eine sinnvolle Variante sind zudem Katzenbrunnen und werden meist sehr gut von den Katzen angenommen.

Langhaarkatzen muss man bei der Fellpflege unter die Arme greifen und sie regelmäßig bürsten. Sonst entstehen Verknotungen, die nur mehr heraus geschnitten werden können. Sehr wichtig ist, die Katze bereits von ganz klein an daran zu gewöhnen! Dann liebt sie es sanft gebürstet zu werden. Sie werden sehen. Einfach ganz langsam, in kleinen Schritten beginnen und viel loben über Spiel, Futter und natürlich verbalen Zuspruch. Gerade Katzen bevorzugen ruhiges und eher leises Reden in einem freundlichen Tonfall. Es scheint gar so, als würde unser Stubentiger leises, zartes Flüstern als zärtlichen Akt wahrnehmen. Mit keinem Tier braucht man laut zu werden, sie alle haben ein sehr feines Gehör.

VORSICHT: intensive Körperpflege bei Ihrem Kater, ihrer Katze kann auch ein Stresssignal sein. Putzen kann auch dem Spannungsabbau dienen. Zupft sich ihre Katze mehr als häufig regelrecht das Fell aus, ist bitte fachkundiger Rat einzuholen. Ebenso wenn die kahlen Stellen Überhand nehmen. Dann ist die tierärztliche Abklärung bezüglich etwaiger Parasiten, Milben, Allergien... auf jeden Fall an erster Stelle angezeigt. Hilfe ist möglich!

Detail am Rande für Allergiker: Menschen reagieren nicht auf das Fell an sich allergisch, sondern auf den Speichel. Konkret auf die enthaltenen Eiweißstoffe. Zur Beruhigung, die Zusammensetzung ist von Rasse zu Rasse unterschiedlich. Daher muss Mensch nicht automatisch auf jede Katze allergisch reagieren. Auch nicht zu unterschätzen ist die Tatsache, dass Katzen mit Freilauf durchaus auch Pollen in ihrem Fell mit ins Haus bringen.

Anmerkung: Passivrauchen kann für Ihre Katze schwere gesundheitliche Folgen insbesondere für Lunge und Bronchien nach sich ziehen. Auch krankhafte Veränderungen der Lymphknoten sind keine Seltenheit. Das ist kein Scherz. Da Katzen fast doppelt so schnell atmen wie wir Menschen, inhalieren sie mehr von dem giftigen Dunst als wir. Der Nikotingehalt kann bis zu 30mal höher sein als beim rauchenden Menschen selbst. Bitte sich dies zu Herzen nehmen.



Kind und Hund allein zu Hause?

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Warten sie nicht auf  solch einen Zeitungsartikel:

dog boy

 „Und wieder hat ein Hund, ohne für den Menschen ersichtlichen Grund, ein Kind gebissen.“

Mittlerweile ist es amtlich, dass die meisten Beißunfälle zwischen Hund und Mensch im direkten Umfeld des Hundes geschehen. Leider sind häufig Kinder die Leidtragenden. Bedingt durch die Größe des Kleinkindes – sieht dem Hund meist direkt ins Angesicht - können Bissverletzungen und bereits Abwehrschnapper im Gesicht eines Kindes schlimme Spuren hinterlassen.

Wir müssen wissen, dass Kinder von Hunden schlicht als kleine Lebewesen wahrgenommen werden. Dementsprechend neigen manche Hunde dazu, diese kleinen, jungen Lebewesen zu massregeln. Freilich nach hündischen Gesetzen und Regeln. Es ist wichtig dem Hund zu zeigen, dass wir Menschen die Verantwortungsträger und Erzieher des Kindes sind und dass er sich daher nicht um die Erziehung dieses kleinen Wesens zu kümmern braucht. Ein Kind kann daher nie der Erzieher des Hundes sein. Wie so oft ist auch hier Fingerspitzengefühl gefordert, denn der Hund soll zugleich nicht frustriert werden. Nicht zuletzt deshalb, um keine Aggressionen zu schüren. Wieder einmal sind klare Regeln notwendig und zugleich ist  auf die Befriedigung der hündischen Bedürfnisse in Form von Beschäftigung, Aktivität, Zuwendung ... zu achten. 

 

Ein Hund ist ein Hund und wird sich immer wie ein Hund verhalten. Wie auch anders? Ohne Vorwarnung beißt ein Hund äußerst selten, wie etwa 

  • beim Abwehrschnappen als Reflexreaktion auf ein Schreckerlebnis,  wenn etwa ein Kind unerwartet auf den Hund hinfasst, sich an seinem Fell hochziehen möchte oder weil das Tier alt ist und Schmerzen hat.
  • bei hochgradiger Stressbelastung und Angst wenn der Hund nicht gelernt hat zu warnen. Jene Hunde, die nicht warnen, sind die eigentlich gefährlichen Hunde. Sie sind in der Minderzahl.

In den meisten Fällen warnen Hunde bevor sie zubeissen (siehe Blog)

  • JA, Hunde tragen als Raubtiere Waffen im Maul und können beissen. Das ist Fakt. ABER, als hoch soziale Lebewesen sind sie grundsätzlich auf Konfliktvermeidung bedacht. Ihr Verhaltensrepertoir ist dementsprechend reich! Wir müssen sie nur lesen. Genau hier liegt der Knackpunkt. Im Vorfeld eines Beissvorfalls nehmen wir zu oft die Signale in der zumeist bereits angespannten Lage nicht wahr. Sind vielleicht zu abgelenkt, zu gestresst. Unser Stress wird durch Stimmungsübertragung zu einem zusätzlichen Stress für den Hund. Hat er dann vielleicht auch  kein sicheres Rückzugsgebiet wo er in absoluter Ruhe gelassen wird (oder hat schlicht nicht gelernt, sich dorthin zurückzuziehen) sind Probleme vorprogrammiert.

Auch sogenannte Ressourcenverteidiger sollten nicht unterschätzt werden. (siehe Blog)

Kinder sind Kinder, daher ist immer der Erwachsene als aufmerksamer wie einfühlsamer Verantwortungsträger gefordert. Bis zum 3. Lebenjahr ist die Feinmotorik eines Kindes noch nicht ausgebildet, daher fassen sie relativ grob ins Hundefell. Bis etwa zum 8. Lebensjahr als untere Grenze (kann auch das 12. sein) sollte man Kind und Hund nie unbeaufsichtigt lassen. Zum Schutz beider! Hunde sind kein Spielzeug und sie brauchen wie Kinder eine sinnvolle Erziehung um zu lernen sich angemessen zu verhalten. Auch Kinder lernen rasch, wie sich einem Tier gegenüber verhalten sollen. Zudem lernen Kinder oft intuitiv die Sprache der Tiere.


