Kleinsäuger und andere Tiere

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Kategorie: Tierwissen
Veröffentlicht am Freitag, 30. Dezember 2011 20:10
Geschrieben von Elke Söllner
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kaninchenKleine Freunde

Neben den zahlreichen Haustierformen unter den Kleinsäugern, gibt es auch jede Menge wildlebender Arten wie Feldhamster, Feldhasen, Waldmäuse, Bilche...). In unseren Wohnzimmern finden sich unter anderen Hasentiere (Kaninchen); Nagetiere (wie Meerschweinchen, Goldhamster, Farbratte, Maus, Chinchilla, Degu...) und immer häufiger auch Frettchen.

Verhaltensauffälligkeitenn lassen sich auch unter Kleinsäugern feststellen. Um eine artgerechte Haltung und Ernährung zu gewährleisten, sollten wir uns über ihre Herkunft, ihr Wesen, ihr Verhalten informieren. Aus welcher Gegend stammt das Tier ursprünglich? Handelt es sich um ein Gruppentier oder einen Einzelgänger? Für Gruppentiere bedeutet die Gruppe Schutz und da sie aus diesem Grund lange am Gruppenleben teilnehmen, bleiben Krankheiten lange unbemerkt. Auch diese kleinen Wichte benötigen Beschäftigung, sonst werden Ersatzbeschäftigungen gesucht oder es kommt zu Verhaltensauffälligkeiten. Als Beispiel ist der an den Gitterstäben "reißende" Goldhamster zu nennen. Zu 90% liegt die Ursache in Langeweile. Neben Beschäftigungsmöglichkeiten ist ein großes Augenmerk auf artgerechte Fütterung zu legen! Sonst ist der Weg zum Tierarzt gesichert. Ich berate Sie gerne auch bereits VOR der Anschaffung!

„Die Haustierhaltung ist ein ernstzunehmender Erziehungsfaktor. Sie nimmt in dem Maße an Bedeutung zu, in dem sich eine verstädterte Menschheit der Natur entfremdet.“  (Konrad Lorenz)

WISSENSWERTESmeerschweinchen

Die Nagetiere (Rodentia) finden nahezu weltweite Verbreitung und besiedeln eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensräume. Das charakteristische Merkmal sind ihre Nagezähne, mit  denen die vier vergrößerten Schneidezähne bezeichnet werden und die ein Leben lang wachsen. Die Nagezähne sind regelmäßig gekrümmt, die des Oberkiefers mehr als die des Unterkiefers. Das Zahnwachstum wird durch die Kautätigkeit reguliert. Das Futter und die sich gegenüberliegenden Zähne sorgen dafür, dass die Zähne nicht zu lang wachsen. Die Backenzähne haben hingegen bei vielen Arten ein begrenztes Wachstum. Bei einigen Gruppen jedoch sind auch die Backenzähne wurzellos und wachsen damit zeitlebens wie zum Beispiel beim Meerschweinchen und beim Chinchilla. Die 20 Zähne des Meerschweinchens wachsen ständig und lebenslang!

Kaninchen werden häufig fälschlicherweise als Nagetiere bezeichnet, obgleich sie zu den Hasentieren (Lagomorpha) zählen. Allerdings gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Kaninchen und Nagetieren: Wie die Nagetiere so haben auch Kaninchen vier vergrößerte Schneidezähne, die ein Leben lang wachsen und die typische Lücke vor den Backenzähnen aufweisen. Die Kaninchen kommen wie die meisten Nagetiere ohne Fell zur Welt. Das wichtigste Merkmal der Hasentiere ist, dass dicht hinter den oberen Nagezähnen ein kleines Zahnpaar sitzt, das den Nagetieren fehlt! Wegen diesem Zahnpaar gab man den Hasentieren früher den Namen Doppelzähner (Duplicidentata) und betrachtete sie als abweichende Gruppe der Nager. Zu einer eigenen zoologischen Gruppe wurden die Hasentiere erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts ernannt: Zu jener der Lagomorpha. Kaninchen sind wie die Meerschweinchen Gruppentiere!

Kaninchen haben zwar auch einen regen Stoffwechsel, aber im Gegensatz zu Meerschweinchen werden Kaninchen häufig stubenrein, was den Freilauf erleichtert. Im Idealfall dürfen sie Tag und Nacht in der Wohnung oder zumindest in einem Zimmer umherhoppeln. Denn, Kaninchen sind äußerst bewegunsfreudige aktive Tiere, was ihre langen Hinterläufe beweisen. Sie lieben es zu buddeln, zu springen, zu  rennen und einfach soziale Kontakte zu pflegen. Da Kaninchen unter einander eine strenge Rangordnung haben, benötigt auch jedes seine eigene Schlafhöhle und sie müssen einander aus dem Wege gehen können. Handelsübliche Käfige, Gitterkäfige sind leider meist zu klein. Auch für sie sind Erkundigungs-und Beschäftigungsmöglichkeiten wichtig und eine artgerechte Futterauswahl essentiell. Selbstverständlich kann man sie auch in einem gegen Marder und CO gut gesicherten Freilaufstall im Garten halten. Schattenplätze sind auch für Kaninchen sehr wichtig. Hält man sie großteils in einem Käfig, so sollte der Freilauf morgens und abends gestattet sein, da Kaninchen über die Mittagszeit ruhen.

 

frettchen


Frettchen findet man auch immer häufiger in den Wohnzimmern. Sie zählen zu der Familie der Marder und der Untergattung der Iltisse. Frettchen sind Fleischfresser. Durch ihre anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes nehmen sie innerhalb der Carnivorenfamilie eine Sonderstellung ein. Ihnen fehlt der Blinddarm um zellulosehaltige Nahrung zu verdauen. Zudem verfügen sie nur über einen kurzen Dickdarm. Besonderheiten, die bei der Ernährung berücksichtigt werden müssen. Frettchen werden zwar rasch zutraulich und anhänglich, benötigen aber auch viel Beschäftigung.