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Hund

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Treuer Begleiter

happy beardie

Der Hund ist das älteste Haustier. Heute scheint es als gesichert, dass der Stammvater unseres Familienhundes („canis lupus familiaris“) der Wolf („canis lupus“) ist. Der bislang älteste Fund eines Hundes stammt aus dem etwa 14.000 Jahre alten Doppelgrab von Oberkassel am Rhein.

„Gedanken wollen oft – wie Kinder und Hunde -, dass man mit ihnen im Freien spazieren geht.“ (Christian Morgenstern)

Mit diesen Worten beschrieb bereits Christian Morgenstern ein wichtiges Grundbedürfnis des Hundes, dem wir Rechnung zu tragen haben: Bewegung! Zudem brauchen Hunde für ein glückliches artgerechtes Leben neben seinen Menschen auch Sozialkontakte zu Artgenossen !

Der Hund ist doppelt sozialisiert: auf Hunde und auf den Menschen.“ (Erik Zimen)

Entscheidet man sich für einen Hund als Haustier, ist es wichtig im Vorfeld seine Erwartung an das Zusammenleben zu überdenken. Nicht jede Rasse paßt zu jedem Menschen sowie nicht jeder Mensch zu jeder Rasse passt. Im Zusammenleben mit einem Hund ist die berechenbare Kommunikation und das sinnvolle Festlegen von Richtlinien und Rahmenbedingungen sehr wichtig! Der Hund braucht eine Bezugsperson, auf die er sich verlassen kann. Ein verständnisvoller Umgang mit gegenseitigem Vertrauen sind die Basis für ein glückliches Zusammenleben.

„Der Hund ist ein Hund und wird sich immer wie ein Hund verhalten!“

Daher ist es sehr wichtig die Sprache, das Ausdrucksverhalten, das Wesen des Hundes zu verstehen! Unsere Hunde sind Weltmeister im Lesen unseres Ausdrucksverhaltens. Und wie sieht es umgekehrt aus? Wie der Wolf, so ist auch der Hund ein Rudeltier. In einem Rudel gelten Regeln, Richtlinien und bis zu einem gewissen Grad auch Hierarchien. Kämpfe werden wenn möglich vermieden. Das Verhaltensrepertoir unserer Haushunde ist reich an Signalen um Kämpfe zu umgehen oder zumindest nicht ausarten zu lassen. Echte Beschädigungskämpfe finden sich unter gut sozialisierten Rüden selten.

In Wolfs- und Wildhundrudeln werden Welpen von den erwachsenen Tieren erzogen und ihnen Grenzen gesetzt. Bei unseren Haushunden sollte unsere Erziehung mit dem Zeitpunkt der Übernahme (meist mit acht bis zehn Wochen) beginnen. Mit acht Wochen beginnt die Sozialisierungsphase, die erste "sensible Phase". In dieser Phase sind die Welpen besonders offen für bestimmte Reize und somit für Lernen. Hier werden Grundsteine für das restliche Hundleben gelegt. Je mehr der Hundewelpe lernt und kennen lernt, desto weniger gestresst wird er in neuen, ihm ungewohnten Situationen im weiteren Leben sein. Aber alles mit Maß und Ziel! Sonst erreichen wird das Gegenteil und züchten uns einen gestressten, ängstlichen oder hyperaktiven Hund heran. Daher sind aufmerksames Beobachten, Hinschauen und Hinfühlen essentiell. In dieser Phase lernen sie bereits den sehr wichtigen Umgang mit Aggression. SPIEL bedeutet für den kleinen Hund nicht nur Spaß, sondern im Spiel findet Lernen auf unterschiedlichen Ebenen statt.

Erziehung soll sinnvoll ins Alltagsgeschehen integegriert werden und bedeutet nicht endlose, eintönige "Sitz,Platz,Fuss - Einheiten". Sondern, da muss etwa der junge Hundewicht mal warten, bis ich die Zeitung gelesen habe. Aber auch Kuschel- und Streicheleinheiten dürfen nicht zu kurz kommen, denn sie förden das Vertrauen, die Bindung und bieten dem kleinen Welpen Rückhalt. Es soll keine symbiotische Abhängigkeit und damit Hilflosigkeit aus einer zu engen Bindung erwachsen. Ein gesundes Maß an Eigenständigkeit und Selbständigkeit erleichtern dem Hund das Leben gewaltig. Uns auch! Die klare Linie in der Erziehung ist der kürzeste Weg zum Ziel. 