Gründe, warum ein Hund zu seiner letzten Möglichkeit sich zu wehren greift:

  • Mangelhafte Sozialisation mit Menschen allgemein und oder mit Kindern im Speziellen
  • Schlechte Erfahrungen mit Menschen oder und Kindern
  • Wichtige hündische Bedürfnisse werden nicht erfüllt wie nach Bewegung, geistiger Beschäftigung, Zuwendung und  Ruhe
  • Unsicherheit, Angst, Stress (aktut oder chronisch), Stimmungsübertragung, Schmerzen
  • Beruhigungssignale werden nicht wahrgenommen, ignoriert oder übergangen
  • Warn- und Drohsignale werden nicht erkannt oder in den Wind geschlagen


Fragen, die ich VOR der Geburt meines Kindes klären sollte wie:

  • Wie siehts mit der Selbstkontrolle Ihres Hundes aus?
  • Wie mit der Frustrationstoleranz?
  • Wie sind die Reizschwellen angelegt? Es gibt viele Faktoren, die unserer Wahrnehmung im Vorfeld entgehen oder die wir schlicht unterschätzen.
  • Ist der Hund grundsätzlich in Ressourcenverteidiger (der Mensch ist eine wichtige Ressource)? Eher unsicher, ängstlich, leicht gestresst? Vor der Geburt deshalb, damit Hund mit dem Kind keine negativen Emotionen verbindet.


Eventuelle Managementmaßnahmen, wie schlief der Hund bis dato im Bett, sollte er bereits während der Schwangerschaft nicht mehr im  Bett schlafen dürfen, sofern das Baby bei den Eltern im Bett schläft. Dies ist eine Vorsichtsmaßnahme. Bei ressourcenverteidigenden Hunden unbedingt notwendig. Man bietet dem Hund eine sehr ansprechende, gemütliche Alternative.
Da man Kleinkind und Hund nicht rund um die Uhr unter Aufsicht haben kann, bewähren sich verstellbare Kindergitter (im Handel erhältlich).
Es dürfen Tabus eingeführt werden. Im Idealfall bereits VOR der Geburt (etwa Tabu Kinderzimmer, Badezimmer, Tabu Stillsessel), um Fehlverknüpfungen zu verhindern.


Ein Säugling kommt ins Haus!
Säuglinge duften nach Babykot und das mögen die meisten Hunde. In manch afrikanischen Stämmen werden Hunde als Art „lebender Windelersatz“ eingesetzt, indem sie den frischen Babykot verzehren dürfen und sollen.

Während die Eltern sich langsam auf ihren Familienzuwachs vorbereiten konnten, fällt für den Hund das Baby fast wie vom Himmel. Von heute auf morgen ist alles anders. Ein Hund muss die Chance bekommen, sich an den Neuankömmling mit seinen zappeligen unkoordinierten Bewegungen und das Kindergeschrei gewöhnen zu dürfen. Haben Sie bitte Geduld, denn auch für den Hund bedeutet die Anfangszeit mit einem Neugeborenen Stress pur. Alles verändert sich wie der Tagesablauf, die Rituale, seine Menschen haben weniger Zeit, sind aus Schlafmangel manchmal müde und gestresst (→ Stimmungsübertragung). Psychosomatische Erkrankungen wie Gastritis, Gastroenteritis oder Blasenentzündungen (bei Katzen, plötzliche Unsauberkeit) sind nicht selten. Hat der Hund keine Erfahrungswerte mit Säuglingen auf die er zurück greifen kann, ist eine anfängliche Irritation durchaus nachvollziehbar.

Hunde lernen zu einem großen Teil durch Verknüpfungen, Assoziationen. Es ist sehr wichtig, dass der Hund mit dem Kind Positives verknüpft. Das bedeutet, wenn man sich mit dem Kind beschäftigt, dem Hund gleichzeitig Erfreuliches anbieten wie Spiel, Streicheln in Verbindung mit ruhigen Worten wie guuuuter Hund, besondere Leckerbissen. Das Motto“dabei sein ist alles“ ist für viele Hunde als Rudeltier essentiell. Als Nasentier muss der Hund den Neuankömmling ausgiebig beschnuppern dürfen.

Generell fallen Kinder für einen Hund, der nicht auf Kinder sozialisiert wurde, in ihrer Gesamtheit „aus dem Rahmen“. Gehen sie einmal bewusst hinter einem Kind her und beobachten sie seine teilweise unkoordinierten, schlaksigen, plötzlichen Bewegungen. Kinder bewegen, gehen, laufen, sprechen anders als Erwachsene.  Das kann äußerst suspekt sein für einen Hund, der Kinder schlicht nicht gewohnt ist. Dann laufen diese lieben Kinder oft auch noch spontan drauf los, was den Hund zum Mitspielen und Anspringen und vielleicht sogar zum Festhalten motiviert. Ein schnelles Loslaufen kann ein Auslösereiz für den Hund sein. Er ist kein böser Hund, nur ein Hund. Sein Spiel manchmal zu grob für eine zarte Kinderhaut. Er kann nur in Hundesprache kommunizieren und von einem kleinen Kind können wir nicht erwarten, dass es seine Beruhigungssignale versteht.

Manch ein Kind etwa startet schnurstracks auf einen Hund zu, blickt im direkt in die Augen, was der unsichere Hund leicht falsch verstehen und als Provokation oder sogar Angriff werten kann. Also bitte Vorsicht liebe Eltern. Ein Hund ist halt ein Hund. Er kann sich nur wie ein Hund verhalten. Ein Knurrer, ein Beller um Distanz zu wahren oder sogar zu vergrößern ist hier noch die bessere Variante anstatt ohne Vorwarnung gleich zu beissen. Also bitte ernst nehmen und eventuell professionelle Hilfe  in Anspruch nehmen, BEVOR mehr passiert. Bevor wir wieder von einem Beissvorfall aus angeblich heiterem Himmel in der Zeitung lesen.

Vorausgesetzt wir sind wohlwollende, liebevolle, souveräne Verantwortungsträger im Mensch-Hunde-Gespann, ist es für den Hund nur natürlich auch Grenzen gesetzt zu bekommen.
Wie wir Menschen so gleicht auch kein Hund dem anderen. Es gibt sehr große individuelle Unterschiede, daher Vorsicht mit dem erhobenen Zeigefinger. Dennoch ist es von grundsätzlicher Wichtigkeit „Hündisch“ zu lernen um die Zeichen rechtzeitig zu erkennen und um im Vorfeld gegensteuern zu können.

Zudem können Hunde oftmals ihre Antriebe mangelhaft auseinanderhalten. So kann ein Spielverhalten bei bestimmten Auslösereizen plötzlich in Jagd- oder Beuteverhalten umschlagen. Zappeln und Wimmern eines kleinen Lebewesens kann durchaus Beuteverhalten auslösen. Es sind Hunde. Keine Menschen. Daher können sie sich nur wie Hunde verhalten.


KIND UND HUND NIE UNBEAUFSICHTIGT LASSEN!


