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Katzen aneinander gewöhnen...

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 ...oder wie gelingt eine Zuammenführung von Katzen

relaxing cat

Katzen sind als Säugetiere durchaus soziale Geschöpfe, allerdings mit teils großen individuellen Unterschieden. Nicht zuletzt bedingt durch die Erfahrungen in den frühen sensiblen Phasen. Gesellig sind hingegen nicht alle Katzen. Zudem sind ihre Toleranzen das Revier zu teilen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Die Annäherung zwischen zwei einander bis dato fremden Katzen kann freundlich, neutral oder aggressiv bestimmt sein. Da wir Katzen nach ihren Distanzregeln agieren lassen müssen, ist eine langsame Annäherung bei dem Zusammengewöhnen zu bevorzugen.

Wählt man eine Katze als zukünftiges Haustier, sollte man zwei Katzen zu sich nehmen, wobei die Geschlechtsunterschiede berücksichtigt werden sollten:

→ Man tut gut daran, zwei gleichgeschlechtliche Tiere auszuwählen. Kater und Kätzin zeigen bereits früh ihr unterschiedliches Spielverhalten. Die von den Katern bevorzugten Kampfspiele bedeuten für Kätzinnen überwiegend Stress. Weibliche Tiere bevorzugen Objektspiele und zeigen vermehrt affiliatives Verhalten. Allerdings lehrte mich die Praxis auch hier, dass Ausnahmen die Regel bestätigen.
→  Auch altersmäßig sollten die Tiere zusammenpassen. Eine alte Katze ist mit einem Jungspund schlicht überfordert. Wenn die alte Katze immer alleine gelebt hat, dann sollte man dies auch so beibehalten. Ist eine Partnerkatze verstorben, so sollte man der Katze eine Trauerphase von etwa 6 Wochen gewähren. Ist sie bereits älter und man möchte wieder eine Katze dazu nehmen, dann entweder ein etwas jüngeres Tier oder ein Pärchen von zwei Jungtieren. Diese beschäftigen sich mit etwas Glück miteinander und lassen das Alttier in Ruhe. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
→ Zudem sollte man darauf achten, wie selbstbewusst die Katze ist und beobachten, ob Mobbing stattfindet. Mobbing bedeutet Dauerstress und Psychosomatische Erkrankungen (etwa Magen-Darmerkrankungen wie Gastritis, Blasenentzündungen....) können die Folge sein.
→ Manche Rassen passen besser zueinander und manchmal sogar gleiche Farben.

Als vorbereitende Maßnahme VOR dem ersten direkten Zusammentreffen, ist der Austausch der Katzengerüche zu empfehlen. Einerseits durch das Tauschen der jeweiligen Katzendecken und andererseits der direkte Pheromonaustausch zur Unterstützung eines einheitlichen Sippen-, Gruppengeruchs unter den Katzen. Die Katzendecken beinhalten nicht nur den Duft der freundlichen Gesichtpheromone und werden mit einigen Leckerbissen gereicht. Um den Sippengeruch herzustellen, wischt man die beiden Stubentiger (bei mehreren Katzen eine nach der anderen) abwechselnd an den Backen, am Kinn, an den Mundwinkeln, auf der Stirn... mit je einem Baumwolltuch ab. Dort sitzen die Drüsen für die freundlichen Gesichtspheromone. Danach legt man das jeweils mit Pheromonen getränkte Tuch in das Zimmer der anderen Katze und unmittelbar daneben ein paar Futterbrocken. Auf diese Weise sollen positive Assoziation mit dem von uns hergestellten Gruppengeruch erwachsen.  Der Mensch fungiert sozusagen als sozialer Vermittler. Eine Rolle, die gemeinhin eine Katze in der Gruppe übernimmt (inklusive des Geruchs der Menschen). Denn, wer nicht diesen Gruppengeruch trägt, gilt als fremd. Feliway Pheromonstecker vermitteln als Diffuser zusätzlich ein allgemeinses Wohlfühlgefühl. Da die Katzen den Takt vorgeben wie rasch wir vorgehen können, ist es in beiden Fällen ratsam, gut auf die Reaktionen der Miezen zu achten und sich daran zu orientieren.

Am besten bringt man den Neuankömmling zuerst in einem separierten Zimmer unter, ohne dass die alteingesessenen Tiere in wittern können. Je nach Charakter und Wesen des Neuankömmlings werden nach ein bis drei Tagen vorsichtig beiden Katzen die Gerüche des jeweils anderen nahe gebracht und der Gruppengeruch hergestellt. Die neue Samtpfote sollte zudem die Chance und Möglichkeit erhalten, ungestört das neue Gebiet erkunden zu können. 