Flexileinen sind für Welpen ungeeignet, da er nicht lernt an der lockeren Leine zu gehen. Zudem ruht auf der Flexileine ständige Spannung und der Hund lernt das Ziehen an der Leine. Ein Hundegeschirr dem Halsband vorzuziehen, damit Halswirbelsäule und Kehlkopf geschont bleiben. Wie ein kleines Kind, so blickt auch der Hundewelpe neugierig in die große weite Welt. Gut geführte Welpenspielstunden sind sinnvoll. Der Kontakt zu gut sozialisierten Althunden ist ein nicht zu unterschätzender Erziehungs- und Lernfaktor. Bewegung an der frischen Luft mit Spiel und Erkundigungen stehen für den Welpen an der Tagesordnung.  Da er noch rasch ermüdet, sind nur begrenzte Spaziergänge anzuraten. Ungestörte Ruhephasen müssen unbedingt eingehalten werden. Er lernt bereits jetzt, dass man nicht alles haben kann, was man will. So lernt er mit kleineren Frustrationen umzugehen und sich langsam in gesunder Selbstkontrolle zu üben.

Ab etwa der 13. Lebenswoche beginnt die Rangordnungsphase, aber nicht zu verstehen einer Alpha-Beta-Gamma-Hierarchie!

Danach folgt mit etwa der 20. Lebenswoche die Rudelordnungsphase und dauert etwa bis zur 28. Lebenswoche. In diese Phase sind gemeinsame Aktivitäten wie leichte Fährtenarbeit, gemeinsame Erkundigungen förderlich für eine gesunde Entwicklung und Bindung.

Eine weitere "sensiblen Phase" ist die der Pubertät. Die Geschlechtsreife setzt etwa ab dem siebenten Monat ein, kleinere Rassen entwicklen sich generell schneller. Plötzlich scheint der junge Hund alles vergessen zu haben, was er zuvor bereits erlernt hatte. In dieser sensiblen Entwicklungsphase, finden äußere wie innere Ausreifungsprozesse statt. Hier gilt einerseits Freiraum gewähren und andererseits souveräne, tolerante, wissende und einfühlsames Leiten. Eine gewisse, für den Halter plötzlich auftretende Schreckhaftigkeit, ist manchesmal zu beobachten. In dieser Phase können sich Ängste heraus kristallisieren. Es ist sehr wichtig, dass die Erziehung bereits VOR der Pubertät voran geschritten ist. Das Kommen auf Rückruf sollte gefestigt sein. Rüden beginnen die Damenwelt zu entdecken und messen sich auch gerne untereinander. Das ist ihm Rahmen unter gleichwertigen Rüden vollkommen in Ordnung und auch sinnvoll. So lernen sie auch ihre eigenen Grenzen kennen sowie ihre Stärken und Schwächen. Oft bleibt es beim reinen Imponieren. Sehr oft ist das Verhalten an der Leine anders als im Freilauf und muss manchmal gut trainiert werden. Niemals mit Leinenruck arbeiten, denn Hunde lernen durch Verknüpfungen. Ein Leinenruck, der ja Schmerz verursacht, wenn ihr Rüde gerade einem Hund "Hallo" sagen will, kann aus einem friedvoll neugieren Hund einen leinenaggressiven Hund machen. Er verknüpt mit dem anderen Hund Schmerz! Wichtig ist auch, nie selbst an der Leine zu zerren. Der Hund soll lernen sich an unserer Körpersprache zu orientieren und an verbalen Signalen. Es entsteht eine unsichtbare Leine. Ein Tipp: für Hunde die ihren Freiraum sehr ausbauen in dieser Phase, ist die Schleppleine anzuraten und nicht nur für das Training. Es ist darauf zu achten, dass die Leine immer locker bleibt! Neben der körperlichen Bewegung, dem Spiel ist auch die geistige Beschäftigung für den Hund Zeit seines Lebens wichtig. Nasenarbeit, Fährtenarbeit liegt jedem Hund im Blut und wirkt zudem entspannend. Aber bitte auch hier nicht zu viel des Guten! Denn Nasenarbeit ist anstrengend (gehemmte Atmung) und daher müssen unbedingt Pausen eingelegt werden.

Die Senioren unter den Hunden berühren mich immer wieder sehr. Im Alter und mit dem Nachlassen ihrer Sinne werden sie mehr und mehr von uns abhängig. Leicht erschrecken sie, wenn sie schlechter sehen und hören. Die Nase funktioniert zumeist bis ins hohe Alter. Die Bewegung bleibt wichtig, muss aber unbedingt angepasst werden. Die Joggingrunden und Radausflüge werden dann alleine unternommen. Gerade größere Rassen bleiben meist von Gelenksproblemen nicht verschont. Die Veterinärmedizin bietet Schmerztherapien in Form von Medikamenten, Goldimplantaten, unterstützender Magnetfeltherapie - um nur einige zu nennen.