 

Überlegungen VOR der Anschaffung eines Tieres

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Fast jeder, der mit einem Haustier lebt, hat bereits die positive Wirkung eines solchen Zusammenlebens erfahren. Tiere werten nicht, verletzen nicht, mischen sich nicht ins Leben ein. Sie erfreuen immer wieder aufs Neue unser Herz. Selbstverständlich gibt es nicht nur Sonnentage. Als HundehalterIn, wenn man bei jedem Wetter an die frische Luft darf, bekommt man dies oft eiskalt zu spüren. Im Großen und Ganzen aber, wirkt der Kontakt zu einem Haustier Stress reduzierend und beruhigend.

Tiere sind weder Spielzeuge noch Accessoires. Tiere sind fühlende, spürende Lebewesen mit Bedürfnissen, denen wir Rechnung zu tragen haben. Mit der Übernahme eines Haustieres werden wir für viele Jahre zum Verantwortungsträger für dieses Lebewesen.


Kurze Checkliste VOR der Anschaffung eines Haustieres

  • Wie sieht mein MOTIV für die Anschaffung aus? Soll es mir die allabendliche Einsamkeit vertreiben? Soll es mich auf meinen Streifzügen durch die Natur begleiten? Wünschen sich die Kinder ein Haustier?
  • Mit anderen Worten: Warum will ich mein Leben mit einem Hund, Katze, Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Degu, Ratte, Chinchilla... oder einem Pferd teilen?
  • Welchen Auftrag erteile ich an mich und an dieses Tier an meiner Seite?
  • Welche Erwartungen stelle ich an das Zusammenleben mit meinem Haustier?
  • Wie viel Zeit bin ich bereit zu investieren?
  1. täglich in Form von Obsorge: seelisch, geistige, körperliche Auslastung
  2. in Jahren:
  • eine Katze kann bis zu 20 Jahre alt werden
  • ein Hund je nach Rasse und Größe zwischen etwa 10 und 15 Jahre
  • ein Pferd bis zu 30 Jahre (Esel bis zu 40 Jahre)
  • ein Chinchilla bis zu 20 Jahre
  • ein Meerschweinchen 5 bis 8 Jahre
  • Kaninchen im Durschnitt 6 bis 8 Jahre (auch 10 Jahre möglich)
  • Hamster rund 1,5 bis maximal 3 Jahre (abhängig von Rasse und Hatungsbedingungen)
  • Degu: 4 bis Jahre
  • Frettchen:im guten Alter" mit 4 bis 5 Jahren, mit 6 Jahren ist es betagt. Ein Tier mit 8 bis 9 Jahren ist schon ziemlich alt.
  • Welche Hunderasse passt zu mir? Kann ich den Bedürfnissen meiner Wunschrasse gerecht werden? Erst in zweiter Linie wähle ich einen Hund nach seinem äußeren Erscheinungsbild!
  • Sind alle Mitglieder der Familie/des Hausstandes mit den neuen Hausgenossen einverstanden und bereit, sich gegebenenfalls um die Tiere zu kümmern?
  • Liegen Allergien vor? Im Idealfall sollten sich alle Familienmitglieder einem Allergietest unterziehen (bei Heimtieren wie Nagern, Hasentieren auch auf Staub, Heu).
  • Bin ich wirklich bereit auf die Bedürfnisse des Tieres Rücksicht zu nehmen? Bin ich etwa bereit bei jedem Wetter mit dem Hund Gassi zu gehen? Das Katzenkistl zu reinigen? Den Hasenstall zu säubern....?
  • Abklärung ob im Haus Hunde gehalten werden dürfen
  • Anfängliche Unsauberkeit bei Jungtieren (insbesondere Hundewelpen...)
  • Tierhaare in der Wohnung – definitiv überall
  • Rund um den Käfig von Heimtieren findet sich häufig Streu, Heu, Staub (insbesondere bei Chinchillas ist durch ihre täglichen Sandbäder oft mit vermehrtem „Dreck“ rundum zu rechnen
  • Auch Tiere haben ihre „Düfte“, die uns Menschen oft nicht zur Nase stehen.
  • Anschaffungskosten (Tier vom Züchter; Käfig; Futtergeschirre etc)
  • Wohin mit dem Vierbeiner im Urlaub?
  • Futterkosten
  • Tierarztkosten
  • Hund: Hundeschule – Kosten sowie Zeitaufwand für die Erziehung
  • Hundeerziehung: gleich von Beginn weg Überlegungen anstellen, was ich will: Hund im Bett? Füttern vom Tisch?...

Ein Tier ist ein Lebewesen, daher sollte eine Anschaffung immer sehr gut überlegt sein!

Ich unterstütze sie gerne dabei!



Harnmarkieren Katze

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cat playHarnmarkieren zählt zum normalen Kommunikationsverhalten der Katze und nicht zum Ausscheidungsverhalten. Es ist ein physiologisches Verhalten und setzt frühestens mit Beginn der Pubertät ein. Im Kerngebiet des Streifgebietes, wie es die Wohnung imgrunde darstellt, ist Harnmarkieren nur bedingt "normal". Bei reiner Wohungshaltung fehlt imgrunde das Streifgebiet. Männliche wie weibliche Tiere - unkastriert oder kastriert - sie  alle können zum "Übeltäter" werden. Die Urinmarken geben ein geruchliches wie optisches Signal und bei Markieren mit Sichtkontakt zu anderen Katzen, auch ein visuelles. Aus Urinmarken lassen sich vermutlich nebst Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand auch Informtionen über den Hormonhaushalt (etwa Paarungsbereitschaft) ablesen und natürlich auch das Alter der Markierung. Die Katzen kontrollieren nach dem Spritzen nur selten die von ihnen gesetzte Marke.

Katzen markieren aus verschiedenen und auch aus mehreren Gründen:

  • Hormonelle Einflüsse bei unkastrierten Tieren, männlich wie weiblich.
  • Katzen markieren mit Harn um ihr soziales Umfeld räumlich wie zeitlich klar zu strukturieren. Katzen sind territoriale Tiere mit einander überlappenden Revieren. Urinmarken sollen unliebsame Begegnungen verhindern, der Kontakt zu Artgenossen wird somit kontrolliert. Die selbstsichere Katze macht ihre Territorialansprüche an den Reviergrenzen des Streifgebietes mit ihren Harn und/oder Kotmarken unmißverständlich deutlich. Das Streifgebiet ist durchzogen von Wegen zu für die Katze wichtigen Orten. Das Revier eines Katers ist größer als jenes einer Katze. Katzen gelten als territorialer, sorgen sie auch für die Sicherheit des Nachwuchses.
  • Katzen markieren auch um Stärke, Selbstsicherheit und Überlegenheit zu demonstrieren. Indem sie direkt vor Artgenossen markieren, setzen sie ein zusätzliches visuelles Signal.
  • Harnmarkieren ist eine physiologische Reaktion bedingt durch eine erhöhte Erregungslage – positiv oder negativ. Dies beginnt bei Highlights in einem sonst langweiligen Alltag, geht über Unstimmigkeiten, Spannungen, zwischenkätzischen Vorfall im Mehrkatzenhaushalt bis hin zu jeder nur erdenklichen Art von Veränderungen im Leben der Katze wie: ein neues Möbelstück, Bezugsperson verreist, Familienzuwachs, Baulärm vor dem Haus, fremde Katze vor dem Fenster, fremde Gerüche auf Schuhen oder durchs Fenster, Besuch... Eine erhöhte Erregungslage kann durch jede Form der Verunsicherung, durch Hunger, Stress, Frustration, dem Gefühl eines subjektiv empfundenen Bedrohtseins und und und entstehen.
  • Unsichere oder auch nur verunsicherte Katzen verstärken durch ihre persönliche Duftmarke ihr eigenes Heimgefühl. Fremdgerüche wie jener des neuen Sofas werden mit jenem Mittel übermalt, das am stärksten wirkt und zur Verfügung steht. Mit Hilfe dieser Geruchsübermalung fühlen sie sich wieder sicherer. Gemeinhin sind es weniger die entspannten, souveränen, unaufgeregten Tiere, die mit Harn markieren. Auch nach einem sehr gründlichen Wohnungsputz, bei dem alle Pheromonränder weggeputzt wurden, neigen Katzen zum Markieren um ihre Stabilität wieder herzustellen.
  • Aber, auch selbstsichere Katzen können erschrecken oder gestresst wie verunsichert werden. Auch für diese Katzen können bestimmte Lebensumstände belastend sein. Die Katze reagiert dann mit Urinmarken um besser mit diesen Umständen, Veränderungen klar zu kommen.
  • Katzen sind Gewohnheitstiere, wenn auch sehr neugierige und beziehen ihre Sicherheit und ihr Wohlbefinden aus den Fundamenten eines stabilen Raum-Zeit-Gefüges und ihren sozialen Beziehungen. Gerät eines ins Wanken, tritt rasch Verunsicherung ein. Katzengruppen habe labile Strukturen und keine klaren Hierarchien. Leicht kommt es zu Unstimmigkeiten, Spannungen im Mehrkatzenhaushalt und schon eine Katze mehr kann so eine labile Struktur zu Fall bringen. Katzen kommunizieren subtil, daher ist genaues Beobachten angezeigt. Versperrt etwa eine der Katzen einer anderen ständig den Weg? Womöglich noch jenen zur Toilette?
  • Stichwort unter Katzen: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort! DAS vermittelt Katzen soziale Sicherheit und Überlegenheit. Für die Katze selbst sind Harnmarkierungen eine diplomatische Form der Kommunikation um aggressive Auseinandersetzungen indirekt zu kommunizieren.
  • Leider ist der Zusammenhang mit einem Stressor zeitlich nicht immer offensichtlich, denn die Reaktion der Katze kann auch erst Wochen später auftreten.
  • Nicht zuletzt können zu wenige, schlecht plazierte oder gar verunreinigte Katzentoiletten einen Stressor darstellen. Daher ist immer auch ein Toilettenmanagenment anzuraten. Denn die Chance in einer sauberen und ungestörten Atmosphäre seine Geschäfte verrichten zu können, hat Einfluss auf die Erregungslage und das Wohlgefühl.
  • Da durchaus auch organische Erkrankungen und Schmerzen als Stressor wirken können, ist eine tierärztliche Abklärung empfohlen.
  • Selbst die Befindlichkeit der Bezugsperson wie etwa Krankheit, kann einen Auslöser darstellen.

Mit anderen Worten kann jede Art der Veränderung in ihrem Lebensumfeld, ihrem sozialen Umfeld oder in ihrem täglichen Ablauf bei einer Katze  Verunsicherung auslösen und zu Markierverhalten führen. Manchmal fallen mehrere Stressoren zusammen.

Zudem kann Harnmarkieren automatisiert, also zur Gewohnheit werden. Die Katze markiert, weil sie dort schon immer markiert hat. In diesem Fall wird die Stelle nicht wirklich kontrolliert oder beschnuppert. Es scheint, die Katze markiert ohne groß  zu überlegen und die Markierfrequenz ist höher. Man kann jetzt von niemanden einen Umzug erwarten, aber manchmal hilft dieser.

Die Katze "kann nicht anders", daher niemals bestrafen. Bestrafung schwächt nur die Mensch-Tierbeziehung, zerstört Vertrauen und die Katze wird sich schlicht andere Orte suchen und markieren, wann und wo es sicher für sie ist. Vorsicht zudem vor unbeabsichtigter Belohnung!

Im Gegensatz zu Gesichtspheromonen, die eine Art familiärer Wohlfühlatmosphäre schaffen, senden Harnmarkierungen eine Art Stressbotschaft  aus.

Harnmarkieren ist bei manchen Katzen vermehrt im Frühjahr und Herbst zu beobachten.

Um Katzen zu helfen auf Fremdgerüche nicht mit Stress und Unsicherheit zu reagieren, kann man ihnen immer wieder Gerüche aus der weiten Welt wie Zweige, Steine, Rinden, Schachteln, Papiertüten (Henkel abschneiden) mitbringen. Wir können und sollen unseren Stubentigern helfen, besser mit Aufregungen, Neuem, Stress umzugehen.

Tipp: Abwechlsung im Katzenalltag durch eine ab und zu dargebotene Katzenminzesession.

Je nach Ursache, sofern diese ausfindig gemacht werden kann, sind die zu setzenden Massnahmen vielfältig. Angefangen bei der Kastration über eine äußerst gründlichen wie fachkundigen Reinigung, Pheromontherapie, Spieltherapie, katzengerechte Wohnungsgestaltung (wie Nutzung der dritten Dimension), Bedeutungsänderung der Markierstellen bis hin zu einer Art Simulation eines Streifgebietes bei Wohnungshaltung ist viel realisierbar.


Übergewicht bei Hund, Katz und Co

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Auch unsere Hausticat and dogere sollten bei Übergewicht aus gesundheitlichen Gründen unbedingt abnehmen. Neben organischen Erkrankungen als Folge von Übergewicht ist auch die Belastung für den Bewegungsapparat nicht zu unterschätzen. Eine tierärztliche Abklärung im Vorfeld ist in jedem Fall zu empfehlen.

Die Ursachen sind vielfältig, aber zumeist liegt diese an einem ZUVIEL an Futter und einem ZUWENIG an Bewegung. Wenn man bei Hunden mit Futterbelohnungen arbeitet , muss diese Menge von der normalen Futterration abgezogen werden. Bewegung ist ein Grundbedürfnis unserer Tiere. Körperliche wie auch geistige.

Tiere können auch aus Langeweile, bei Stress (kauen beruhigt) oder weil sie schlicht depressiv sind zu viel Nahrung aufnehmen. Daher ist neben der physischen Ebene auch die psychische näher zu betrachten. Eine artgerechte, ausgewogene Ernährung, Bewegung und Psychohygiene sind für eine erfolgreiches gesundes Abnehmen zu empfehlen.

Für Hunden ist zudem ein Fastentag in der Woche sinnvoll und gesund. Katzen hingegen darf man nicht hungern lassen! Das ist sehr wichtig, denn schwere Leberschäden können die Folge sein.