Erstbegegnungen verlaufen sehr unterschiedlich. Eine Gittertür für den Anfang oder ein Käfig erleichtern eine geschützte Annäherung ebenso wie ein Katzengeschirr, um heftiges Aneinandergeraten zu vermeiden. Auseinandersetzungen hinterlassen leicht Spuren und daher ist besser Vorsicht geboten. Nach einem Bruch in einer Katzenfreundschaft kann man die Katzen, vornehmlich den Aggressor, ebenfalls an ein Katzengeschirr gewöhnen um so eine gesicherte Widerannäherung zu gewährleisten.

Bei in sich ruhenden Tieren klappt es durchaus auch, dass wir die neue Katze alles in Ruhe erkunden lassen, wie etwa wo es die wichtigen Fluchtwege gibt, und danach die Türe einen Spalt öffnen um das heimische Tier herein zu lassen. Immer nur eine Katze hinzu lassen! Im überwiegenden Fall liegt dann die Initiative zur näheren Begegnung bei der heimischen Katze. Je nach ihrem Temperament, ihrer Sozialisation und Selbstsicherheit, nähert sie sich mehr oder weniger langsam und geduckt an die fremde Katze an um sie zu beschnuppern. Indem wir die neue Katze  zuerst in das neutrale Zimmer bringen und sie in erhöhter Position Platz nehmen lassen, verschaffen wir ihr einen Startvorteil. Denn, wer zuerst vor Ort ist hat Vorrang und wer erhöht sitzt ist hier und jetzt in der sozial überlegenen Position.

Bei Erstbegegnungen sind Fauchen und auch Tatzenhiebe im Sinne eines Abwehrverhaltens zur Distanzvergrößerung normal. Alles im Rahmen versteht sich.

Oder man lässt die neue Katze alles erkunden und gibt ihr dann ein Zimmer mit Kisterl, Futter, Wasser, Schlafplatz, Spielmöglichkeiten, wo sie sich aklimatisieren kann. Wenn es sich um ein scheueres Tier handelt, darf sie sich mal an ihr Rückzugszimmer gewöhnen. Auch hier bitte unbedingt wieder an den Geruchsaustausch denken. Die Zimmer der Katzen sollten man regelmäßig tauschen, damit sich keine „festsetzt“.

Schlechte Prognosen für eine Zusammenführung liegen dann vor, wenn sofort ein direkter Angriff ohne vorherigen Kontaktaufnameversuch  erfolgt. Oder, wenn ein sehr heftiger Angriff nach einer Kontaktaufnahme erfolgt. Hier ist unbedingt einzugreifen und die Katzen sind zu trennen. Zumindest für eine Stunde, wenn nicht länger, müssen die Tiere räumlich von einander getrennt werden und auch nicht vom Halter angefasst werden. Die Erregungslage ist sehr hoch und so kommt es rasch zu einer umgerichteten Aggression auf den Halter. Katzenbisse sind gefährlich und daher tunlichst zu vermeiden und sofort ärztlich zu versorgen.

Viel in der Kommunikation zwischen den Katzen entgeht uns Menschen schlicht. Einerseits, weil ihr Verhalten in der Kommunikation oft sehr komplex und subtil ist und andererseits, weil wir die geruchliche Kommunikation nicht wahrnehmen.

Vielleicht ist es interessant zu wissen, dass Katzen geringfügig kurzsichtig sind. Aus diesem Grund sind die wichtigen Signale auf nahen Distanzen Bewegungen, Geschwindigkeit der Bewegung und die generelle Körperhaltung / Silhouette. Unhöflich gilt unter Katzen das Anstarren. Meist ist in diesen Fällen eine Spannung im Oberlid zu beobachten sowie nach vorne gerichtete Schnurrhaare. Unter anderem ist es wichtig darauf zu achten, in welcher Haltung sich Schwanz und Kopf befinden. Ängstliche und wenig selbstsichere Katzen etwa, tragen Kopf und Schwanz eher unten und wirken oft verspannt. Bei einer aggressiven Annäherung erfolgt diese sehr direkt und rasch mit sehr tiefem Kopf und der Blick wird nicht abgewandt. Daran sieht man, dass auch die Geschwindigkeit der Annäherung bereits Auskunft über die Absichten geben kann. Direkt vor einer offensiv aggressiven Attacke sind die Pupillen der Katze geschlitzt. In Angst und Panik sind sie geweitet. Allerdings ist der Lichteinfall immer mitzuberücksichtigen. Unsichere Katzen machen durch ihre Körpersprache auf Katzen ohne sozialer Kompetenz manchmal einen verdächtigen Eindruck und werden unter Umständen dann lieber gleich im Vorfeld verprügelt. So nach dem Motto: sicher ist sicher.

Dringt eine Katze in den persönlichen Raum einer anderen ein und will aber weder näheren  Kontakt noch einen Konflikt provozieren, dann „tut sie so, als wäre keiner da“. Der Schwanz ist hier auch unten getragen, aber die Katze blickt weg, der Blick wird also abgewandt. Das sogenannte „Umherschauen“ der Katze ist auch ein interessantes Verhalten. Hierzu in einem anderen Kapitel.
 