Da man sich mit seinem Hund im öffentlichen Raum bewegt, tragt man auch gegenüber der Gesellschaft eine Verantwortung. Es ist immer zu respektieren, dass Menschen Angst vor Hunden haben. An Orten mit vielen Menschen sollte auf die Leine nicht verzichtet werden. Bei manchen Hunden ist durchaus auch ein Maulkorb angezeigt, der aber nicht zu einem Freibrief für unerzogenes oder rüppelhaftes Verhalten werden darf. Immer ist der Hundehalter der Verantwortungsträger und es darf niemals jemand zu Schaden kommen. Daher muss der zum Jagen und Stöbern neigende Hund auch im Wald an die Leine, am besten an die Schleppleine. Hier gilt es den Waldspaziergang möglichst spannend, abwechslungsreich und  interessant zu gestalten. Zumindest einmal pro Tag sollte dem Hund Freilauf ermöglicht werden.

Auch der beste Hund kann eines Tages zubeissen. In seinem Wesen ist er ein Raubtier und Raubtiere können beissen. Deshalb ist er kein böses Tier, sondern einfach „nur“ ein Hund!

Hundefreunschaften

Katze

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Eigenwillige Samtpfote

katzenmutterglück

Die Domestikationsforschung geht heute davon aus, dass die Hauskatze von der Wildkatze (Felis silvestris) abstammt. Der Urahn der domestizierten Hauskatze unter den verschiedenen Unterarten von Felis silvestris, scheint die als Falbkatze bezeichnete afrikanische Wildkatze (Felis silvestris libyca) zu sein. Da diese Unterart am wenigsten aggressiv ist, eignet sie sich am besten für das Zusammenleben mit dem Menschen. Bereits im Alten Ägypten wurde sie als Haustier gehalten.

Ein Team der Universität Oxford um den Genetiker Driscoll, untersuchte die Gene von fast 1000 Hauskatzen von fünf Kontinenten. Es wurde nachgewiesen, dass alle fünf aufgefundenen genetischen Hauptlinien allein von der Felis silvestris libyca abstammen. Wahrscheinlich erfolgte die Domestikation fünffachunabhängig von einander, in der Region des fruchtbaren Halbmondes im Norden der arabischen  Halbinsel.

Mit einer Katze holen wir uns ein Einzelwesen ins Haus, das heißt: selbst in der Lebensgemeinschaft mit dem Menschen bleibt die Katze streng ihrem Verhaltensmuster treu. Sie geht als Einzeljäger auf die Pirsch, bei der Kleinheit ihrer Beute auch eindeutig sinnvoll. Daher spricht man gemeinhin von der Katze als Einzelgänger. Hier ist es angebracht zu differenzieren: JA, es gibt diese Stubentiger, die ihr Leben lieber ohne weiter kätzische Gesellschaft verbringen. Ebenso finden sich enge Katzenfreundschaften mit viel Zusammenkuscheln und dem üblichen "nose-to-nose" Begrüssungszeremoniell. Mit anderen Worten ausgedrückt sind Katzen durchaus sozial, allerdings nicht immer gesellig. Sie können Freundschaften schließen, sofern die Sympathie stimmt und sie gewillt sind. Wir wissen, sie haben ihren eigenen Kopf. Katzen beziehen ihre Sicherheit aus ihrem stabilen Zeit-Raum-Gefüge. Für eine überlegene Position scheint unter anderem die Devise, "zur richtigen Zeit am richtigen Ort" ausschlaggebend zu sein.

Grundsätzlich sollte man sich zwei Katzen bei einer Neuanschaffung nehmen. Am besten zwei gleichgeschlechtliche Tiere, vielleicht sogar ein Geschwisterpärchen. Einer der Gründe liegt im sehr unterschiedlichen Spielverhalten von Kater und Katze. Der Kater bevorzugt Kampfspiele und ist oft rauer im Spiel wohingegen die Kätzin Objektspiele vorzieht. Insbesondere mit dem Einsatz der Pubertät werden die Spiele des Katers oft heftiger als jener der Kätzin. Die unterste Altergrenze für die Übernahme einer Katze sollte 16 Wochen sein, aber besser man holt sie erst mit der Pubert ab dem fünften, sechsten, siebenten Monat zu sich. Der Grund ist einfach: Wenn Katzen bereits mit acht Wochen von der Mutter wegkommen, haben sie nur sehr geringe Chancen für den Erwerb und die Ausreifung Sozialer Kompetenzen. Nur bei manchen Rassekatzen finden wir interessanterweise bereits genetische Veranlagungen. Bis zu 18 Monaten bezeichnet man eine Katze als jung, bis zu acht Jahren als erwachsen und ab acht Jahren sprechen wir von der alten Katze. Auch wenn sie noch viel älter (rund 20 Jahre) werden kann. Die soziale Reife wird mit etwa zwei bis vier Jahren erreicht und erst dann entwickelt sich das Territorialverhalten unserer Katzen, wobei weibliche Tiere territorialer sind denn ihre männlichen Artgenossen.