Mit individuell gestalteten Bewegungsprogrammen, Spiel und Spaß kehrt die Freude an der Bewegung über das Dahinschwinden der überschüssigen Pfunde rasch zurück! Ja, nicht nur für den Hund, sondern auch für die Katze, das Meerschweinchen, das Kaninchen... lassen sich Bewegungsprogramme zaubern.

Nager und Hasenartige darf man keinesfalls hungern lassen! Die Ernährung sollte unter die Lupe genommen werden ebenso wie die Möglichkeiten für Freilauf, Auslauf und Beschäftigung.

Wir tragen die Verantwortung für die Gesundheit unserer Tiere. Manchmal müssen eben wir für unser Tier denken und eben nicht jedem treuen Hundeblick mit einem Leckerli nachgeben oder jedem Miau unseres Stubentigers.  Ja, sie erziehen uns oftmals sehr gut, diese lieben Wichte :-).

Exkurs Hunde:
Es gibt auch Krankheitsbilder, die mit einem dicken Bauch wie das Cushing Syndrom einhergehen. Hier handelt es sich nicht um Fettleibigkeit im herkömmlichen Sinne. Der dicke Bauch ist nur ein Symptom von mehreren dieser Hormonstörung, bei der zu große Mengen des Nebennieren-Rinden-Hormons Kortisol produziert wird. Für eine genaue Diagnose ist eine umfangreiche Untersuchung durch den Tierarzt oder einer Tierklinik angezeigt:
 
Symptome bei Cushing wären etwa, wobei sie nicht immer gleich stark ausgeprägt sind:

  • Vermehrtes Trinken und/oder Urinieren.
  • Haarverlust und/oder schlechtes Nachwachsen von Fell an rasierten Stellen. Kopf und Füße bleiben vom Haarverlust meist ausgespart.
  • Die Fellqualität verändert sich
  • Muskelschwäche (einhergehend mit Leistungsschwäche)
  • Vermehrt auftretendes Hecheln
  • Dicker Bauch mit meist gleichzeitig dünnen Beinen
  • Der Appetit ist großteils gut bis übersteigert



Ressourcenverteidigung

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...aus „SPASS AN DER FREUD“? SCHLECHT ERZOGEN? VERWÖHNT?

Eine umfangreiche Thematik mit großen individuellen Unterschieden, daher hier nur ein Einblick.

ressourceRessourcen zu verteidigen ist ein weit verbreitetes Verhalten unserer Hunde und KEINE Verhaltensstörung, sondern in der Natur durchaus sinnvoll. Es handelt sich weder um ein dominantes noch um respektloses Verhalten dem Menschen gegenüber. Ressourcenverteidigung hat zudem nicht ausschließlich mit der Rangordnung zu tun. Hunde, die Ressourcen verteidigen, zeigen oft zusätzlich problematisches Verhalten wie Scheuheit, unterwürfiges Urinieren, mangelndes Vertrauen. Also das Gegenteil dessen, was wir gemeinhin als dominantes Verhalten bezeichnen. Manche von ihnen mögen außerdem keine oder nur bedingt körperliche Berührungen.

Ressourcenverteidung findet sich quer durch den Gemüsegarten der Hundevielfalt. Durch alle Rassen, bei jung und alt und bei allen erdenklichen Lebensgeschichten. Zudem hat weder ein schlechter Gehorsam mit der Verteidigung von Ressourcen zu tun noch die Meinung vieler, dass diese Hunde schlicht verwöhnt und verzogen seien. Viele äußerst wohl erzogene Hunde mit gutem Benehmen verteidigen ihre Ressourcen.


Das Trainings-Prinzip ist:
Von einem „DAS GEHÖRT MIR“ über ein „DAS GEHÖRT UNS“ zu einem „OK-ES GEHÖRT DIR“ !

Porphylaktisch können wir bereits mit unserem Welpen arbeiten, indem wir seine Ressource durch eine viel tollere austauschen. Eine Ressource aus Trainingsgründen einfach wegzunehmen und dies vielleicht auch noch einige Male zu wiederholen kann zu Frustration führen und damit erst ein ressourcenverteidigendes Verhalten provozieren und erzeugen. Ziel ist also, der Austausch der jeweiligen Ressource einhergehend mit dem Hervorrufen positiver Gefühle bei unseren Hunden. Er soll Angenehmes verknüpfen.

Je „normaler“, "selbstverständlicher" wir mit unseren Hunden umgehen, desto besser. Hunde brauchen wie Kinder Grenzen und eine klare Linie in der Erziehung. Insbesondere wenn Kinder im Haushalt leben gibt es keine Diskussion und darf ein ressourcenverteidigendes Verhalten niemals auf die leichte Schulter genommen werden. Wir dürfen Verhalten unterbrechen, wenn es in dieser Sekunde geschieht. Wir müssen aber darüber nachdenken, wie wir die so entstandene Lücke füllen. Denn, reine Bestrafung unterbricht ein Verhalten nur vorübergehend. Jeder Hund ist anders, jede Situation ist anders, daher ist immer wieder Fingerspitzengefühl gefordert und eine gute Beobachtungsgabe gefragt. Im Training ist ein langsames systematisches Vorgehen wichtig. Auch wir Menschen müssen oft an uns arbeiten wie wir dem Hund gegenüber auftreten. Ein selbstsicheres, gelassenes und vertrauenswürdiges Auftreten ist von Vorteil.

Hund haben unterschiedliche Präferenzen und häufig werden mehrere Ressourcen verteidigt. Beispiel:
→ Futter + Futterschüssel + Wasserschüssel
→ begehrtes Spielzeug oder andere Dinge wie Stöckchen, Utensilien / Wäsche des Menschen
→ bevorzugte Schlaf- und Liegeplätze: der Klassiker ist das Bett, das Sofa

Die Intensität der Verteidigung einer Ressource hängt neben ihrem Wert für den Hund auch davon ab, WER sich seiner Ressource annähert. Auch hier machen Hunde gerne große Unterschiede. Manche verteidigen auch ihren Besitzer als sehr wichtige Ressource, insbesondere gegen andere Hunde. Zudem kann sich die Intensität der Verteidigung verstärken etwa  Hund mit Lieblingsspielzeug auf dem Bett.

Die am häufigsten verteidigte Ressource ist klassisch das
1. FUTTER: angefangen bei der bloßen Annäherung an die leere Futterschüssel - über wenn der Hund frisst - bis dahin, wenn wir ihm etwas abnehmen wollen.

Weitere Ressourcen mit unterschiedlicher Präferenz
2. Gegenstände
3. Orte
4. Besitzer inklusive Streicheleinheiten

Da es große individuelle Unterschiede im Durchlaufen des Drohverhaltens gibt, ist es notwendig, daß der Hundehalter gut beobachtet und ein schriftliches Protokoll anfertigt. Denn je genauer die Auslöser bekannt sind, desto einfacher ist die Behandlung!