Die nose-to-nose Begrüßung ist die typische freundliche Katzenbegrüßung und natürlich wenn der Schwanz aufrecht getragen wird. Kaum bei Erstbegegnungen.



Kommunizieren, Beruhigen, Drohen, Beissen

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give me

Hunde sind als Rudeltiere hoch soziale Lebewesen. Für den Hund gibt es kein richtig oder falsch. Verhalten funktioniert oder funktioniert eben nicht. Ist sicher oder gefährlich. War der Hund mit seinem Verhalten erfolgreich, wird er es wieder anwenden, lernfähig wie er ist. Der Situation angemessen aggressives Verhalten ist normal, ist Kommunikation und keinesfalls gleich als pathologisch zu werten. Das bedeutet nicht, dass es immer zu akzeptieren ist. Vehalten muss immer im Gesamtkontext und im Wechselspiel von Anlage und Umwelt betrachtet werden. Was war vorher?

 "Wohl gibt es Aggression ohne Liebe, aber keine Liebe ohne Aggression." (Konrad Lorenz)

Wir wollen hier nichts schön reden. Es gibt Hunde, die mit aggressivem Verhalten sehr erfolgreich waren oder kleine Kämpfernaturen sind und sich daher weiterhin aggressiv verhalten. Wir unterscheiden zwischen defensiv und offensiv aggressivem Verhalten. Hier gebe ich nur einen kurzen Einblick in einen möglichen Kommunikationsverlauf bei einer Begegnung mit defensiv aggressivem Charakter und dem Ziel der Distanzvergrößerung zum Auslöser.

1) Beruhigungssignale dienen einerseits der Vermeidung einer als bedrohlich wahrgenommenen Situation bis hin zur Vermeidung einer möglichen aggressiven Auseinandersetzung. Andererseits setzen Hunde diese ebenfalls ein um sich selbst in bestimmten Situationen eine Art innere Beruhigung zu verschaffen, etwa indem er sich über seine Nase leckt. In der Kommunikation mit anderen Hunden signalisiert der Hund dem Gegenüber seine friedlichen Absichten oder dass er bitte in Ruhe gelassen werden möchte. Das heißt nicht, dass alle Hunde dies respektieren. Beispiele für Beruhigungs- oder sogenannte Beschwichtigungssignale sind Abwenden des Kopfes oder des gesamten Körpers; Blickkontakt abbrechen; Hinsetzen oder Hinlegen; sich langsam bewegen; sich dem anderen Hund in einem Bogen nähern (höfliches Hundeverhalten), sich über die Nase lecken.

Half dies alles nichts, ist Flucht nicht möglich und fühlt sich der Hund weiterhin in einer für ihn subjektiv erlebten gefährlichen, bedrohlichen Situation, folgt meist die nächste Stufe zur Distanzvergrößerung:

2) Drohverhalten dient ebenfalls der Kommunikation und ist ernst zu nehmen, egal ob defensiver oder offensiver Natur.  Drohsignale dienen dem Hund die Distanz zum Auslöser zu wahren oder zu vergrößern. Er sagt auf gut Deutsch: „Bleib wo Du bist!“ „Komm mir nicht zu nahe!“ „Verzupf Dich!“ oder auch „Das ist meins!“ - bei Ressourcenverteidigung (eigenes Kapitel). Es gibt grosse individuelle Unterschiede beim Durchlaufen des Drohverhaltens, die unter anderem von der Reizschwelle und der Impulskontrolle des Hundes abhängig sind.

  • Einfrieren ist häufig bei "Ressourcenverteidigung" (Ressourcen wie Futter, bevorzugte Liegeplätze, Spielzeug, Mensch) als erste Stufe des Drohverhaltens zu beobachten.
  • Knurren. Knurren ist nicht gleich Knurren, aber immer noch besser als rasches Zubeissen.
  • Hochziehen der Lefzen oder sogenanntes Fletschen der Zähne mit Runzeln des Nasenrückens: Je unsicherer, ängstlicher der Hund, desto mehr seiner Zähne = Waffen wird er zeigen. Zurückgezogene Maulwinkel sind kennzeichnend. Das Maul kann weit geöffnet werden. Insbesondere wenn Flucht nicht möglich ist gilt das Motto: "Angriff ist die beste Verteidigung". Je selbstischerer der Hund, desto weniger Waffen = Zähne muss er präsentieren.  Daher sind die Maulwinkel auch rund und kurz. Auch hier gilt Vorsicht walten lassen.
  • Schnappen: Dies ist ein Biss in die Luft, bei dem der Hund absichtlich nicht verletzt.
  • Eventuelles Vorspringen in Verbindung mit Knurren, Schnappen... ist möglich.
  • Bellen als Warnung lernte der Hund im Zusammenleben mit dem Menschen. Manchmal wedelt der Hund zeitgleich mit dem Schwanz und dies macht seine Ambivalenz deutlich. Häufig ist diese Warnung bei unsicheren und eher ängstlichen Hunden zu beobachten. Das Ziel ist, die Distanz zum Auslöser zu vergrößern. Eine diplomatische Form der Kommunikation aus Hundesicht.Die Angstkomponente ist zumeist größer als die Aggressionskomponente. Vorausgesetzt, der Hund wird nicht in die Enge getrieben. Dann folgt Selbstverteidiung.