Junge Kater werden in der Pubertät von ihren Müttern vertrieben. Dieses Verhalten verhindert Inzucht und ist daher äußerst sinnvoll. Häufig schließen sich solch junge Kater zu Bruderschaften zusammen. Von Kätzinnen ist bekannt, dass sie sich gerne zu  Matriachaten zusammen schließen und oftmals gemeinsam ihre Kitten großziehen.

Ebenso sind unter wildlebenden oder verwilderten Katzen Zusammenschlüsse zu beobachten, sofern das Nahrungsangebot ausreichend ist. Auch im Mehrkatzenhaushalt bilden sich unter manchen Katzen Freundschaften und bei anderen wiederum handelt es sich mehr um Art Wohngemeinschaften, bei denen man einander lieber aus dem Wege geht – wenn möglich! Eine Katze läßt sich nicht so einfach eine neuen x-beliebigen Freund vor die Nase setzen. Sonst hagelt es ordentlich Protest und Probleme sind vorprogrammiert. Klar, bei Katzen mit Freigang können sie einander viel eher aus dem Wege gehen.

Da reine Wohnungskatzen ihr Raubtierwesen weniger intensiv ausleben können als Freigänger, benötigen sie mehr Beschäftigungsmöglichkeiten. Zudem sichern Sie bitte zuverlässig Fenster und Balkone. Bei Wohnungskatzen ist größerer Wert auf ein gutes Katzenklomanagement zu legen. Da Katzen Urin und Kot nicht in einer Verhaltenssequenz absetzen, sollte man zwei Katzenklos pro Tier, bei zwei Katzen drei Katzentoiletten und so weiter anbieten. Die Katze wird nie ohne Grund unsauber, auch wenn wir aus menschlichem Ermessen keinen ersehen. Es sind nicht die souveränen, sicheren Tiere, die unsere Wohnung zumarkieren.

Auch auf ausreichend Kratzmöbel ist zu achten, ebenso wie auf Katzengras und manchmal vielleicht zur Abwechslung und als kleines highlight eine kurze Katzenminze-Session. Mitgebrachte Schachteln, Papiertüten (ohne Henkel) vom Einkauf oder frische Düfte aus der Natur wie Zweige läßt das Herz der Wohnungskatze höher schlagen. Zudem hilft es ihr, mit fremden neuen Gerüchen besser klar zu kommen. Im Gegensatz zum Freigänger lebt die Wohnungskatze in einer sehr eingeschränkten Umwelt. Da die Katze schon an sich ein extremes Gewohnheitstier ist und ihre Sicherheit aus dem Raum-Zeit-Gefüge bezieht, können für die Wohnungskatze kleine Veränderungen immensen Stress bedeuten. Daher sind sichere Rückzugsmöglichkeiten sehr wichtig. Zudem erfreut man die Wohnungskatze, wenn man die dritte Dimension nutzt und ihnen die Möglichkeit für Aussichtsplätze schafft.

Um sie sinnvoll zu beschäftigen kann man auch Futtersuchspiele einführen. Mit Trockenfutter ist dies leichter möglich und als Alternative bieten sich auch Futterspender an. Der gut sortierte Zoofachhandel bietet vielerlei Intelligenzspiele für Katzen und auch selbst ist rasch etwas zusammen gebastelt. Trockenfutter in einem Eierkarton versteckt oder leere Küchenrollen befüllen... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Mit Fäden ist immer Vorsicht geboten. Nadel und Faden können für Katzen zum Verhängnis werden - also alles bitte immer gut verstauen. Das interaktive Spiel zwischen Mensch und Katze, 2 - 3 x täglich rund 15 Minuten zumindest, sollte auch immer an der Tagesordnung stehen. Bevorzugt mit jeder Katze einzeln. Das fördert die Bindung, stärkt das Selbstvertrauen, dient dem Energieabbau und tut ihr einfach gut. Katzen jagen bis ins hohe Alter. Ein Freigänger kann durchaus bis zu 10 Stunden am Tag unterwegs sein, auf Mäusejagd ebenso wie einfach auf Streifzügen durchs Revier.

In Sachen "Erziehung" entscheiden Katzen selber, was sie umsetzen wollen und was nicht. Selbst die lernfähigste Katze wird niemals einem Befehl gehorchen, der für sie unangenehme Folgen hat oder den sie mit Unangenehmen verbindet. Die Erziehung bei Katzen hat ihre Grenze dort, wo bedingungsloser Gehorsam verlangt wird. Sie tun das, was sich für sie aus Erfahrung als lohnend heraus gestellt hat und womit sie sich wohl fühlen.