Bei manchen läuft es klassisch ab mit Einfrieren – Knurren – Zähne fletschenSchnappen → und erst wenn alle Drohungen nichts bewirken, dann wird zugebissen. Dieses klassische Durchlaufen entspricht einer hohen Reizschwelle und stellt das Ideal dar.

ABER: nicht immer läuft es so klassisch ab, wie dies bei einer niedrigen Reizschwelle der Fall ist. Diese Hunde lassen keine Veränderung in ihrem Verhalten beobachten und beissen plötzlich ohne Vorwarnung zu.

Für Prognosen in der Verhaltenstherapie sind neben dem sehr individuellen Lerntempo auch das „Temperament“ des Hundes wesentlich. Wie impulsiv ist sein Verhalten? Wie siehts mit seiner seiner Frustrationstoleranz aus? Wie mit der Reizschwelle und der Beißhemmung?

Lernen ist ein Prozess und auch Hunde haben unterschiedliche Lerntempi. Dies ist einerseits Anlage bedingt und andererseits auch davon abhängig, in welch abwechslungsreicher Umwelt der Hund aufwuchs. In einer sehr reizarmen Umgebung kann sich das Hirn nicht genauso entwickeln wie in einer abwechslungsreichen Umgebung. Dann, hat Ihr Hund gelernt zu lernen?

WICHTIG sind Managementmaßnahmen um etwaige Rückschläge zu vermeiden und eventuellen Konfliktsituationen vorzubeugen.

Da Hunde schlecht generalisieren, muss mit jeder Ressource einzeln trainiert werden. Daher muss der Hundehalter zu Anfang eine Liste aller Ressourcen erstellen, die der Hund verteidigt. Auch mit hündischen Schwerpunkt auf der jeweiligen Ressource.


TRAINING:

Das Training wird systematisch und in kleinen Etappen aufgebaut, damit  sich die einzelnen Schritte auch auf geistiger und emotionaler Ebene festigen können.

Im ersten Schritt geht es einfach nur darum, dem Hund aufzuzeigen, worum es bei der ganzen Sache eigentlich geht und um mit diesem Training vertraut zu werden. Daher finden diese ersten Tauschübungen mit für den Hund belangslosen Dingen statt. Wir müssen immer daran denken, dass wir positive Gefühle im Hund hervorrufen wollen und müssen wir ihm helfen leichter zu verstehen, was wir wollen „was Sache ist“. Man kann es als eine Art Vorbereitung für Mensch und Tier auf das folgende eigentliche Training mit begehrten Ressourcen verstehen. Wir laufen uns gemeinsam warm, wenn man so will. Die ganze Sache soll dem Hund Freude bereiten, seine Gefühlsebene ansprechen.

Die Trainingspläne werden an die jeweilige Situation von Mensch und Tier angepasst. Berücksichtigt werden unter anderem das individuelle Lerntempo, die Heftigkeit und Häufigkeit der Verteidigung einer oder mehrerer Ressourcen.


Ein Wort zur VORBEUGUNG:

→ vorausschauendes Handeln wie frühzeitige Wahrnehmung von leckeren "Dingen" auf der Straße

→ Berührungsübungen beim Welpen: Der Hund soll damit einfach lernen, sich bei Berührungen überall auf seinem kleinen Körper gut zu fühlen. Sie sollen ihm vertraut werden. Gute Gefühle können beim Welpen durch Spiel erzeugt werden. Es müssen nicht immer Leckerli sein, manchmal sind auch Zuwendung und Lob gute Verstärker. Besonders tolles Futter ist meist schwer zu toppen.

→ Vorbeugendes Training im Sinne des regelmäßigen Austausches diverser Kauutensilien und Spielzeug gegen besonders schmackhafte Leckerbissen.

→ Eine weiter Möglichkeit ist sich etwa einen Kauknochen mit dem Hund zu „teilen“: wir halten den Kauknochen an einer Seite fest, während unser Hund an der anderen Seite herumkiefelt. Die Draufgabe wäre dann noch, wenn sich unser Hund während dessen von unserer freien Hand berühren läßt und dies als angenehm wahrnimmt.


Die BEISSHEMMUNG des jungen Hundes muss gewissermaßen erst „ausreifen“ und trainiert werden. Am einfachsten geschieht dies in einer gut geführten Welpengruppe.

Wichtig ist die Arbeit an der IMPULSKONTROLLE des Hundes wie etwa durch recht einfache BLEIB-Übungen.

 




Umherschauen der Katze

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catDieses Umherschauen ist ein amüsant faszinierendes Verhalten unter Katzen, das häufig zu beobachten ist. Bereits Prof. Dr. Paul Leyhausen beschrieb es. Es ist spannend sich die Zeit zu nehmen und selbst mal stiller Beobachter seiner Stubentiger zu werden. Durch ihr oft subtiles wie komplexes Verhalten entgeht uns im Alltag viel an den gewissen Feinheiten der Katzensprache. Als eindeutig sehr vielschichtige Geschöpfe, werden Katzen selten von nur einem Antrieb oder nur einer einzelnen Stimmung angeleitet. Dementsprechend vielfältig und manchmal widersprüchlich anmutend zeichnet sich der Melange ihrer eingesetzten Ausdrucksmittel.

Bei einer Katzenbegegnung ist das Verhältnis der Katze zur Umgebung ein wesentlicher Faktor für ihr Verhalten. Wir können immer wieder beobachten, dass jene Katze, die den Raum bereits kennt, zumindest anfänglich in einer überlegenen Position ist. Dies kann sich schon dadurch verändern, dass die neue Katze sofort einen erhöhten Platz, etwa einen Stuhl, einnimmt. Am liebsten mit zusätzlicher Rückendeckung. Durch diese erhöhte Position gleicht sich zumeist die vorherige Überlegenheit der anderen Katze aus. Die heimische Katze nähert sich dann vorsichtiger an und der Neuzugang vermag eine Annäherung gelassener anzunehmen. Manchmal kommt dann sogar ein direkter Blickkontakt zustande, der aber bald wieder von „Umherschauen“ abgewechselt wird. Zudem gilt unter Katzen als wesentlich, WER  zuerst einen bestimmten Ort einnimmt. Sie leben nicht in starren sozialen Strukturen wie Rudeltiere. Ihre sozialen Strukturen sind vielmehr hoch sensibel und oft auch störungsanfällig. In einem anderen Artikel sprach ich bereits darüber, dass Katzen ihre Sicherheit über ein stabiles Raum-Zeit-und Beziehungsgefüge gewinnen.

Hat nun der Neuankömmling seinen erhöhten Platz auf dem Sessel eingenommen, ist dieses amüsant anmutende „Umherschauen“ zu beobachten. Mit einem aufmerksamen, fast zufriedenen Gesichtsausdruck sieht sie mit langsamen Kopfbewegungen überall im Raum umher. Sie meidet es aber tunlichst, in Richtung der heimischen Katze zu blicken. Man glaube aber nicht, dass sie nicht dennoch jede kleinste Bewegung der heimischen Katze wahrnehmen würde. Das wird spätestens dann deutlich, wenn die heimische Katze eine neuerliche Kontaktaufnahme versucht. Es scheint, als möchte sie mit diesem „Umherschauen“ ihre Harmlosigkeit demonstrieren.