3) Beissen, wenn alles nichts half! Die Heftigkeit kann sehr unterschiedlich ausfallen: Wie hoch ist die Motivation? Wie sehen die Erfahrungswerte aus? Hat sich der Hund in der Vergangenheit bereits „durchgebissen“, also Erfolg mit seinem Verhalten gehabt? Hunde sind Raubtiere, tragen Waffen im Maul und können beissen. Kein Hund beisst ohne Grund. Selbstverteidigendes Verhalten ist ein häufiger Grund.

TIPP: Einem fremden Hund besser nicht direkt in die Augen blicken oder gar anstarren! In der Hundekommunikation kann dies einer Provokation gleichkommen und ist häufig mit aggressiven Absichten verbunden - Drohfixieren. Eine deutliche Spannung im Hund ist zu beobachten. Einen unsicheren, ängstlichen Hund kann Anstarren noch mehr verunsichern und zu einem aggressiven Gegenschlag (defensiv aggressives Verhalten) verführen. Nicht jeder Hund mag es angefasst zu werden. Auch sie haben eine Individualdistanz. Selbst wenn der Hund gut sozialisiert ist, mag er Umarmungen und Kopfgetätschle nicht besonders. Er lernte es zu tolerieren und nicht mehr als bedrohlich wahrzunehmen.

Exkurs: Beruhigungssignale und Übersprungshandlungen zeigen Hunde auch, wenn sie sich in der augenblicklichen Situation nicht wohl fühlen. Gesamtzusammenhang betrachten!

Schon einmal bei ihrem Hund beobachtet? Nach einer stressvollen oder unangenehmen Situation schütteln sich Hunde gerne im wahrsten Sinne des Wortes den Stress befreiend aus ihrem Pelz. Splitten: ein dritter Hund trennt zwei Hunde, indem er sich dazwischen "drängt". Wir können uns dies bei heiklen Hundebegegnungen zu Nutze machen. Ausstrecken der Vorderläufe mit gesenktem Oberkörper ist nicht unbedingt nur Strecken, sondern kann auch die neutrale offene Stimmung für das was jetzt kommen mag anzeigen.

Stichworte weiterer Themen: Ressourcenverteidigung, Selbstkontrolle, Frustrationstoleranz, Knurrschwelle, Schnappschwelle, Beissschwelle, Verhaltensunterbrechung

 

Die Katze – das unbekannte Wesen?

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cats Kennen wir sie wirklich, unsere Samtpfote? Sicher ist, in der Beliebtheitsskala der Haustiere hat sie den Hund abgelöst. Warum? Nun, vielleicht haben wir ihr nach Unabhängigkeit strebendes Verhalten zu schätzen gelernt. Obgleich wir Unterschiede zwischen Katzen bei reiner Wohnungshaltung und Katzen mit Freigang  beobachten können. Der Stubentiger ohne Freigang bindet sich oft enger an den Menschen. Seine Umwelt ist eingeschränkter und reizärmer, was bei einem Raubtier wie der Katze nicht zu unterschätzen ist.

Katzen sind durchaus soziale Geschöpfe, wenn auch nicht immer sehr gesellig. Hier gibt es große individuelle Unterschiede. Sie geht als Einzeljäger auf die Pirsch, bei der Kleinheit ihrer Beute auch eindeutig sinnvoll. Daher spricht man gemeinhin von der Katze als Einzelgänger. Hier ist es angebracht zu differenzieren: JA, es gibt diese Stubentiger, die ihr Leben lieber ohne weiter kätzische Gesellschaft verbringen. Ebenso finden sich enge Katzenfreundschaften mit viel Zusammenkuscheln und ihrem "nose-to-nose" Begrüssungszeremoniell. Mit anderen Worten: Katzen sind durchaus sozial, allerdings nicht immer gesellig und das spiegelt sich in ihrem Verhalten dem Artgenossen gegenüber unmissverständlich wider. Sie können Freundschaften schließen, sofern die Sympathie stimmt und sie gewillt sind. Wir wissen, sie haben ihren eigenen Kopf.

Junge Kater werden in der Pubertät von ihren Müttern aus der Gruppe vertrieben. Dieses Verhalten verhindert Inzucht und ist daher äußerst sinnvoll. Häufig finden sich solch junge Kater zu Bruderschaften zusammen. Von Kätzinnen ist bekannt, dass sie sich gerne zu  Matriarchaten zusammen schließen und oftmals gemeinsam ihre Kitten großzuziehen.