Kleiner Tipp: Clickertraining!

„Was Du auch tust, behandle uns nie wie Hunde! Wir holen keine Zeitungen oder Pantoffeln. Wenn Du einen Diener willst, dann miete Dir einen Hund. Wenn eine Katze sich auf den Rücke rollt und sich tot stellt, dann hast Du ein Problem. Wir haben, im Gegensatz zu Hunden, keine Bosse nötig!" (Morris die Katze)

 

Pferd

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 Freund fürs Leben


rappe im galoppUnser heutiges Hauspferd ist die domestizierte Form des Wildpferdes (Equus ferus), welches mit den Eseln und Zebras die Familie Pferde (Einhufer, Equidae) innerhalb der Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla) bildet.

Vor 60 Millionen Jahren hatte das Pferd wenig Ähnlichkeit mit unserem heutigen Hauspferd. Hyracotherium (früher Eohippus) hatte eine Schulterhöhe von etwa 35 cm und schlich auf Pfoten durch sumpfige Wälder. Da es auf der Erde wärmer wurde, zogen die Vorfahren unseres heutigen Pferdes aus den Wäldern in die Steppe. Die hohe Anpassungsfähigkeit war bereits damals eine Stärke des Pferdes.

Für Waldbewohner ist es nützlich klein zu sein um sich besser verstecken zu können. Für das Leben in der Steppe ist hingegen die Körpergröße von Vorteil. Diese verschafft einen besseren Überblick um unter anderem Feinde rascher entdecken zu können. Bereits damals schlossen sie sich zu Herden zusammen. Eine Herde bietet Schutz und größere Sicherheit. Während einige Wache halten, können andere schlafen, fressen und sich um die  Nachkommen kümmern. Neben der großen Anpassungsfähigkeit sicherte das ausgeprägte Sozialverhalten einen Evolutionsvorteil.

Die erste und ursprüngliche Beziehung zwischen Pferd und Mensch war jene zwischen Jäger und Gejagtem. Das Pferd steht am Ende der Liste der domestizierten Tiere. Bereits etwa dreitausend Jahre vor der Domestikation des Pferdes, lebte der Mensch bereits mit dem Hund.

Ob das Pferd in Asien, in Nordindien, in Nordeuropa oder gar in mehreren Erdteilen zu unterschiedlichen Zeiten  zum Haustier wurde, ist ungewiss. Sicher ist: Das Pferd als Reit- und Fahrtier eröffnete dem Menschen neue Chancen und Möglichkeiten. Er konnte sich rascher fortbewegen, weitere Strecken zurücklegen und damit immer größere Gebiete entdecken.

In den letzten rund 5000 Jahren war die Entwicklung der Menschheitsgeschichte stark von der Nutzung und dem Einsatz des Pferdes beeinflusst. Wie sehe allein die amerikanische Legende aus, wenn es keine Pferde gäbe? Die Pferde dienten dem Menschen als Zug- und Lastpferde  ebenso wie im Krieg und als Statussymbol.

Das Reiten war lange Zeit der wohlhabenderen Gesellschaftsschicht vorbehalten. Mittlerweile wurde Reiten zum Breiten- und Freizeitsport schlecht hin. "Alle Mädchen lieben Pferde" lautete der Titel eines Buches meiner Jugend. Woher kommt diese enge Verbundenheit? Vielleicht beruht diese auch in einer Art „Dankbarkeit“ diesem geduldigen Wesen gegenüber, das bis zum Umfallen immer treu diente und sich kaum je widersetzte? Genau dieses sanfte, dem Menschen zugetane Wesen erfreut heute viele Kinder und Jugendliche. Das Bewusstsein dem Wesen Pferd und vor allem auch dem Reitpferd gegenüber hat sich gewandelt. Die Reitställe sind voll von jungen Mädchen und Burschen, die liebevoll und aufmerksam „ihre“ Pferde hegen und pflegen. Da wird gestriegelt und gebürstet, die Hufe sorgfältig ausgekratzt und auf Hochglanz mit Öl, Fett eingeschmiert und poliert oder an einem heissen Sommertag das Pferd einfühlsam gebraust. Pferde lernen durch behutsamen Umgang den Menschen am Rücken zu akzeptieren. Man wird eins mit diesem rund 500 kg Tier unter einem. In einem guten Reitstall lernen Kinder die Pflege ebenso wie das Ausmisten des Stalles. Vor dem Reiten und danach wird das Pferd ordentlich gebürstet (gibt dafür unterschiedliche Bürsten) und die Hufe müssen immer sorgfältig gereinigt werden. Der Sattel wird behutsam auf den Rücken gelegt und der Gurt zuerst nur locker angezogen. Das Aufzäumen des Pferdes erfordert anfänglich ein wenig Übung. Nicht zu schmal sollte die Trense sein. Noch weniger sollte einfach am Zügel herum gerissen werden. Für das Erlernen des Reitens gilt: es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Es gehört dazu, auch mal in den Sand gesetzt zu werden, danach wieder aufzustehen, den Ärger über sich am besten runter schlucken und weiter reiten. Der Beginn des Reitenlernens erfolgt an der Longe. Mittlerweile gibt es Ponyhöfe für Kinder, mit einem kindergerechten Programm. Nicht jedes Pferd und daher auch nicht jedes Pony eignet sich für Kinder. Darauf achtet der gute ReitlehrerIn. Bei kleineren Kindern ist auf ihren jeweiligen Entwicklungsstand und auch Entwicklungsschübe Rücksicht zu nehmen. Ein Pferd ist ein Lebewesen und kein Sportgerät. Auch das Voltigieren erfreut sich immer größerer Beliebtheit.