Bereits Prof. Dr. Paul Leyhausen meinte, dass das „Umherschauen“ mit der Scheu der Katze zusammenhängt, direkt angeblickt zu werden. Man kann dies selbst testen: Man beobachte seine Katze heimlich. Wenn sie sich unseres direkten auf sie gerichteten Blickes plötzlich gewahr wird, wird sie ihre Tätigkeit unterbrechen und nur zögerlich bis deutlich gehemmt wieder aufnehmen. Wie gesagt, Katzen kommunizieren subtil, unsere Beobachtungsgabe muss manchmal erst für die vielen Feinheiten der Katzensprache geschärft werden.

Oder, eine Katze die etwa ihre Beute (real oder spielerisch) beschleicht und sich plötzlich von einer anderen Katze entdeckt sieht, wird sich sofort aufrichten und vollkommene Interesselosigkeit „markieren“ und umherschauen. Ein interessantes Phänomen ist auch, dass der direkte Blick der „Beute“ ebenso die Katze in der Durchführung ihrer Aktion hemmt. Übersprungsschnuppern kann dann die Folge sein.

Leyhausen bezeichnete das „Umherschauen“ als Zeichen eines Kontaktabbruchs („cut-off“). Begegnungen mit solch angewandten „cut-offs“ enden nur selten im Kampf. Daran sieht man wieder wie wichtig die Sozialisation ist und dass man Katzen nicht zu früh von Mutter und Geschwistern trennen sollte.  

Solcherlei „cut-offs“ erfüllen eine doppelte Funktion: Das „Umherschauen“ mildert den Reiz für Angriff oder Flucht auf die begegnende Katze. Zugleich vermeidet das umherschauende, kontaktabbrechende Tier aktiv, sich selbst zu Flucht oder Angriff reizen zu lassen, wie es bei einer weiteren Annäherung der heimischen Katze kaum zu vermeiden wäre. Auf diese simple und zugleich diplomatische Art und Weise braucht sie nicht zu kämpfen und auch nicht zu flüchten. Sofern freilich das heimische Tier nicht unbedingt und fest zu einem Angriff entschlossen ist.

Wieder sieht man, Katzen sind sozial, aber nicht immer gesellig. Nur weil die Katze gerne für sich alleine „geht“ ist sie noch längst nicht sozial unbegabt.

Prof. Dr. Paul Leyhausen: „Im Gefolge des Menschen entwickelte die Katze wie dieser eine Vielfalt an Gesellschaftsformen. Alle anderen Haustiere verfügen im Vergleich zur Wildform nur über verarmte Sozialstrukturen.“

Konrad Lorenz stellte seiner Zeit die Theorie von der Selbstdomestikation des Menschen auf. Diese Selbsdomestikation läßt sich auf die Katze übertragen. Denn, die Katze setzte sich selbst – wieder im Vergleich mit anderen Haustieren – den Bedingungen eines Zusammenlebens mit dem Menschen aus. Diese führten dann in weiterer Folge zur Ausprägung ihrer Haustiermerkmale.Sie selbst entschied sich dem Menschen anzuschließen und behielt sich dabei ihre Unabhängigkeit. Faszinierende  Geschöpfe, unsere Katzen.

 

Dieses Umherschauen ist ein interessantes faszinierendes Verhalten unter Katzen, das wir vielfach beobachten können. Es wurde bereits von Prof. Dr. Paul Leyhausen nach vielfachen Beobachtungen ausführlich beschrieben. Es ist spannend sich die Zeit zu nehmen und selbst mal stiller Beobachter seiner Stubentiger zu werden. Durch ihr oft subtiles und zugleich komplexes Verhalten entgeht uns im Alltag viel an den gewissen Feinheiten der Katzensprache. Als eindeutig sehr vielschichtige Geschöpfe, werden Katzen selten von nur einem Antrieb oder nur einer einzelnen Stimmung angeleitet. Dementsprechend vielfältig und manchmal widersprüchlich anmutend zeichnet sich der Melange ihrer eingesetzten Ausdrucksmittel.

Bei einer Katzenbegegnung ist das Verhältnis der Katze zur Umgebung ein wesentlicher Faktor für ihr Verhalten. Wir können immer wieder beobachten, dass jene Katze, die den Raum bereits kennt, zumindest anfänglich in einer überlegenen Position ist. Dies kann sich schon dadurch verändern, dass die neue Katze sofort einen erhöhten Platz, etwa einen Stuhl, einnimmt. Am liebsten mit zusätzlicher Rückendeckung. Durch diese erhöhte Position gleicht sich zumeist die vorherige Überlegenheit der anderen Katze aus. Die heimische Katze nähert sich dann vorsichtiger an und der Neuzugang vermag eine Annäherung gelassener anzunehmen. Manchmal kommt dann sogar ein direkter Blickkontakt zustande, der aber bald wieder von „Umherschauen“ abgewechselt wird. Zudem gilt unter Katzen als wesentlich, WER  zuerst einen bestimmten Ort einnimmt. Sie leben nicht in starren sozialen Strukturen wie Rudeltiere. Ihre sozialen Strukturen sind vielmehr hoch sensibel und oft auch störungsanfällig. In einem anderen Artikel sprach ich bereits darüber, dass Katzen ihre Sicherheit über ein stabiles Raum-Zeit-Gefüge gewinnen.

Hat nun der Neuankömmling seinen erhöhten Platz auf dem Sessel eingenommen, ist dieses amüsant anmutende „Umherschauen“ zu beobachten. Mit einem aufmerksamen, fast zufriedenen Gesichtsausdruck sieht sie mit langsamen Kopfbewegungen überall im Raum umher. Sie meidet es aber tunlichst, in Richtung der heimischen Katze zu blicken. Man glaube aber nicht, dass sie nicht dennoch jede kleinste Bewegung der heimischen Katze wahrnehmen würde. Das wird spätestens dann deutlich, wenn die heimische Katze eine neuerliche Kontaktaufnahme versucht. Es scheint, als möchte sie mit diesem „Umherschauen“ ihre Harmlosigkeit demonstrieren.

Bereits Leyhausen meinte, dass das „Umherschauen“ mit der Scheu der Katze zusammenhängt, direkt angeblickt zu werden. Man kann dies selbst testen: Man beobachte seine Katze heimlich. Wenn sie sich unseres direkten auf sie gerichteten Blickes plötzlich gewahr wird, wird sie ihre Tätigkeit unterbrechen und nur zögerlich bis deutlich gehemmt wieder aufnehmen. Wie gesagt, Katzen kommunizieren subtil, unsere Beobachtungsgabe muss manchmal erst für die vielen Feinheiten der Katzensprache geschärft werden.