Ebenso sind unter wildlebenden oder verwilderten Katzen Zusammenkünfte zu beobachten, sofern das Nahrungsangebot ausreichend ist. Auch im Mehrkatzenhaushalt bilden sich unter manchen Katzen Freundschaften und bei anderen wiederum handelt es sich mehr um Art Wohngemeinschaften, bei denen man einander lieber aus dem Wege geht. Eine Katze läßt sich nicht so einfach eine neuen x-beliebigen Freund vor die Nase setzen. Sonst hagelt es ordentlich Protest und Probleme sind vorprogrammiert.

Manchmal bezichtigen wir die falsche Katze der Übeltäterschaft in einem Konflikt. Das Verhalten der Katze ist sehr komplex und muss immer im Gesamtkontext betrachtet werden. Katzen kommunizieren oft sehr subtil und für das ungeschulte menschliche Auge kaum wahrnehmbar. Wir sehen dann nur die fauchende und sich selbst verteidigende Katze. Ihr Verhalten ist defensiv aggressiv und vielleicht hat sie den Konflikt ganz und gar nicht angezettelt. Katzen gehen grundsätzlich Konflikten lieber aus dem Wege, denn diese kosten Energie und eventuelle Verletzungen können gefährlich enden. Im Falle eines Kampfes verfügen Katzen nicht über das große Repertoir an Beschwichtigungssignalen wie unsere Hunde.

Wenn die kritische Distanz unterschritten wird und sie aus ihrer Sicht nicht fliehen kann, reagiert die Katze nicht selten defensiv aggressiv. Was soll sie auch anderes tun? Aus ihrer Sicht ist sie in Gefahr und hat pure Angst. Also verteidigt sie sich so gut sie kann. Und manchmal ist auch Angriff die beste Verteidigung. Durchaus kann ihr Verhalten sehr heftig und sogar fast unkontrolliert ausfallen. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass das subjektive Erleben der Katze für ihr Verhalten ausschlaggebend ist. Wir müssen genau hinsehen, wer hier den Streit anzettelt. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu wissen, dass Katzen anders als Hunde ihre Sicherheit aus dem Raum-Zeit-Gefüge beziehen. Veränderungen in der zeitlichen und räumlichen Struktur können die Ursache von Stress und Angst sein. Katzen sind neugierige Gewohnheitstiere und dementsprechend schätzen sie Veränderungen nicht besonders.

Es ist wichtig Katzen ungestörte Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Interaktives Spiel ein bis zwei Mal täglich sollte am Tagesplan einer Wohnungskatzen stehen, damti sie ihr katzentypisches Verhalten ausleben kann. Ebenso dient es zur Stärkung der Mensch-Katze-Beziehung. Zur Gestaltung der katzengerechten Wohnung zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

Tierische Missverständnisse

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Tierische Missverständnisse

  • Der mit seinem Schwanz wedelnde Mischling "Benji" ist nicht zwingend freundlich gesonnen. Schwanzwedeln bedeutet vorerst einmal nur Handlungsbereitschaft. Ob diesem Verhalten freundliche oder weniger freundliche Absichten zugrunde liegen bleibt vorerst dahin gestellt. Auch als Übersprungshandlung ist das Wedeln mit dem Schwanz, der Rute zu beobachten.
  • Schäferhund "Rex" streubt die Rückenhaare, wenn er Artgenossen begegnet. Auch hier gilt nur ein erhöhtes Errregungsniveau als gesichert. Das Streuben der Rückenhaare ("Bürste") ist eine Reaktion des Autonomen Nervensystems und kein willentlich oder bewusst gesteuertes Verhalten. Daher ist die "Bürste" nicht mit aggessiven Absichten gleich zu setzen.
  • Schildpatt-Katze "Emelie" schnurrt in allen Lebenslagen. Nicht ausschließlich, wenn sie sich wohl fühlt. Aber manchmal auch um sich oder ihre Kitten zu beruhigen, sich zu entspannen und wohler zu fühlen wie bei Schmerzen...

Stress - ein kurzer Abriss

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entspanntes Schnüffeln

Stress ist Teil unser aller Leben. Auch das Wildtier erlebt Stress, wenn es vor einem Raubtier flüchtet. Diese Situation beschreibt eine akute Stresssituation im Gegensatz zu chronischem Stress. Es hängt vom Ausmaß, der Intensität und der Dauer ab, ob wir von positivem oder negativem Stress sprechen. Vereinfacht ausgedrückt versetzen Stresshormone den Organismus in eine höhere Aufmerksamkeitsstufe. Diese sichert dem Wildtier durch einen raschen Fluchtmechanismus das Überleben. Aber auch Hunger bedeutet Stress und motiviert den Organismus zur Futtersuche. Stress ist daher nicht grundsätzlich schlecht oder ungesund. Die Fragen richten sich eher auf das Ausmass des Stresses und WIE das Lebewesen gelernt hat mit Stress umzugehen?