Equus - ein sensibles Wesen, bei dessen Training Gewalt genauso wenig verloren hat wie im Training mit anderen Tieren. Auch hier baut alles auf Vertrauen auf! Eine wunderbar vertrauensvolle Freundschaft erwächst, wenn man respektvoll, achtsam, mit Feingefühl und einem gesunden Maß an Ruhe und Gelassenheit an die Arbeit geht. Auch in der Arbeit mit dem Pferd geben wir einen sinnvollen Rahmen mit klaren Strukturen vor. Wir lassen uns auf das Flucht- und Lauftierpferd mit allen Sinnen ein und verfolgen eine für das Pferd eindeutige Linie.

Auch das Voltigieren soll Erwähnung finden, da es sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Für das Voltigieren eignet sich nicht jedes Pferd. Hier istwlzendes pferd sorgfältige Auswahl sehr wichtig. Und bitte nie auf einen pferdegerechten Ausgleich auf das Weide-, Herden- und Fluchttierpferd zu vergessen. Pferde arbeiten oft sehr hart mit und für uns Menschen. Sie haben aber auch ihre ureigensten Bedürfnisse, denen wir Rechnung tragen dürfen und sollen. Reine Stallhaltung und Einzelhaltung sind nicht artgerecht! Für das Lauf- und Herdentier Pferd sind die Möglichkeit für eine freie ungezwungene Bewegung an der frische Luft, Sonnenlicht sowie umfassende Sozialkontakte mit Artgenossen grundlegende sowie unverzichtbare Haltungsvoraussetzungen. Pferde müssen auch einfach nur Pferd sein dürfen. Diese Möglichkeit sollten wir ihnen immer einräumen.

Exkurs: Fälschlich werden oft wildlebende oder verwilderte Pferde als Wildpferde bezeichnet. Beispiel Nordamerika, wo das Pferd vor etwa 10.000 Jahren ausstarb. Die genaueren Gründe und Umstände liegen im Dunkeln. Die heute dort lebenden Mustangs sind verwilderte Nachfahren der Pferde, die die spanischen Eroberer mitbrachten.

Die einzige Unterart des Wildpferdes, die bis heute in reiner Form überlebt hat, ist das Przewalskipferd (Equus ferus przewalski). Leider wurde der Tarpan, der bis ins 19. Jahrhundert überlebte, vom Menschen ausgerottet.

  "Die Leute sollten weniger Zeit damit verbringen, ihren Pferden etwas zuzuflüstern, sie sollten es mal damit versuchen, den Pferden zuzuhören."
America`s Horse Magazine

 

http://www.youtube.com/watch?v=Saiky6IfAtY

 

 

Kleinsäuger und andere Tiere

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kaninchenKleine Freunde

Neben den zahlreichen Haustierformen unter den Kleinsäugern, gibt es auch jede Menge wildlebender Arten wie Feldhamster, Feldhasen, Waldmäuse, Bilche...). In unseren Wohnzimmern finden sich unter anderen Hasentiere (Kaninchen); Nagetiere (wie Meerschweinchen, Goldhamster, Farbratte, Maus, Chinchilla, Degu...) und immer häufiger auch Frettchen.