Oder, eine Katze die etwa ihre Beute (real oder spielerisch) beschleicht und sich plötzlich von einer anderen Katze entdeckt sieht, wird sich sofort aufrichten und vollkommene Interesselosigkeit „markieren“ und umherschauen. Ein interessantes Phänomen ist auch, dass der direkte Blick der „Beute“ ebenso die Katze in der Durchführung ihrer Aktion hemmt. Übersprungsschnuppern kann dann die Folge sein.

Leyhausen bezeichnete das „Umherschauen“ als Zeichen eines Kontaktabbruchs („cut-off“). Begegnungen mit solch angewandten „cut-offs“ enden nur selten im Kampf. Daran sieht man wieder wie wichtig die Sozialisation ist und dass man Katzen nicht zu früh von Mutter und Geschwistern trennen sollte.  

Solcherlei „cut-offs“ erfüllen eine doppelte Funktion: Das „Umherschauen“ mildert den Reiz für Angriff oder Flucht auf die begegnende Katze. Zugleich vermeidet das umherschauende, kontaktabbrechende Tier aktiv, sich selbst zu Flucht oder Angriff reizen zu lassen, wie es bei einer weiteren Annäherung der heimischen Katze kaum zu vermeiden wäre. Auf diese simple und zugleich diplomatische Art und Weise braucht sie nicht zu kämpfen und auch nicht zu flüchten. Sofern freilich das heimische Tier nicht unbedingt und fest zu einem Angriff entschlossen ist.

Wieder sieht man, Katzen sind sozial, aber nicht immer gesellig. Nur weil die Katze gerne für sich alleine „geht“ ist sie noch längst nicht sozial unbegabt.

Prof. Dr. Paul Leyhausen: „Im Gefolge des Menschen entwickelte die Katze wie dieser eine Vielfalt an Gesellschaftsformen. Alle anderen Haustiere verfügen im Vergleich zur Wildform nur über verarmte Sozialstrukturen.“

Konrad Lorenz stellte seiner Zeit die Theorie von der Selbstdomestikation des Menschen auf. Diese Selbsdomestikation läßt sich auf die Katze übertragen. Denn, die Katze setzte sich selbst – wieder im Vergleich mit anderen Haustieren – den Bedingungen eines Zusammenlebens mit dem Menschen aus. Diese führten dann in weiterer Folge zur Ausprägung ihrer Haustiermerkmale.


Das Pferd - ein Fluchttier

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Pferdefreunde und Reiter wispferdeherdesen es: Angst und Vorsicht sind wesentliche Aspekte des Wesens eines Pferdes. Warum? Ihre einzige Überlebenschance in der Natur ist möglichst wachsam zu sein um Gefahren wie Raubtiere frühzeitig wahrzunehmen und dann möglichst rasch das Weite zu suchen. Es ist ihr natürlicher Instinkt davon zu laufen und in freier Wildbahn auch äußerst sinnvoll. Daher sind Angst gepaart mit Vorsicht größer als alles und in der Natur zur Erhaltung der Art überlebenswichtig. Das Pferd verhält sich wie ein Pferd. Es weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Pferde gehen wie alle Tiere den Weg des geringsten Widerstandes. Wir Menschen im Prinzip auch, sofern wir die Möglichkeit dazu haben. Wenn wir uns vor etwas fürchten, sind wir ebenfalls bemüht uns möglichst rasch vom Auslöser der Angst zu entfernen. Die Distanz zu vergrößern.

Da Angst und Vorsicht beim Fluchttier Pferd das Überleben sichern, sind sie tief verankert. Aus diesem Grund kann man Angst einem Pferd nicht einfach austreiben und müssen sie als gegeben hinnehmen. Aber, wir können ihm lehren mit dieser Angst umzugehen, ihm beibringen seine Ängste zu kontrollieren. Hat das Pferd etwa bei einem Ausritt Angst vor einem konkreten Objekt, zeigen wir ihm dieses Objekt und es wird sich beruhigen. Unter sicheren Rahmenbedingungen wie in einem Roundpen können wir gezielter vorgehen. Wir bringen dem Pferd verschiedene Dinge des Lebens, der Umwelt näher. So machen wir es etwa mit Planen, Regenschirmen, kläffenden Hunden, Motorengeräuschen... vertrauter und vor allem bringen wir ihm in solch Situationen mit viel Ruhe bei, selbst seine Ängste kontrollieren zu lernen. DAS ist der wesentliche Punkt und funktioniert nur schmerzfrei! Es ist sehr wichtig, dass das Pferd im Trainingsprozess ruhig bleibt. Nur so ist lernen überhaupt möglich. Stress und Schmerz verhindern Konzentration und Lernen. Nach dem Training sollte das Pferd dementsprechend ruhiger sein als zuvor.

Wenn wir mit einem Pferd arbeiten, müssen wir sie aus ganzheitlicher Sicht betrachten. Diese bedeutet die Berücksichtigung der geistigen, körperlichen und emotionalen Fähigkeiten. Der Trainingsfortschritt hängt nun von jener Ebene ab, die sich am langsamsten entwickelt.

Auf körperliche Ebene hat etwa ein Pferd mit sechs Monaten noch nicht die körperlichen Voraussetzungen um geritten zu werden. ABER, auf geistiger und emotionaler Ebene sind sie bereits lernfähig. So kann man es etwa lehren von Menschen Hand geführt zu werden, die Hufe zur Hufpflege zu heben, sich verladen zu lassen. Auch ein zweijähriger ist noch nicht körperlich ausgereift und seine Koordinationsfähigkeit lässt auch noch zu Wünschen übrig.

Auf geistiger Ebene darf ich mir die Frage stellen, ob unser Pferd auch alles versteht, was ich von ihm will und ob es alles verarbeitet. Die Lerngeschwindigkeit ist unter Pferden genauso unterschiedlich wie bei allen anderen Lebewesen auch.

Auch auf der emotionale Ebene ist es sehr wichtig unser Pferd gut zu beobachten, unsere Wahrnehmung für unser Pferd zu schulen. Etwa wie gut kann unser Pferd mit Stress und Drucksituationen umgehen? Ist es befähigt sich angemessen zu entspannen oder rennt es pausenlos auf Hochtouren und ist hypervigilant? Denn dann müssen wir ihm helfen seine Emotionen zu kontrollieren und besser damit umzugehen.

Neben der Sicherheit des Pferdes muss natürlich auch immer die Sicherheit des Menschen während des Trainings gewährleistet sein. Im Endeffekt ist ein Pferd immer stärker als wir und zu solch Kraftproben darf es nie kommen. Sind vollkommen fehl am Platz. Wir wollen ein harmonisches Bild ergeben mit unserm Pferd. Ein Miteinander und kein Gegeneinander.

Unter Pferden ist die soziale Rangordnung genau strukturiert. Bei meinem Bruder in Mittermühl NÖ kann man unter den eingestellten Pensionspferden wunderbar diese Strukturen beobachten. Durch die Offenstallhaltung und die großen Weideflächen haben sie die Chance ihr natürliches Pferdeverhalten auszuleben. Es ist eine wahre Wonne sie bei ihren Wanderungen und der Pflege ihrer Sozialkontakte zu beobachten.



   
© Elke Söllner