Wie wir Menschen sind auch unsere Hunde und Katzen unterschiedlich "stressanfällig". Die Ursachen sind vielfältig. Die genetische Disposition spielt hier ebenso eine Rolle wie die Umwelterfahrungen. Wuchsen Hund oder Katze sehr reizarm auf, werden später viel mehr Alltagsdinge Stress bereiten. Erlebten sie in den Frühprägephasen traumatische Erfahrungen, neigen sie oft zu einem grundsätzlich höheren Erregungsniveau, eventuell zu vermehrter Unruhe und sind meist stressanfälliger. Auch die Erfahrungen im Mutterleib spielen eine Rolle. Vergleicht man einen Welpen von einem guten Züchter mit einem Welpen, der zu früh von der Mutter weg kam und bereits als Welpe Schlimmes erfahren musste, sieht und spürt man sofort die großen Unterschiede. Das Urvertrauen eines gesunden Welpen mit einer gesunden Mutter ist einzigartig und bietet die beste Ausgangslage für das weitere Leben. Ohne Urvertrauen ist die Welt immer besser mit Vorsicht zu genießen! So ungefähr dürfen wir uns das vorstellen. ABER, wir können viel ausgleichen. Auch Tiere lernen ihre Leben lang, auch wenn es individuelle Unterschiede gibt. Je mehr unsere Katzen und Hunde lernen, desto leichter können sie sich auf neue Situationen einstellen. Zudem können wir ihnen helfen, mit stressvollen Situationen umzugehen. Viele unserer Katzen und Hunde sprechen zur Unterstützung bei vermehrter Unruhe auf Bachblüten positiv an. Diese Blütenessenzen schaffen eine Art Harmonisierung und damit eine bessere Grundlage für erfolgreiches Lernen. In akuten Stresssituationen haben sich Bachblüten-Notfallstropfen bewährt.

Trennungsstress ist nur eine Stressform von vielen. Eine Ursache ist die zu große soziale Abhängigkeit des Hundes von uns und die damit verbundene Unsicherheit. Es ist sehr wichtig, dem Hund eine gewisse Selbständigkeit und vor allem soziale Sicherheit lernen zu lassen. Bindung ist wichtig, aber sie sollte nicht zu stark sein. Es soll keine lebensbedrohende Situation für den Hund werden, wenn sein Mensch nicht bei ihm ist. In solch extremen Fällen spricht man von einer trennungsbedingten Angststörung. Als begleitende Unterstützung in der Therapie leisten Bachblüten oft gute Dienste.

Lärm, Krach, Unruhe – dies alles verursacht auch bei unseren Haustieren Stress! Stresshormone müssen vom Organismus erst wieder abgebaut werden. Daher sind Ruhephasen sehr wichtig! Nach einer Hundeausstellung zum Beispiel, benötigt ein Hund ungefähr zwei bis drei Tage zum Abbau der Stresshormone.

Stadtleben bedeutet auch häufig Stress für Hunde. Daher sollten wir mit ihnen viel in den Wald, ins Grüne fahren. Kinder können auch Stress bedeuten. Mit anderen Worten müssen wir immer darauf achten, dass unsere Haustiere die Möglichkeit für Rückzug und Ruhephasen haben. Kauen entspannt! Bevor sich der Junghund selbst etwas zum Kauen sucht, können wie ihm etwas anbieten und ihm helfen.

Für reine Wohnungskatzen kann ein neues Möbelstück, ein neuer Partner, plötzlich viel alleine gelassen zu werden oder gar ein Umzug massiven Stress bedeuten. Katzen leben bei reiner Wohnungshaltung relativ reizarm und sind zudem oft unterbeschäftigt. Katzen mit Freigang sind bis zu 10 Stunden im Freien unterwegs um Mäuse, Vögel... zu fangen, einfach nur umher zu streifen und das Leben zu genießen. Wir können Ihnen die große weite Welt mit Zweigen aus der Natur ins Wohnzimmer bringen. Auch vom Einkaufen mitgebrachte Schachteln oder Papiertüten (Griffe unbedingt abschneiden wegen einer möglichen Verletzungsgefahr) gestalten das Leben ein wenig abwechslungsreicher. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.


Beschäftigung und Bewegung sind Grundbedürfnisse von Hund, Katz und Co, denen wir Rechnung zu tragen haben. Aber, es kann auch ein zu viel sein. Wir sollten unser menschliches Leistungsdenken und -streben nicht unserer Tieren überstülpen. Ihnen ist ein gewonnener Pokal herzlich egal. Wir dürfen uns hingegen fragen: Wie lebt eine Katze mit Freilauf? Womit verbringt sie ihre Tage und Nächte? Wie sieht der Alltag eines Strassenhundes aus? Woher kommt unser Haustier ursprünglich? Wie sah die Umwelt seiner Heimat aus? Der Esel muss sehr karg gefüttert werden, weil er aus kargen Gegenden kommt. Ansonsten sind Krankheiten vorprogrammiert. Pferde sind Weidetiere und brauchen viel Auslauf. Fehlernährung bedeutet auch Stress für den Organismus. Nicht artgerechte Haltungsbedingungen ebenso.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Übernahme unseres Stresses durch unsere Hunde und Katzen. Manche Tiere versuchen sogar einen Ausgleich zu schaffen und man kann dann beispielsweise eine Übersprungshandlung wie Gähnen beobachten. Manche kläffen vermehrt, so zu sagen für uns! Sie wissen zwar nicht was los ist, aber unsere Nervosität, Unruhe, Anspannung und Stress überträgt sich auf sie.