Verhaltensauffälligkeitenn lassen sich auch unter Kleinsäugern feststellen. Um eine artgerechte Haltung und Ernährung zu gewährleisten, sollten wir uns über ihre Herkunft, ihr Wesen, ihr Verhalten informieren. Aus welcher Gegend stammt das Tier ursprünglich? Handelt es sich um ein Gruppentier oder einen Einzelgänger? Für Gruppentiere bedeutet die Gruppe Schutz und da sie aus diesem Grund lange am Gruppenleben teilnehmen, bleiben Krankheiten lange unbemerkt. Auch diese kleinen Wichte benötigen Beschäftigung, sonst werden Ersatzbeschäftigungen gesucht oder es kommt zu Verhaltensauffälligkeiten. Als Beispiel ist der an den Gitterstäben "reißende" Goldhamster zu nennen. Zu 90% liegt die Ursache in Langeweile. Neben Beschäftigungsmöglichkeiten ist ein großes Augenmerk auf artgerechte Fütterung zu legen! Sonst ist der Weg zum Tierarzt gesichert. Ich berate Sie gerne auch bereits VOR der Anschaffung!

„Die Haustierhaltung ist ein ernstzunehmender Erziehungsfaktor. Sie nimmt in dem Maße an Bedeutung zu, in dem sich eine verstädterte Menschheit der Natur entfremdet.“  (Konrad Lorenz)

WISSENSWERTESmeerschweinchen

Die Nagetiere (Rodentia) finden nahezu weltweite Verbreitung und besiedeln eine Vielzahl unterschiedlichster Lebensräume. Das charakteristische Merkmal sind ihre Nagezähne, mit  denen die vier vergrößerten Schneidezähne bezeichnet werden und die ein Leben lang wachsen. Die Nagezähne sind regelmäßig gekrümmt, die des Oberkiefers mehr als die des Unterkiefers. Das Zahnwachstum wird durch die Kautätigkeit reguliert. Das Futter und die sich gegenüberliegenden Zähne sorgen dafür, dass die Zähne nicht zu lang wachsen. Die Backenzähne haben hingegen bei vielen Arten ein begrenztes Wachstum. Bei einigen Gruppen jedoch sind auch die Backenzähne wurzellos und wachsen damit zeitlebens wie zum Beispiel beim Meerschweinchen und beim Chinchilla. Die 20 Zähne des Meerschweinchens wachsen ständig und lebenslang!

  • Meerschweinchen zählen neben den Kaninchen zu den beliebtesten Haustieren im Kinderzimmer. Auch ein Meerschweinchen muss als Fluchttier erst lernen, dem Menschen zu vertrauen. In ihren Käfigen benötigen sie ausreichend Platz für Erkundigungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten. Sie sind sehr gesellige Tiere und man sollte ihnen Freilauf ermöglichen. Ihr Käfig sollte dreidimensional strukturiert sein mit Rückzugsmöglichkeiten (Häuschen, Schlafhöhle) und einer erhöhten Liegefläche. Auch für diese kleinen Wichte ist der Standort ihrer Unterkunft wesentlich für die Gesundheit und das Wohlbefinden. Dieser sollte ruhig und hell gewählt sein. Aber Vorsicht: Meerschweinchen haben nur eine geringe Hitzetoleranz. Zudem sollte der Käfig erhöht und nicht direkt am Boden stehen, weil sich Beutegreifen im allgemeinen von oben nähern. Ihre Hauptaktivitätszeiten liegen in den Morgen- und Abendstunden. Meerschweinchen werden in der Regel nicht stubenrein.
  • Hamster wie der Goldhamster sind zwar recht putzige Gesellen, aber auch für sie gilt ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten in ihrem Käfig oder besser in ihrem Terrarium zu schaffen. Hamster buddeln gerne und es ist eine Freude sie zu beochachten. Durchaus werden sie handzahm, wenn ihre Zähne und ihre Flinkheit auch nicht zu unterschätzen sind. Ihnen beim Füllen ihrer Backentaschen zuzusehen ist sehr amüsant. Als Streicheltiere eignen sie sich in ihrer Zerbrechlichkeit nicht. Da ihre Aktivitätszeit in die Nachtstunden fällt, sind Hamster für Kinder eher ungeeignet. Sie sind weit weniger gesellig als Meerschweinchen oder Kaninchen, man kann sie daher guten Gewissens alleine halten.
  • Chinchillas sind sehr bewegungsfreudig und benötigen daher unbedingt eine große Voliere mit Kletter- und Springmöglichkeiten in mehreren Etagen. Wie Kaninchen und Meerschweinchen sind sie Gruppentiere und dürfen nicht alleine gehalten werden. Vor der Anschaffung sei zu beachten, dass Chinchillas vergleichsweise viel Dreck machen und nicht stubenrein werden. Für die Fellpflege benötigen sie regelmäßige Sandbäder. Findet sich im Käfig kein entsprechender Seitenschutz, wird der Sand rasch weiträumig verteilt. Zurdem sind die Haare des Chinchillas sehr fein und werden bei Schreckreaktionen und im Fellwechsel abgestoßen. Bei empfindlichen Menschen kann dies zu Allergien führen. Auch bezüglich der Fütterung ist der Chinchilla nicht einfach zu halten und neben den Degus sind für sie die strengsten Ernährungsrichtlinien einzuhalten. Frischfutter und Leckerchen dürfen nur selten gereicht werden und nicht immer werden sie vertragen. Da Chinchillas Fluchttiere sind, mögen sie es nicht besonders hoch genommen zu werden. Verhaltensauffälligkeiten sind häufig zu finden, insbesondere bei Einzelhaltung, bei Stress und wenn sie keine Möglichkeit haben ihrem Bewegsungsdrang nachkommen zu können. Für kleine Kinder sind Chinchilla ungeeignet.
  • Farbratten stammen von der Wanderratte ab und vermutlich wanderten sie im 18. Jahrhundert von Asien nach Europa ein. Ratten sind sehr soziale, intelligente und anhängliche Tiere. Da die sie sehr neugierig und verspielt ist, müssen ihr umfangreiche Beschäftigungsmöglichkeiten wie Spiel- und Klettermöglichkeiten geboten werden. Reine Käfighaltung ist auch für sie ungeeignet. Viele lernten sie zu schätzen, weil sie rasch mit ihren Menschen vertraut werden und sie sehr lernfähig sind. Die Ernährung sollte auch bei ihnen ausgewogen und artgerecht sein: Sie bevorzugen Körner, Nüsse, Obst und Gemüse und ab und zu benötigen sie etwas tierisches Eiweiß.