Unter Stress ist lernen kaum oder zumindest nur erschwert möglich. Daher ist es wichtig, dass wir Menschen vor dem Training mit dem Tier Entspannung finden. „In der Ruhe liegt die Kraft“ - wenn man so will. Ebenso wie sich unsere Anspannung überträgt, überträgt sich auch Entspannung und innere Ruhe!

Ein traumatsches Erlebnis kann auch bei einem Tier zu einer posttrauamatischen Belastungsstörung und damit auch zu einer chronischen Stresssituation führen.

Es ist wichtig die Stresssymptome von Hunden, Katzen und Co zu erkennen, um positiv einwirken zu können. Zudem verstehen wir dann vieles im Verhalten unseres Haustieres besser!

Des Pudels Kern ist also Entspannung! Bei manchen Formen von Angststörungen, chronischem wie akutem Stress oder auch nur Unruhe kann man sachte mit Bachblüten, Australischen Buschblüten, Homöopathie, Pheromonen und Nahrungsergänzungsmitteln unterstützend einwirken. So bringt man das Tier auf einen Level, wo lernen und damit ein erfolgreiches Training möglich wird. Das Tier soll ja positive Lernerfahrungen machen. Bei schwerwiegenderen Fällen besteht mittlerweile auch die Möglichkeit einer Unterstützung durch Psychoparmaka.

GANZHEITLICHE SICHT:
Die körperliche (physische), emotionale (psychische) und geistige (mentale) Ebene bilden bei Mensch und Tier immer eine Einheit. Wichtig ist daher die ganzheitliche Betrachtung auch bei Verhaltensauffälligkeiten! Dementsprechend ist der Wert einer ausgewogenen Ernährung nicht zu unterschätzen. Der Stoffwechsel ist ein komplexes System und somit beeinflusst die Ernährung auch das psychische System.

Ein Beispiel ist das Reflexpinklen, welches den vermehrten Harndrang bei Hunden und Katzen benennt, auch fälschlich als Protespinkeln bezeichnet.  Der Grund erläutere ich gerne auf Anfrage. Nur so viel: Das Limbische System spielt ebenso eine große Rolle wie die Tatsache, dass Blase und Darm selbständige Steuerungsmechanismen besitzen. Auch wir Menschen kennen den vermehrten Harndrang in aufregenden oder stressigen Situationen. Die Psychosomatik macht auch bei Hunden, Katzen und Co nicht halt. Der Einfluss der Emotionen auf Körperfunktionen ist mittlerweile auch bei unseren Haustieren unbestritten.

Für konkreten Fragen stehe ich gerne in einem persönlichen Gespräch zur Verfügung.

Kind und Haustier

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beste freundeDas Thema Kind und Haustier liegt mir sehr am Herzen. Wenn Hunde oder Katzen ohne Kinder aufwuchsen, keine Sozialisation auf Kinder erfuhren, kann es im Erwachsenenalter Probleme mit Kindern haben. Kinder wirken insbesondere auf Hunde und Katzen rasch unberechenbar und verursachen nicht selten Emotionen der Angst oder zumindest Stress. Auch hier ist viel Geduld für die Erziehung  und im Verhaltenstraining durch den erwachsenen Tierhalter gefordert. Das Tier ist ein Tier und wird sich immer wie ein Tier verhalten! Kleinkind und Hund dürfen wir Erwachsenen NIE unbeaufsichtigt lassen!! Der BESTE Hund ist und bleibt ein Hund und trägt Waffen im Maul. Oft habe ich den Eindruck, dass jedes Kind von seiner Natur her Tiere - ob nun Hunde, Katzen, Kaninchen, Chinchillas, Meerschweinchen, Hamster, Pferde - liebt. Das Strahlen von Kinderaugen, wenn sie meinen Hundewicht sehen berührt mich immer wieder!

Ergänzung am 27.01.2012: Kurze Exkurse aus DOGS Magazin von Katharina Jakob

Vorwort in eigener Sache: Da wir mit der Übernahme eines Tieres eine große Verantwortung über einige Jahre übernehmen, muss diese Entscheidung sorgfältig gemeinsam überlegt sein.

<Hunde erfüllen Bedürfnisse und Wünsche, die für die Entwicklung der Kinder unerlässlich sind, fasst der emeritierte Psychologieprofessor Reinhold Bergler aus Bonn die Ergebnisse seiner Forschungen zusammen: Seit den 1980er Jahren hat er zahlreiche Untersuchungen zum Thema "Kinder und Heimtiere" gemacht. Und er fügt warnend hinzu: "Nicht nur alte Menschen, auch Kinder leiden vielfach unter Einsamkeit." In seinem Buch "Heimtiere, Gesundheit und Lebensqualität" stellt Bergler Studien vor, in denen Kinder befragt wurden, was sie am meisten an ihrem Hund schätzen. Fast alle, 95 Prozent, antworteten: "Mit meinem Hund habe ich immer viele schöne und auch lustige Erlebnisse." Und: "Es macht mir viel Spaß, mit meinem Hund zu spielen." Drei Viertel sagten: "Wenn mein Hund bei mir ist, fühle ich mich sicher und habe keine Angst." Laut Bergler verhindern Hunde Langeweile bei Kindern, stimulieren sie zu kindgemäßen Aktivitäten wie im Freien spielen, die Natur erforschen, mit anderen Kindern herumtoben.

Unumstritten: Hunde fördern die Entwicklung von Kindern positiv
In einer anderen Untersuchung kommt der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal zu dem Schluss, "dass das Aufwachsen mit Hunden sehr wichtig für Kinder ist. Das zeigen unsere Daten. Es ist empathiefördernd und macht aus ihnen sozialkompetente Erwachsene, und zwar in einem Ausmaß, wie es Geschwister nicht leisten können." Sein Fazit: "Die Zahlen sind so deutlich, dass man nach amerikanischem Recht seine Eltern auf soziale Deprivation verklagen könnte, wenn sie einem zugemutet haben, ohne Hunde aufzuwachsen."

Anhand von Speichelproben und anderen Messdaten haben Wissenschaftler nachgewiesen, dass Hunde den Stresspegel bei Kindern senken können - vor allem bei denen, die ihr Vertrauen in Erwachsene verloren haben:

Helfen Hunde dabei, alte Wunden zu heilen?
Um zu verstehen, was dies für die praktische Arbeit mit traumatisierten Kindern bedeutet, muss man wissen, wie die Psychologie menschliche Bindungen definiert. Sie teilt soziale Beziehungen ein in "sicher", "unsicher" und "hochunsicher gebunden". Sicher gebunden ist beispielsweise ein Kind, das von seinen Eltern in den Arm genommen wird, wenn es weint oder Angst hat. Es lernt bereits in frühen Jahren fürs Leben, dass es mit seinen Sorgen ernst genommen wird, dass man ihm helfen will. Bei einem unsicher gebundenen Kind ist das anders: Da weisen die Eltern ihr Kind ab und überlassen es sich selbst. Ein hochunsicher gebundenes Kind schließlich hat Eltern, die ihm Gewalt antun, es misshandeln oder missbrauchen. Die engsten Bezugspersonen werden selbst zum Auslöser von Angst.

Nun hängen aber Stress und Bindung nach Auffassung von Henri Julius, dem Psychologen und Mitinitiator der Studie, eng zusammen. Da wir alle nun mal hochsoziale Wesen sind, so der Rostocker Wissenschaftler, können wir jeglichen Stress, der aus unserem Zusammenleben erwächst, nur reduzieren, wenn wir miteinander in engen Kontakt treten, uns in den Arm nehmen, umeinander kümmern. Unsicher gebundene Kinder haben diesen Trost nicht, von daher bleiben ihnen nur eingeschränkte Möglichkeiten, mit Stress umzugehen. Meist behelfen sie sich mit Ablenkung.

Hochunsicher gebundenen Kindern fehlt sogar das, sie kennen keine probaten Strategien der Stressbewältigung. Verschlimmernd kommt hinzu, dass die im Elternhaus erlernten Bindungsmodelle auf andere Beziehungen übertragen werden. "Ein Kind, das unsicher gebunden ist", sagt Julius, "rechnet auch bei seinem Lehrer mit Zurückweisung. Ein Kind, das hochunsicher gebunden ist, wird davon ausgehen, dass es von seinem Lehrer ebenfalls geschlagen, vernachlässigt oder missbraucht wird. Kinder erwarten von ihren neuen Bezugsfiguren immer das, was schon die alten Bezugsfiguren getan haben." Das ist der Grund, warum Therapeuten, Lehrer oder andere Personen, die sich einem solchen Kind nähern möchten, nur unter allergrößter Mühe Zugang zu ihm finden können.

Offenbar gelingt Hunden, was den Menschen versagt bleibt. Überraschenderweise, und das ist ein zentrales Ergebnis der D.A.CH.-Studie, findet der Hund eine Tür. Denn "diese Beziehungsmuster, die die Kinder haben", sagt Julius, "werden zwar auf andere erwachsene Bezugsfiguren übertragen, aber nicht auf Hunde. Das ist das Faszinierende." Hunde können demnach Bindungspartner für Kinder werden und in dieser Rolle wichtige Funktionen erfüllen. "Eine der wichtigsten Bindungsfunktionen", sagt der Psychologe, "ist die Stressreduktion.">   (www.dogs-magazin.de)

 

   
© Elke Söllner