Kaninchen werden häufig fälschlicherweise als Nagetiere bezeichnet, obgleich sie zu den Hasentieren (Lagomorpha) zählen. Allerdings gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Kaninchen und Nagetieren: Wie die Nagetiere so haben auch Kaninchen vier vergrößerte Schneidezähne, die ein Leben lang wachsen und die typische Lücke vor den Backenzähnen aufweisen. Die Kaninchen kommen wie die meisten Nagetiere ohne Fell zur Welt. Das wichtigste Merkmal der Hasentiere ist, dass dicht hinter den oberen Nagezähnen ein kleines Zahnpaar sitzt, das den Nagetieren fehlt! Wegen diesem Zahnpaar gab man den Hasentieren früher den Namen Doppelzähner (Duplicidentata) und betrachtete sie als abweichende Gruppe der Nager. Zu einer eigenen zoologischen Gruppe wurden die Hasentiere erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts ernannt: Zu jener der Lagomorpha. Kaninchen sind wie die Meerschweinchen Gruppentiere!

Kaninchen haben zwar auch einen regen Stoffwechsel, aber im Gegensatz zu Meerschweinchen werden Kaninchen häufig stubenrein, was den Freilauf erleichtert. Im Idealfall dürfen sie Tag und Nacht in der Wohnung oder zumindest in einem Zimmer umherhoppeln. Denn, Kaninchen sind äußerst bewegunsfreudige aktive Tiere, was ihre langen Hinterläufe beweisen. Sie lieben es zu buddeln, zu springen, zu  rennen und einfach soziale Kontakte zu pflegen. Da Kaninchen unter einander eine strenge Rangordnung haben, benötigt auch jedes seine eigene Schlafhöhle und sie müssen einander aus dem Wege gehen können. Handelsübliche Käfige, Gitterkäfige sind leider meist zu klein. Auch für sie sind Erkundigungs-und Beschäftigungsmöglichkeiten wichtig und eine artgerechte Futterauswahl essentiell. Selbstverständlich kann man sie auch in einem gegen Marder und CO gut gesicherten Freilaufstall im Garten halten. Schattenplätze sind auch für Kaninchen sehr wichtig. Hält man sie großteils in einem Käfig, so sollte der Freilauf morgens und abends gestattet sein, da Kaninchen über die Mittagszeit ruhen.

 

frettchen


Frettchen findet man auch immer häufiger in den Wohnzimmern. Sie zählen zu der Familie der Marder und der Untergattung der Iltisse. Frettchen sind Fleischfresser. Durch ihre anatomische Besonderheiten des Magen-Darm-Traktes nehmen sie innerhalb der Carnivorenfamilie eine Sonderstellung ein. Ihnen fehlt der Blinddarm um zellulosehaltige Nahrung zu verdauen. Zudem verfügen sie nur über einen kurzen Dickdarm. Besonderheiten, die bei der Ernährung berücksichtigt werden müssen. Frettchen werden zwar rasch zutraulich und anhänglich, benötigen aber auch viel Beschäftigung.



   
© Elke Söllner